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Nennhausen Gärtnerhaus soll wiederbelebt werden
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07:51 01.05.2019
Der Kulturverein Nennhausen möchte im 300 Jahre alten Gärtnerhaus wieder für mehr Leben sorgen. Quelle: Norbert Stein
Nennhausen

Seitlich des Eingangs stehen noch ein paar Bilder von Feiern im Jugendclub. Ein Schild „Ratskeller Nennhausen – anno 1985“ ziert den Kellerhals des Gärtnerhauses am Fouqué-Platz. Unterm Rundbogen im Keller steht lediglich noch eine Tischtennisplatte. Ansonsten ist der Raum ausgeräumt.

Keller wurde entrümpelt

Der Kulturverein Nennhausen hat den Keller entrümpelt. „Es herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung in unseren Reihen“, sagte am Sonntag Vereinsmitglied Bernd Werner zum diesjährigen Saisonauftakt im Gärtnerhaus.

Der Kulturverein möchte dem Gärtnerhaus wieder Leben einhauchen und es zu einem gesellschaftlich-kulturellen Treffpunkt entwickeln und dafür zunächst den ehrwürdigen „Ratskeller“ nutzen.

Zweiter Fluchtweg nötig

Um den Keller für Veranstaltungen nutzen zu können, ist allerdings ein zweiter Fluchtweg notwendig. Diese Aufgabe zu lösen, ist sicherlich nicht einfach. Der Verein werde nun ein Nutzungskonzept erarbeiten und dazu weitere Vorbereitungen treffen, erklärt Bernd Werner.

Der Keller wurde aufgeräumt und soll künftig wieder für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Quelle: Norbert Stein

1719 errichtet, ist das Gärtnerhaus das älteste Haus in Nennhausen. 300 Jahre sind dem Kulturverein unter Vorsitz von Erika Schönwald nun Anlass, sich dem geschichtsträchtigen Haus, in dem zu Zeiten von Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843) in Nennhausen Schlossparkgärtner und Förster wohnten, verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen.

Geld für die Sanierung fehlt

Drei Jahrhunderte haben an der Bausubstanz gezehrt, das Haus müsste grundlegend saniert werden. Die Sanierung würde die Gemeinde, der das Haus gehört, rund 500000 Euro kosten. Das übersteigt deren Möglichkeiten. Sehr wohl aber ist auch sie am Erhalt des Gärtnerhauses interessiert.

Nachdem 1983 ein Brand den Dachstuhl des Schlosses vernichtete hatte, zog die Gemeinde mit kommunalen Einrichtungen in das Gärtnerhaus. Der Keller wurde für Ratssitzungen und gesellige Veranstaltungen genutzt.

Jugendclub nutzte den Keller

Nach der Wende bekam Nennhausen in der Buckower Straße ein Gemeindezentrum. Wo einst im Gärtnerhaus unter ehrwürdigem Kellergewölbe die Gemeindevertretung tagte, bekam der Nennhausener Nachwuchs einen Jugendclub.

Erinnerung an die Zeit des Ratskellers. Quelle: Norbert Stein

„Etwa 10 Jahre wurde der Keller als Jugendtreff genutzt“, erzählte Anita Neitsch vom Kulturverein mit derzeit 17 Mitgliedern am Sonntag in einer gemütlichen Kaffeerunde. Der Kulturverein nutzte Räumlichkeiten im Gärtnerhaus zur Betreuung von Besuchergruppen und der Vereinsarbeit.

2010 untersagte das Amt Nennhausen aus Sicherheitsgründen eine weitere Nutzung des Gärtnerhauses. Der Ostgiebel hatte sich bedrohlich gesenkt und gefährdete die gesamte Bausubstanz. Auch der Jugendclub im Keller wurde geschlossen und zog in ein anderes Gebäude.

Eingeschränkte Nutzung möglich

Die Gemeinde ließ das Mauerwerk und das Gebälk des Ostgiebels sichern. Dadurch wurde wenigstens eine stark eingeschränkte Nutzung wieder möglich. So kann der Kulturverein auch in dieser Saison jeden Sonntagnachmittag die im Gärtnerhaus zu besichtigende Ausstellung „Romantik in Nennhausen“ für Besucher öffnen.

Gewidmet ist die Ausstellung Friedrich de la Motte Fouquè und seiner Frau Caroline, die im Schloss Nennhausen lebten, literarisch arbeiteten und Gäste empfingen. Besonders in den Sommermonaten kamen Dichter und Gelehrte wie E.T.A. Hoffmann, Willibald Alexis, Johann Gottlieb Fichte, Heinrich von Kleist oder Joseph von Eigendorf gerne zum Gedankenaustausch nach Nennhausen.

Von Norbert Stein

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