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Havelland Neujahrsempfang mit 80 Gästen
Lokales Havelland Neujahrsempfang mit 80 Gästen
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16:01 19.03.2018
Stefan Schneider (re.) ehrte zehn Rhinower, die sich ehernamtlich um die Pflege des Lilienthalplatzes kümmern. Quelle: Norbert Stein
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Rhinow

Sie harken auf dem Lilienthalplatz das Laub zusammen, mähen den Rasen, pflanzen und wässern Blumen. Zehn Anwohner sorgen dafür, dass der Platz vor ihren Haustüren immer gepflegt ist. Geld bekommen sie dafür nicht. Die Anwohner kümmern sich um den Platz, damit Rhinow eine schöne Kleinstadt ist und bleibt.

Die Einsätze auf dem Lilienthalplatz haben die Helfer um Ingrid Lotto zu einer Gemeinschaft gefestigt, die auch nach getaner Arbeit noch gerne zusammenbleibt. Nicht selten trinken sie dann gemeinsam Sekt oder grillen Bratwurst und Steaks. „Sollte jemand über den Platz laufen, kann er damit rechen, dass in einem der Häuser ein Fenster aufgeht und er ermahnt wird, gefälligst den Gehweg zu nutzen“, sagte Bürgermeister Stefan Schneider am Freitagabend beim Rhinower Neujahrsempfang in der Gaststätte Moonlight. Der Lilienthalplatz ist für die Pflegetruppe aus den Anrainerhäusern so etwas wie ein „kommunales Patenkind“.

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Josephin Wilke (l.) und Sophie Wels begleiteten den Neujahrsempfang musikalisch. Quelle: Norbert Stein

Ehrungen für engagierte Bürger

Rund 80 Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem Vereinsleben der Kleinstadt vereinte der Neujahrsempfang. Auch der Pflegetrupp vom Lilienthalplatz war unter den Gästen und wurde für sein Engagement vom Bürgermeister mit einer Ehrenurkunde der Stadt, Blumen und 100 Euro ausgezeichnet. In Rhinow werde Ehrenamt gelebt und gepflegt, sagte der Bürgermeister und nannte Beispiele, wie den Heimatverein, die Sportler, Angler und Feuerwehrleute, den Förderverein der Kirche, die Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt und die Initiatoren für einen neuen Spielplatz auf dem Mühlenberg.

Damit den Vorsitzenden der Vereine nicht die Kraft ausgeht oder sie gar vom der Durst überwältigt werden, bedachte der Bürgermeister sie in Anerkennung ihrer Verdienste mit Schlackwürsten aus regionaler Produktion und etwas Flüssigem. Mit einer Ehrenurkunde der Stadt und einem Präsentkorb wurden sechs engagiere Einwohner geehrt (siehe Infokasten).

Josephin Wilke und Sophie Wels eröffneten mit „I see fire/Burn Mashup“ den Neujahrsempfang musikalisch und begleiteten mit weiteren Liedern den festlichen Abend. Pascal Lempe erfreute die Gäste mit dem Lied „800 Jahre Rhinow“ und spielte dazu auf der Gitarre.

Schulsportplatz soll 2018 saniert werden

Der Bürgermeister hielt sich mit seinen Ausführungen an die Worte Martin Luthers, der einmal gesagt haben soll: „Ihr könnt predigen, was ihr wollt, aber predigt nicht über 40 Minuten“.

Der Bürgermeister bei seiner Ansprache. Quelle: Norbert Stein

Dennoch gehörte auch in Rhinow ein Rückblick auf Geleistetes und ein Ausblick auf noch zu Schaffendes zum Neujahrsempfang. Die Stadt konnte 2017 in die Grundschule und die Kita insgesamt 275 000 Euro investieren, sagte der Bürgermeister. 180 000 Euro flossen in den letzten zwei Jahren in die Sanierung von Straßen und Wegen. Abgeschlossen wurde 2017 die Städtebausanierung, für die in der Endabrechnung Investitionen von insgesamt 6,8 Millionen Euro stehen.

Die Sanierung des Schulsportplatzes nannte Schneider als wichtiges Vorhaben für 2018 und kam dann noch einmal auf eine Rhinower Tugend zu sprechen. „Eine Stadt besteht nicht nur aus Steinen auf dem Marktplatz. Eine Stadt besteht vor allem aus dem guten Miteinander seiner Menschen“. Mit dem Blick nach Berlin, wo es immer noch nicht gelungen ist, eine Bundesregierung zu bilden, sagte Amtsdirektor Jens Aasmann in einem Grußwort, dass Kommunalpolitik keine Koalitionsverhandlungen benötigt. Vor Ort würden die Probleme angepackt, so auch in Rhinow. Der Neujahrsempfang mit vielen Gesprächen in gemütlicher Runde wirkte dafür als Kraftspender.

Ehrungen für Ehrenamtliche

Für ihre Arbeit an der Spitze örtlicher Verein wurden geehrt: Ringo Wegner (Heimatverein), Mike Torno ( Förderverein Feuerwehr), Uwe Albrecht (Sportverein), Michael Faderl (Anglerverein), Hardy Enseleit (Pfarrer).

Mit einer Ehrenurkunde der Stadt wurden ausgezeichnet: Monika Hirschfeld, Mario Petras, Marcel Peter, René Lienig, Jürgen Schindler-Clausner, Helga Schmidt.

Ehrenurkunden erhielten außerdem zehn Einwohner für die gemeinsame Pflege des Lilienthalplatzes.

Von Norbert Stein

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