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Havelland Wachenneubau wird erneut verschoben
Lokales Havelland Wachenneubau wird erneut verschoben
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18:22 13.02.2014
Trostloser Anblick: Die Polizeiwache in der Falkenseer Kochstraße ist längst museumsreif.
Trostloser Anblick: Die Polizeiwache in der Falkenseer Kochstraße ist längst museumsreif. Quelle: Konrad Radon
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Falkensee

Die Erstellung der Unterlagen stünde kurz vor dem Abschluss. Sie müssten aber noch baufachlich geprüft werden, anschließend werde die Investitionssumme von 8 Millionen Euro im Haushalt bestätigt und die Baugenehmigung eingeholt.

Die Polizeiinspektion, die dann Hauptstandort der Sicherheitsbehörde im Havelland sein wird, soll in der Finkenkruger Straße entstehen. Planungen, die Polizei in einem neuen Gebäude in der Finkenkruger Straße zu konzentrieren, gab es schon vor etwa zehn Jahren unter Innenminister Jörg Schönbohm. Das aktuelle Gebäude in der Kochstraße, ein einfacher und inzwischen unansehnlicher Flachbau aus der DDR-Zeit, war nach der Wende nie saniert worden. Der Chef der Polizeiinspektion Havelland, Lutz Gündel, sprach schon in der Vergangenheit von "baulich und funktional mangelhaften Bedingungen", die an dem Standort in der Kochstraße herrschen. Bei der Polizei wartet man deshalb sehnlichst auf einen Neubau. Dessen Planung war aber im Zuge der Polizeireform von Rainer Speer ins Stocken geraten waren.

Nach einigem Hin und Her hatte erst Dietmar Woidke als Innenminister im Jahr 2011 endgültig grünes Licht dafür gegeben. Zwar gibt es in Nauen attraktivere Polizeigebäude als in Falkensee. Ausschlaggebend für die Falkensee-Entscheidung war aber damals, dass das Einzugsgebiet der größten Stadt im Havelland deutlich höhere Einsatzzahlen aufweist als der Nauener Raum.

In dem neuen Gebäude sollen später einmal Revierpolizisten, Diensthundeführer, ein Großteil der Kriminalpolizei sowie der Verkehrsdienst und die Führungsstelle untergebracht werden. 2017 soll die Wache bezogen werden.

"Daran glaub ich erst, wenn die Umzugswagen vor der Tür stehen", kommentierte Polizeihauptmeister Richard Sasse gestern früh die erneute Verschiebung. Bis dahin wird weiter normal Dienst gemacht. Verhalten zeigte sich auch Havelland-Polizeichef Lutz Gündel: "Dazu habe ich nichts zu sagen, ich habe keine offizielle Aussage über eine Verschiebung." Aber natürlich bleibt er bei seiner früheren Aussage und unterstützt einen zügigen Wachenneubau in Falkensee. Einen solchen hatte sein Vorgänger Jörg Barthel schon vor Jahren angekündigt, da war das Grundstück gekauft und ein erster Spatenstich für 2011 vorgesehen. Nun wird das Projekt weiter verschoben. Nicht glücklich über die Verschiebung ist Falkensees Bürgermeister Heiko Müller, aber: "Wichtig ist, dass der Neubau überhaupt kommt und dass sich die Arbeitsbedingungen verbessern." Das sieht auch Jörg Volkhammer von der Gewerkschaft der Polizei Brandenburg so. "Die Arbeitsbedingungen in Falkensee sind katastrophal", sagte er, deshalb dränge die Gewerkschaft auf den Neubau. Ob hinter der Verschiebung politisches Kalkül liegt, um nach der Landtagswahl neu über den Wachenneubau zu entscheiden, vermag er nicht zu sagen. "An dem Standort Falkensee wird nicht gerüttelt", sagte Ingo Decker, Pressesprecher des Innenministeriums. Noch liefen Abstimmungen zwischen der BLB und der Polizei.

Von Oliver Fischer und Marlies Schnaibel

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