Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nennhausen Streitschlichter mit Herz und Seele
Lokales Havelland Nennhausen Streitschlichter mit Herz und Seele
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:57 15.06.2018
Axel Hartwich mit Urkunde und Amtdirektorin Ilka Lenke. Quelle: Norbert Stein
Stecho

Ein ruhiges Leben setzt ein gutes Auskommen mit den Nachbarn voraus. Doch mitunter sind es Kleinigkeiten, die eine auskömmliche Nachbarschaft und den Dorffrieden beeinträchtigen. Pferdemist, Bienen oder Hecken nennt Axel Hartwich als typische Streitpunkte. Er kennt solche und weitere Probleme aus den Dörfern des Amtes Nennhausen nur zu gut.

Können oder wollen Nachbarn sich nicht einigen, werden sie ein Fall für Axel Hartwich. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass eine der beiden Parteien eine Schlichtung beantragt. Axel Hartwich ist der Schiedsmann für das Amt Nennhausen. Er füllt das Ehrenamt mit Umsicht und Erfolg aus. Dafür wurde er nun mit der Ehrennadel der Bundesvereinigung Deutscher Schiedsfrauen und Schiedsmänner ausgezeichnet. Amtsdirektorin Ilka Lenke gratulierte ihm am Donnerstag mit einem Brandenburgbuch.

Ernsthaft und gelassen

Wer sich mit dem 66-Jährigen aus Stechow unterhält, merkt sofort, dass der das richtige Gespür für diese sensible Aufgabe hat. Der Mann zeigt die notwendige Ernsthaftigkeit, wirkt aber zugleich gelassen. Und über das nötige Rechtswissen verfügt er auch.

Schiedsmann ist Axel Hartwich seit zehn Jahren. Insgesamt 25 Fälle hat er in dieser Zeit auf dem Tisch gehabt. In 16 Fällen konnte er schlichtend wirken, und die Parteien legten ihren Streit bei. Neunmal konnte der Schiedsmann keine Einigung bewirken. Ob die Antragsteller dann den Weg zum Gericht gegangen sind, weiß Hartwich nicht. Seine Arbeit endet mit der Erstellung eines Protokolls und einer Gebührenerhebung für entstandene Kosten. Zwischen 40 und 50 Euro fallen in der Regel an. Das Geld bekommt das Amt. Die Verwaltung trägt auch die Kosten für die Unterhaltung der Schiedsstelle.

Einigung bei einer Flasche Bier am Gartenzaun

Axel Hartwich hat auch schon erlebt, dass Hilfesuchende auf einen Antrag zur Schlichtung verzichtet haben, weil dafür eine Unkostengebühr fällig wird. Mitunter genüge auch ein guter Rat zur Einigung mit dem Nachbar, sagt der Schiedsmann. Manchmal wirke es Wunder, den Nachbarn auf eine Flasche Bier am Gartenzaun einzuladen. So sei schon mancher lang schwelende Konflikt beigelegt worden. Für Neubewohner hat er auch einen gut gemeinten Ratschlag: Die sollten sich bewusst sein, dass auch Federvieh zum Leben auf dem Dorf gehört und ein Hahn auch sonntagsmorgens kräht.

Axel Hartwich nimmt regelmäßig an Aus- und Weiterbildungen sowie der jährlichen Dienstberatung des Amtsgerichtsdirektors Rathenow mit den Schiedspersonen teil. Er ist Mitglied im erweiterten Vorstand der Bezirksvereinigung Potsdam im Landesverband Brandenburg des Bundes Deutscher Schiedsfrauen und Schiedsmänner. Für die in diesem Jahr erstellte Broschüre zum 25jährigen Bestehen der Bezirksvereinigung war er der Hauptautor.

Lust auf einer weitere Wahlperiode

Alex Hartwich war bis zu seiner Pensionierung Prokurist einer Bank in Berlin, wohnt mit seiner Frau aber seit über 15 Jahren in Stechow. 1998 fragte ihn der damalige Bürgermeister Wolfgang Wegwerth, ob er nicht Lust habe, Schiedsmann für das Amt Nennhausen zu werden. Hartwich sagte ja.

Die Schiedsperson wird für jeweils fünf Jahre vom Amtsausschuss gewählt. Im Sommer endet Hartwichs zweite Wahlperiode. Er stehe für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung, erklärte Axel Hartwich der Amtsdirektorin. Die Entscheidung liegt nun beim Amtsausschuss. Axel Hartwich ist gerne Schiedsmann und das mit ganzer Seele. Und eines ist ihm wichtig: Alle in den letzten zehn Jahren an einem Fall Beteiligten würden ihn heute noch freundlich grüßen.

Von Norbert Stein

Landfrauen aus Stechow unternahmen vor ihrem Stammtisch einen Dorfrundgang und tauschten sich dann über die Verwertung von Kräutern aus. Die Stechower Ortsgruppe gibt es seit Ende 2017.

11.06.2018

Beim 5. Ausbildungstag der Jugendfeuerwehren des Amtes Nennhausen stand jede Menge Stoff auf dem Programm. Aber für Abkühlung bei hochsommerlichen Temperaturen war auch gesorgt.

10.06.2018

Ein brennendes Auto haben die Feuerwehren des Amtes Nennhausen am Sonntag in Rhinsmühlen gelöscht. Der Wagen stand auf einem trockenen Grasstreifen. Zu einem Übergreifen der Flammen auf Gebäude kam es nicht.

10.06.2018