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Havelland Nymphensee ganz in Gemeindehand
Lokales Havelland Nymphensee ganz in Gemeindehand
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07:56 17.07.2014
Der Nymphensee in Brieselang ist ein beliebtes Badegewässer. Quelle: Konrad Radon
Havelland

Ein Sturm der Begeisterung brach bei Wilhelm Garn nicht aus, als der Brieselanger Bürgermeister erfuhr: Die Gemeinde bekommt ein Geschenk. Immerhin ist dieses Geschenk groß – fast 1,9 Hektar. Gemeint ist ein Teilstück des Nymphensees. Besagte Fläche, die zum Teil Wasser, zum Teil einen Uferbereich umfasst, wird das Land Brandenburg in den nächsten Wochen unentgeltlich an die Kommune übertragen. „Das freut uns natürlich, auch wenn wir noch nichts schriftlich haben und nicht genau wissen, welche Nebenkosten auf Brieselang zukommen“, sagte Wilhelm Garn. „Aber die Gemeinde ist dann der Eigentümer des gesamten Sees.“ An der derzeitigen Nutzung als Badesee und Angelgewässer werde sich nichts ändern. Die Gemeinde hat das Areal an einen Betreiber verpachtet.

An der Nutzung des Nymphensees ändert sich nichts

Den Verkauf an Privateigentümer zu verhindern und einen öffentlichen Zugang zu den Gewässern zu erhalten, war die Absicht des Landes Brandenburg, als man sich im Jahr 2012 mit der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH (BVVG) auf die Übernahme von zunächst 65 Seen einigte. 3,74 Millionen Euro musste das Land dafür hinblättern. 46 Seen sollen ins Eigentum der Kommunen übergehen (bei den ersten wurde dieser Schritt vor wenigen Tagen vollzogen). 19 bleiben wegen ihrer Bedeutung für den Natur- und Gewässerschutz in der Zuständigkeit der Landesnaturschutzflächenverwaltung (13) und der Landesforstverwaltung (6). Dazu gehören im Landkreis Havelland der Groß-Behnitzer (26,8Hektar) und der Klein-Behnitzer See (35,4 Hektar).
Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann kann damit gut leben: „Wenn die Angler dort weiter agieren und die Leute am und um den See spazieren gehen können, ist alles in Ordnung. Man darf nicht vergessen, dass der Eigentümer eines solchen Gewässers auch Unterhaltspflichten hat.“ Der Groß-Behnitzer und der Klein-Behnitzer See mussten Ende der 90er-Jahre mit enormem Aufwand mit Sauerstoff versorgt werden, weil sie stark verschlammt waren.

46 Seen sollen ins Eigentum der Kommunen übergehen

Die knapp zwei Hektar des Nymphensees sowie die Erdelöcher bei Falkenrehde (30,7 Hektar) und Zachow (14,6 Hektar) und die Lötzkaveln (wassergefüllte Tongruben) in Wachow (6,2 Hektar) sind Bestandteil des zweiten Gewässerpaketes, für das die Landesregierung jetzt grünes Licht gegeben hat. Wenn die Vereinbarung zwischen Finanzministerium und BVVG zustande kommt, übernimmt das Land weitere 51 Gewässer und teilweise Uferstreifen mit einer Gesamtfläche von 820,51 Hektar. Dafür werden nochmal 1,72 Millionen Euro fällig.

Finanzminister Christian Görke (Linke) sieht die Sache mit einem weinenden und einem lachenden Auge: „Ich halte es für problematisch, dass der Bund für Seen, die vormals dem Volksvermögen der DDR zugeordnet waren und weiterhin in der öffentlichen Hand verbleiben, einen Verkaufserlös erzielen will.“ Andererseits sei es richtig, als Land die Seen zu sichern, „um damit eine Privatisierung zu verhindern“.

Eine Privatisierung soll verhindert werden

Wie aus dem Finanzministerium auf Anfrage zu erfahren war, fällt für die Kommunen bei der Übertragung der Gewässer lediglich die Grunderwerbssteuer an, so Pressesprecherin Ingrid Matern. Wann genau die Stadt Nauen, die Gemeinde Brieselang und die Stadt Ketzin/Havel die neuen Eigentümer besagter Wasserflächen werden, konnte sie nicht sagen. Unter anderem müssten die jeweiligen Kommunen einen Grundsatzbeschluss zur Übernahme fassen.

Eile gebe es aus Sicht von Ketziner Bürgermeister Bernd Lück nicht, denn die Paretzer Erdelöcher in der Gemarkung Falkenrehde und Zachow würden sowie touristisch keine Rolle spielen. „Ich glaube dort kann man angeln und baden“, so das Stadtoberhaupt. So ähnlich verhalte es sich bei den Lötzkaveln. „Was den Erholungsfaktor angeht, spielen die keine Rolle“, so Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann. Einen höheren Stellenwert nehme dagegen die landwirtschaftliche Nutzung ein.

Seenpakete und Vorgeschichte

Nach Protesten aus den neuen Bundesländern, insbesondere Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, erklärte sich die BVVG im August 2009 bereit, die weitere Privatisierung von Seen aus dem Treuhandvermögen vorerst einzustellen und Verhandlungen mit den Ländern aufzunehmen.
Erstes Seenpaket: Im August 2012 einigte sich das Land Brandenburg mit der BVVG auf die Übernahme von 65 Seen zu einem Betrag von insgesamt 3,74 Millionen Euro, Ende Januar 2013 stimmte die Landesregierung der Übernahme zu. Insgesamt umfasst das Paket 3135 Hektar Wasserfläche nebst angrenzenden Uferflächen verschiedener Nutzungsarten.
Zweites Seenpaket: Dazu gehören insgesamt 51 Gewässer und teilweise Gewässerrandstreifen mit einer Gesamtfläche von 820,51 Hektar. Das Land zahlt dafür einen Ausgleichsbetrag von 1,72 Millionen Euro.
Drittes Seenpaket: Das Land verhandelt mit der BVVG über weitere Seen, die kleiner als fünf Hektar, aber größer als ein Hektar sind.
Viertes Seenpaket: Mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben laufen Gespräche zur Übernahme weiterer Gewässer.

Von Jens Wegener

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