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Havelland Neue Ideen für Grundstück auf historischem Boden
Lokales Havelland Neue Ideen für Grundstück auf historischem Boden
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14:22 16.02.2015
Professor Klaus Theo Brenner (li.) und Jens Hubald bei der Präsentation auf dem Kirchberg. Quelle: M. Kniebeler
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Rathenow

Zu der Präsentation unter freiem Himmel – die Entwürfe wurden per Beamer an eine Hauswand projiziert – waren rund 120 Neugierige gekommen.

Sie wollten sehen, was sich die Studenten der Fachhochschule Potsdam hatten einfallen lassen, um das rund 1200 Quadratmeter große Grundstück vor dem Chor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zu bebauen. Ihr Professor, der Architekt Klaus Theo Brenner sagte zur Einführung, er sei erfreut über die Vielfalt der Ideen, die von seinen Studenten entwickelt worden seien. Jede der 18 Entwürfe trage eine eigene charakteristische Handschrift.

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Auf die Rathenower Brache aufmerksam gemacht worden war Brenner durch das Bauamt der Stadt. Jens Hubald, Leiter des Sachgebietes Stadtentwicklung, hatte den Kontakt hergestellt und das Seminar in Potsdam begleitet. Diese Fläche sei vom Mittelalter an bebaut gewesen, so Hubald. Dann habe der Zweite Weltkrieg eine Lücke gerissen, die nicht mehr geschlossen worden sei. Nach einem Beschluss der Stadt soll diese Leerstelle wieder mit Leben gefüllt werden.

Von den Studenten habe man sich einen offenen, unverstellten Blick und kreative Bebauungsvorschläge erhofft, so Hubald. Die Erwartung habe sich erfüllt. „Wir haben eine Menge Anregungen erhalten, die uns zeigen, was auf diesem Grundstück möglich ist“, sagte Hubald. Sicher werde keiner der Entwürfe eins zu eins umgesetzt, das sei auch nicht Ziel eines Ideenwettbewerbs. Vielmehr gehe es darum, Gestaltungsvorschläge zu sammeln. Und es sei nicht ausgeschlossen, dass später der ein oder andere Ansatz aufgegriffen und weiterentwickelt werde, so Hubald.

Bauherren gesucht

Das Grundstück auf dem Kirchberg ist rund 1200 Quadratmeter groß. Eigentümer ist die Stadt Rathenow. Diese will die Fläche für die Bebauung freigeben – entweder kümmert sich ein Investor um das gesamte Grundstück oder die Parzellen werden an einzelne Bauherren abgegeben.
Die 18 Entwürfe, die von Architekturstudenten der FH Potsdam erarbeitet wurden, sollen Anregung sein für künftige Investoren. Die Entwürfe sind im Chor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche ausgestellt und können bis Ende März besichtigt werden.

Die meisten der am Donnerstag präsentierten Entwürfe hatten für die relativ kleine Fläche eine kompakte Bebauung vorgesehen. Einige hatten die Wohnblocks um einen Innenhof gruppiert, ein Vorschlag hatte fünf Einzelhäuser würfelartig auf der Fläche verteilt – mit Sichtachsen zum Stadtkanal und zu der historischen Bebauung der benachbarten Grundstücke. Ziegel stand als Baumaterial hoch im Kurs. Auffällig war auch das Bemühen der angehenden Architekten, in ihren Entwürfen Elemente der vorhandenen Kirchberg-Bebauung zu zitieren.

Da haben die Studenten von ihrem Professor offenbar schon einiges gelernt. „Wir können an einem so geschichtsträchtigen Ort nichts bauen, was nicht Bezug nimmt auf die jahrhundertealte städtebauliche Baukultur“, sagte Klaus Theo Brenner am Donnerstag. „Die Kunst ist es, baugeschichtliche Bezüge herzustellen, ohne die Historie zu kopieren.“

Von Markus Kniebeler

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