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Havelland Angst vor hohem Grundwasserspiegel in Rathenow
Lokales Havelland Angst vor hohem Grundwasserspiegel in Rathenow
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21:26 07.03.2018
Rolf Ursinus und Uwe Berner von der BI Grundwasser vor dem zugewucherten Klusgraben. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Wenn Warnungen ungehört verhallen, dann baut sich bei jenen, die gewarnt haben, Frust auf. Rolf Ursinus und Uwe Berner von der Bürgerinitiative Grundwasser sind anständig genug, diesen Frust nicht unkontrolliert herauszulassen. Doch wenn man mit ihnen redet, spürt man eine unterschwellige Wut. „Unsere Hinweise werden systematisch ignoriert“, sagt Rolf Ursinus. „Es ist, als würde man gegen eine Wand rennen.“

Die Warnungen der beiden Männer beziehen sich auf die Wasserpegel im Osten der Stadt Rathenow. Bereits Ende August hatten Ursinus und Berner bei einem Ortstermin am Klusgraben darauf hingewiesen, dass die ergiebigen Niederschläge im Sommer für Hausbesitzer in den östlichen Rathenower Stadtteilen zum Problem werden könnten. „Wenn der Grundwasserpegel in Rathenow um 40 Zentimeter steigt, laufen in der Waldsiedlung die ersten Keller voll“, so die Prognose vor drei Monaten.

Seitdem hat sich die Lage weiter zugespitzt. Momentan fehlen noch 20 Zentimeter, bis das Grundwasser in die ersten Häuser drückt. Und ein Blick auf die Niederschlagsstatistik des Jahres trägt nicht zur Beruhigung bei. Das Jahr ist noch nicht zu Ende, und doch sind nach Auskunft Berners bereits 200 Liter mehr Niederschlag pro Quadratmeter gefallen als in einem durchschnittlichen Jahr. „Wenn das so weiter geht, dauert es nicht mehr lange, bis der kritische Punkt erreicht ist.“

Bei einer Tour durch das Rodewaldsche Luch fällt sofort auf, dass eine Menge Wasser im Wald steht. Dieses Wasser müsste schnell abgeführt werden. Ansonsten versickert es und drängt unterirdisch auf die Stadt zu. „Nur wenn wir das Oberflächenwasser kontrolliert abführen, können wir den Grundwasserpegel entlasten“, erklären die beiden Männer unisono.

Ein kontrollierter Abfluss des Oberflächenwassers kann indes nur über ein funktionsfähiges Grabensystem ermöglicht werden. Ein einziger Blick auf den Klusgraben, der vom Rodewaldschen Luch zum Wolzensee führt, genügt um zu begreifen, dass dieser Graben seiner Aufgabe, Oberflächenwasser aus den feuchten Gebieten zwischen Rathenow und Bamme abzuführen, nicht gerecht werden kann. So hoch ist das Kraut gewachsen, dass man den Grabenverlauf kaum noch erkennen kann. „Der Graben wurde seit über 20 Jahren nicht mehr gepflegt“, sagt Berner. „In diesem Zustand ist er völlig nutzlos.“

Weil das Problem offenkundig ist, hat die Stadt Rathenow Anträge beim Kreis auf eine Grundreinigung des Grabens gestellt. Die Antwort ist ein Beispiel dafür, wie man eine Sache blockieren kann, ohne das offen zu formulieren. Ja, der Graben dürfe gereinigt werden, so lautet sinngemäß die Antwort der zuständigen Naturschutzbehörde. Allerdings dürfe in dem natursensiblen Gelände nicht mit technischem Gerät gearbeitet, sondern nur manuell gereinigt werden.

„Damit ist die Sache gegessen“, sagt Rolf Ursinus. Nach 20 Jahren Untätigkeit werde man ohne die entsprechende Technik bei dem Graben nicht viel erreichen. Außerdem sei es illusorisch zu glauben, der zuständige Wasser- und Bodenverband werde das Personal für eine manuelle Reinigung des 1,5 Kilometer langen Wasserlaufs bereitstellen können.

Also bleibt alles, wie es ist. Rolf Ursinus und Uwe Berner, die nach den verheerenden Grundwasserflutungen im Winter 2010/11 aktiv sind, um eine Wiederholung der damaligen Ereignisse zu verhindern, müssen nun mitansehen, wie alles wieder darauf zuläuft. „Das einzige was uns retten kann, ist ein trockener Winter“, sagen die beiden Männer. Aber danach sieht es momentan nicht aus.

Von Markus Kniebeler

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