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Havelland Neonazi-Ersatz-Demo in Falkensee
Lokales Havelland Neonazi-Ersatz-Demo in Falkensee
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15:46 20.08.2017
Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Brandanschläge auf zwei Bahnanlagen brachten den Zugverkehr am Samstag rund um Berlin zum Erliegen. Für 120 Neonazis in einem Zug bedeutete dies, dass ihre Fahrt am Bahnhof Brieselang (Havelland) endete, der Rudolf-Heß-Gedenkmarsch in Berlin-Spandau ohne sie stattfand.

Die Neonazis verließen daraufhin den Zug und machten sich in Richtung Bahnhof Finkenkrug auf. Dort trafen sie auf weitere rund 130 Personen, die ihre Fahrt nach Spandau unfreiwillig im Havelland hatten beenden müssen. Zusammen begab man sich zum Bahnhof Falkensee.

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Dort meldete ein 39-Jähriger unter dem Motto „Mord verjährt nicht, gebt die Akten frei – Recht statt Rache“ eine Spontanversammlung in Falkensee an.

Gegen 17 Uhr startete ein Demonstrationszug am Bahnhof, ging weiter über die Hertzstraße, Straße der Einheit, Dallgower Straße, Poststraße und endete nach einer abschließenden Kundgebung gegen 18.30 Uhr am Busbahnhof. Ab 19 Uhr begann die Abreise der Versammlungsteilnehmer.

Die meisten Rechten kam aus NRW

Kathleen Kunath von der Willkommensinitiaitive in Falkensee, hatte den Marsch beobachtet. Sie waren alle in schwarz und weiß gekleidet und hatten diese Rudolf-Heß-Parolen auf den Hemden.“ Später kamen weitere Rechtsextreme dazu, die mit Bussen in Falkensee ankamen. Es habe sich fast ausschließlich um Fahrzeuge aus Nordrhein Westfalen gehandelt. „Die kamen sogar aus Aachen“, so Kunath. Insgesamt sei die Demonstration wohl wegen der Polizeipräsenz ruhig verlaufen.

Rund 200 Polizisten begleiteten den Aufzug. Der Aufzug selbst verlief störungsfrei.

Wie die Polizei jedoch mitteilte, wurde gegen 17:15 Uhr das Büro der Partei Bündnis 90/ Die Grüne mit einem Stein beschmissen. Eine Glasscheibe ging dabei kaputt. „Ein Sachzusammenhang wird im Rahmen der Ermittlungen geprüft“, teilte die Polizei mit.

Die Grünen in Falkensee selbst veröffentlichten auf ihrer Homepage ein deutliches Statement: „Es ist abscheulich, dass der rechte Mob am Samstagnachmittag auch durch Falkensee gezogen ist und dabei auch noch die Scheibe unseres grünen Kreisverbandsbüros in der Potsdamer Straße durch einen Steinwurf beschädigt wurde.“

Zwischenfall in Rathenow

In Rathenow, rund 60 Kilometer westlich von Falkensee, wurden zwei Männer, die zu der Demonstration nach Spandau wollten, gegen 11 Uhr von einer Gruppe von sechs bis acht teilweise vermummten Personen überfallen und zu Boden getreten. Beide mussten ins Krankenhaus, die Polizei leitete umgehend eine Nahbereichsfahndung ein, die aber nichts einbrachte.

Von MAZonline

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