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Havelland Neue Schiedsfrau in Ketzin/Havel
Lokales Havelland Neue Schiedsfrau in Ketzin/Havel
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17:25 29.03.2015
Gabriele Bieber-Langenströher schlichtet Konflikte. Quelle: Jens Wegener
Ketzin/Havel

Einstimmig sprachen die Stadtverordneten der 64-jährigen Etzinerin Gabriele Bieber-Langenströher am Montagabend das Vertrauen aus. Sie ist die neue Schiedfrau für Ketzin/Havel und löst somit Robert Heller ab, der diese ehrenamtliche Funktion fast genau elf Jahre inne hatte.

Die in Nordrhein-Westfalen geborene und seit 15 Jahren in Etzin lebende Gabriele Bieber-Langenströher hat zwei Berufe gelernt: pharmazeutisch-technischer Assistentin und Kosmetikerin. Beide haben mit ihrer künftigen Arbeit als Schiedsfrau aber nichts zu tun. Trotzdem kann sie Erfahrungen aufweisen, die sie in dem Ehrenamt nutzen wird: "Ich war 20Jahre im Betriebsrat später Arbeitsrichterin und Vorsitzende des Vertrauensleuteausschusses bei einer Firma in Berlin. Das heißt, mit Kontrahenten umzugehen, gehörte zum Tagesgeschäft", so die engagierte Frau. Sogar in der Ketziner Kommunalpolitik ist Gabriele Bieber-Langenströher seit Beginn dieser Legislaturperiode als einzige grüne Abgeordnete vertreten.

Mehr oder weniger per Zufall habe sie sich als Schiedsfrau beworben. Die Stadt habe lange gesucht, aber so viele geeignete Bewerber wohl nicht gefunden. Als man mich angesprochen hat, musste ich nur kurz überlegen, bevor ich Ja gesagt habe", erinnerte sich Bieber-Langenströher.

Vor allem Nachbarschaftsstreitigkeiten sind es, die auf die Etzinerin zukommen werden. In den vergangenen elf Jahren hat Vorgänger Robert Heller im Schnitt drei bis vier Fälle auf dem Tisch gehabt. "80 bis 85 Prozent konnte ich lösen, ohne dass die Parteien vor Gericht gegangen sind", sagt Heller. Meistens stritten sich die Beteiligten über den Verlauf von Grundstücksgrenzen oder über Lärmbelästigungen. "Es gab auch einen Fall, da saßen die Leute Rücken an Rücken vor mir, wollten sich nicht mal ins Gesicht sehen. Dann habe ich die Akte geschlossen, weil es keinen Sinn machte", so Heller.

Schwer sei es ihm manchmal gefallen, eigene Emotionen zu verbergen. "Wenn man in den Unterlagen liest, dass sich Nachbarn nicht friedlich einigen können, ob die Hecke zu hoch gewachsen ist, dann fehlen mir die Worte. Trotzdem darf ich als Schiedsmann keine Wertungen abgeben und ich bin auch kein Richter, sondern Schlichter."

Selbst die Stadt Ketzin/Havel ist immer mal wieder in einen Schiedsfall verwickelt. "Derzeit läuft ein Streit zwischen der Kommune und einer Privatperson, in dem es um eine marode Mauer geht. Wenn die einstürzt, fällt sie womöglich auf das Gelände einer Kita", sagt Bürgermeister Bernd Lück. Es gehe aber auch andersrum, dass jemand die Stadt auffordert, Äste oder Bäume wegzunehmen, weil sie angeblich störten.

Was Robert Heller seiner Nachfolgerin neben einem guten Händchen wünscht ist eine angemessene Aufwandsentschädigung: "Oft muss man die Streitparteien zu Hause aufsuchen. Wenn man schon seine Freizeit kostenlos investiert, sollten wenigstens die Fahrtkosten abgedeckt werden."

Von Jens Wegener

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