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Havelland Neue Leiterin an der Europaschule
Lokales Havelland Neue Leiterin an der Europaschule
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00:17 08.04.2017
Katrin Peppler vor ihren neuen Arbeitsort in Ketzin. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Ketzin/Havel

Mit einem „Herzlich Willkommen“-Schild und einer selbst gebackenen Torte wurde die neue Leiterin der Ketziner Europaschule an ihrem ersten Arbeitstag von den Kolleginnen begrüßt. „Im Gegenzug habe ich auch einen Kuchen gebacken und ein Glas Sekt spendiert“, erzählt die 44-Jährige.

Nach dem unerwarteten Ausscheiden des bisherigen Schulleiters Andreas Theylich, der zum 3. April ins Staatliche Schulamt Brandenburg gewechselt ist, war die Rektorenstelle frei. „Ich hatte mich schon weit im Vorfeld beim Schulamt in Neuruppin um eine Schulleiterstelle beworben. Dann kam plötzlich das Angebot in Ketzin, und ich habe sofort zugesagt“, so Peppler.

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Die studierte Lehrerin für Geografie, Mathematik und Deutsch arbeitete zuvor zwölf Jahre an der Schönwalder Grundschule „Menschenskinder“, seit zehn Jahren war sie dort stellvertretende Rektorin. Auch wenn sie in ihrem neuen beruflichen Zuhause erst drei Tage absolviert hat, stellt sie fest: „Die Umstellung von Schönwalde auf Ketzin ist mir nicht schwer gefallen, weil die Einrichtungen ähnlich sind. Beide sind zudem verlässliche Halbtagsschulen, so dass ich die Grundstrukturen kenne“, sagt Katrin Peppler. Schwieriger sei ihr der Wechsel vor zwölf Jahren von der Montessori-Schule in Staffelde nach Schönwalde gefallen, denn: „Dort gab es zwei Lehrer für 30 Kinder. Das hieß, ich hatte die Kinder der ersten bis dritten Klasse im gemeinsamen Unterricht. Einige lernten Deutsch, einige Mathe, einige Geografie – alles zugleich.“ Irgendwann hatte sich Katrin Peppler entschieden, die Schule zu wechseln. Jetzt folgte der nächste Schritt , auch wenn sie Schulleiterstelle zunächst nur kommissarisch inne hat und die offizielle Ausschreibung erst kommt.

Was ihr in der Ketziner Grundschule noch schwer fällt, ist die Orientierung. Die Räume haben keine Nummern, sondern tragen alle den Namen einer europäischen Stadt. „Wenn ich also zum Unterricht nach Lissabon oder Warschau muss, muss ich oft suchen.“ Derzeit unterrichtet die neue Schulleiterin Deutsch in einer fünften und einer zweiten Klasse. Da der frühere Schulleiter auch Englischlehrer war, hat das Kollegium den Unterrichtsplan für die Lehrer so umgestellt, dass alles wieder passt.

Das Schulkonzept mit dem Schwerpunkt Europa will Katrin Peppler auf jeden Fall weiter verfolgen: „Die Schüleraustausche mit den Partnerschulen in Nordirland und Frankreich beleben den Alltag der Kinder und Lehrer. Das kann ich sagen, weil es so einen Austausch auch in Schönwalde mit einer polnischen Schule gab.“ Mitte Mai stehen der Europatag und die Highland-Games mit kuriosen Wettbewerben auf dem Plan der Europaschule.

Neben pädagogischen und Leitungsaufgaben muss die neue Rektorin auch die kommenden baulichen Veränderungen an der Schule begleiten. Auf dem Schulhof entstehen in den nächsten Monaten ein Bolzplatz und seitlich einige Parkflächen. Im nächsten Jahr soll das Vorhaben Campus Europaschule fortgesetzt werden, wenn die Straße zwischen Schule und Aula/Hort für den Durchgangsverkehr geschlossen und damit Gelände für die Kinder sicherer wird.

Wenn sich Katrin Peppler nach einem stressigen Arbeitstag zuhause in Staaken entspannen will, geht sie dazu in ihren Garten. Oder sie stellt ihren eigenen Schmuck aus Glas her. „Das habe ich von meinem Vater übernommen. Der hat mir gezeigt, wie man Perlen oder Kettenanhänger aus Glasstäben unter Hitzezufuhr drehen kann.“ Einige Dinge trägt sie selbst, viele verschenkt sie an Freunde und Bekannte.

Von Jens Wegener