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Nennhausen Protest gegen gefällte Straßenbäume
Lokales Havelland Nennhausen Protest gegen gefällte Straßenbäume
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17:51 17.02.2019
Protest bei Garlitz gegen die Fällung einer Allee. Quelle: Norbert Stein
Garlitz

 Ein für das westliche Havelland einzigartiger Akt der Trauer vereinte am Sonntagvormittag etwa 50 Anwohner aus Buckow und Garlitz und weitere Teilnehmer aus dem Umland. Versammelt hatten sie sich an der Kreisstraße zwischen Buckow und Garlitz, die in diesem Jahr saniert werden soll. Dafür wurde vor rund zehn Tagen die komplette Baumallee gefällt.

Als Zeichen der Trauer legten die Teilnehmer mit roter Farbe bemalte Baumscheiben auf die Stumpen und Blumen dazu. Auf jedem Baumstumpen stellten sie eine Trauerkerze.

Zum Andenken an den Baum, der hier stand. Quelle: Norbert Stein

„Niemand wusste hier etwas davon“

„Wir beklagen den Verlust von 88 alten Alleebäumen“, sagte Mitorganisatorin Heide Komoll aus Buckow. Christoph Reinecke vom Heimatkulturverein Garlitz fügte hinzu: „Niemand von uns hätte dies verhindern können, da niemand hier davon etwas wusste. Vielleicht hat auch niemand hier dies bislang für möglich gehalten.“

Es sei abzusehen gewesen, dass für die geplante Straßensanierung einige Bäume aufgrund mangelnder Standfestigkeit gefällt werden müssten, erklärte er. Auch der Zustand ihrer Kronen ließ auf schwächelnde Vitalität schließen, so waren die Bäume schon vor Wochen zur Fällung gekennzeichnet worden.

Sanierung der Straße wahrscheinlich ab September

Das habe aber nur einige Bäume betroffen, war am Sonntag immer wieder von Teilnehmern zu hören. Deshalb bleibe das dumpfe Gefühl, sagten sie weiter, dass die Fällung der gesamten Allee zunächst überhaupt nicht geplant war und nicht nötig gewesen wäre.

Voraussichtlich im September soll mit der Sanierung der Straße begonnen werden. Bis dahin sollen die roten Baumscheiben, Blumen und Trauerkerzen als Mahnmal dienen, erläuterte Heide Komoll das Ansinnen der Aktion.

Teilnehmer der Aktion haben dagegen protestiert, dass sie über die geplanten Fällungen nicht vorher informiert worden sind. Quelle: Norbert Stein

Kritik an Amt Nennhausen und Landkreis Havelland

Die Kritik richtete sich an das Amt Nennhausen und den Landkreis Havelland, der die Straße im Herbst 2018 vom Land übernommen hat. „Wir vermissen seitens der Behörden Offenheit, Transparenz und Information“, sagte Christoph Reinecke. Das sieht auch Gudrun Lewwe, Ortsvorsteherin von Garlitz, so. Sie gehörte zu den Aktionsteilnehmern, wie auch ihr Amtskollege Carsten Wuttke aus dem Nachbardorf Marzahne.

Nun müsse eine neue Allee gepflanzt werden mit gleichwertigen Bäumen, wurde von den Akteuren gefordert. Als Minimalkonsenz beabsichtigt sei lediglich eine Allee mit kleinen Ebereschen im Abstand von 35 Metern und vier Metern entfernt vom Fahrbahnrand. Deshalb wurde von den Aktionsteilnehmern eine Überarbeitung der Ausgleichsplanung gefordert.

Von Norbert Stein

In Vorbereitung auf die Sanierung der Straße zwischen Buckow und Garlitz im Amt Nennhausen wurde in den letzten Wochen die Baumallee gefällt. Rund 80 Bäume sollen betroffen sein. Nun haben sich die Dorfbewohner entschlossen, auf kreative Weise zu protestieren.

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