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Nennhausen Von der Rettung einer Kirche
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15:51 26.09.2019
Nicht zu übersehen: Die Sanierung der Kirche ist in vollem Gange. Quelle: Markus Kniebeler
Landin

Wer das Innere der Landiner Kirche betritt, der kann den Eindruck gewinnen, im Bauch eines sich leicht auf die Seite neigenden Schiffes zu wandeln.

Unverkennbar ist das Gebäude im Lauf der Jahrhunderte ein bisschen aus dem Lot geraten. Und wäre im Frühjahr nicht mit der Sanierung der Kirche begonnen worden, hätte die Neigung womöglich bedenkliche Formen angenommen.

Seit März wird gebaut

Das konnte verhindert werden. Seit dem 1. März wird an der Kirche gebaut. Erstes Ziel sei die Stabilisierung des Gebäudes gewesen, sagt Gert Dittrich, Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der Dorfkirche Landin.

Spenden für Glocke und Turmuhr

Wer für die Sanierung des Glockengeläuts und der Turmuhr spenden will, der findet die nötigen Informationen auf der Internetseite des Fördervereins: www.kirche.landin-havelland.de.

Am Sonntag, den 27. Oktober, wird der Fontane-Forscher Paul Irving Anderson im Landiner Gemeindehaus einen Vortrag mit dem Titel „Drei Stammbäume für Instetten oder Männerroman Effi Briest“ halten.

Der Vortrag beginnt um 15 Uhr. Ab 14 Uhr kann die Kirchenbaustelle besichtigt werden. Eintritt frei, Spenden für Glocke und Turmuhr erwünscht.

Zu diesem Zweck sei der Vorbau an der Nordseite, durch den man die Kirche betritt, komplett neu aufgebaut und mit verstärkten Fundamenten versehen worden, wodurch die Gefahr einer sich verschlimmernden Schräglage gebannt werden konnte.

Mauerwerk und Gebälk wurden bereits saniert. Quelle: Markus Kniebeler

Maurer – das erkennt selbst der Laie – haben auf beiden Giebelseiten ganze Arbeit geleistet: brüchige Steine wurden ausgetauscht, ganze Abschnitte wurden neu ausgemauert und verfugt. Von den mächtigen Balken, die dem Fachwerk Stabilität verleihen, wurden einige ausgebaut und durch neue Balken ersetzt.

Arbeiten an der Decke

Im Inneren wird gerade an der Decke gearbeitet. Auch die Fenster müssen noch saniert werden. Putz-, Maler- und Elektroarbeiten werden die Handwerker in den kommenden Monaten beschäftigen.

„Es ist noch jede Menge zu tun, aber es geht sehr gut voran“, sagt Dittrich. Die Firmen, die an der Kirche arbeiten, hätten hervorragend geschulte und engagierte Fachleute mit nach Landin gebracht.

75 Prozent der Kosten werden gefördert

400 000 Euro kostet die Sanierung der Kirche, die 25 Jahre lang wegen Sicherheitsmängeln nicht mehr betreten werden durfte. 75 Prozent der Kosten werden mit Fördergeld aus dem Leader-Programm bestritten. Den Rest bringen Förderverein und Gemeinde aus eigener Kraft auf.

Engagieren sich mit 31 Mitstreitern für die Rettung der Landiner Kirche: Dirk Friese und Gert Dittrich (re.) vom Förderverein. Quelle: Markus Kniebeler

Künftig soll das Gotteshaus nicht mehr nur rein kirchlichen Zwecken dienen. „Wir wollen, dass die Kirche ein sozialer und kultureller Treffpunkt wird“, sagt Dittrich. Mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Vorträgen wolle man Leben in die alten Mauern bringen. Und natürlich werde es auch wieder Gottesdienste geben.

Kirche soll Ort des Austauschs werden

„Vor vier Jahren haben wir den Förderverein gegründet, um das denkmalgeschützte und schönste Gebäude des Dorfes vor dem Verfall zu retten und einer neuen, erweiterten Nutzung zuzuführen“, sagt Dittrich. Mit dem neuen Konzept wolle man die Kirche zu einem offenen Ort des Austauschs machen.

Läuft bei den Arbeiten weiterhin alles rund, könnte die Kirche im kommenden Frühjahr feierlich eingeweiht werden. „Am schönsten wäre es, wenn der Festtag mit Glockengeläut verkündet werden könnte“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. So, wie früher an Festtagen die Glocken in Betrieb gesetzt wurden.

Reste des Glockenstuhls sind noch vorhanden. Und auch eine der beiden Glocken gibt es noch. Die soll wieder zum Läuten gebracht werden. Quelle: privat

Das Problem: Es gibt kein funktionierendes Glockengeläut mehr. Zwar steht noch eine von zwei Glocken auf dem Dachboden herum (die andere wurde im ersten Weltkrieg eingeschmolzen). Aber vom Glockenstuhl sind nur noch Fragmente erhalten.

„Mit der Reparatur des Glockenstuhls und der Turmuhr könnten wir die Sanierung krönen“, so Dittrich. Und einen besseren Zeitpunkt als jetzt, wo die Gerüste stehen, gebe es nicht für die Reparatur.

Spendenaktion für Glocke und Turmuhr

Einen Voranschlag für die Reparaturarbeiten hat der Förderverein auch schon eingeholt. 15 000 Euro würde es kosten. Allerdings können diese Arbeiten nicht Teil der Leader-Förderung werden. „Wir haben uns entschlossen, das Geld selber aufzutreiben“, sagt der Künstler Dirk Friese, der sich ebenfalls im Förderverein engagiert. Und tatsächlich habe man schon 10 000 Euro an Spenden zusammenbekommen.

Fehlen noch 5000. „Die schaffen wir auch noch“, sagen die beiden Männer optimistisch. Ende Oktober werde es einen Vortrag über Fontane geben, bei dem gespendet werden könne. Und die Erlöse des Weihnachtsmarktes würden auch in die Reparatur von Glocke und Uhr fließen. Im Übrigen sei jeder, der das Vorhaben unterstützen wolle, eingeladen, sich mit einer Spende zu beteiligen.

Von Markus Kniebeler

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