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Havelland Öko-Strom für über 4000 Haushalte
Lokales Havelland Öko-Strom für über 4000 Haushalte
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09:04 11.02.2015
Der Windpark bei Möthlitz ist im Juli 2012 offiziell in Betrieb genommen worden.
Der Windpark bei Möthlitz ist im Juli 2012 offiziell in Betrieb genommen worden. Quelle: B. Geske
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Möthlitz

Deren Rotoren reichen bis zu 150 Meter hoch in den Himmel. Auf Nachfrage dieser Zeitung hat die EBL zusammengestellt, wie die Bilanz des Windparks bislang ausgefallen ist.

In den Jahren 2013 und 2014, hat EBL-Prokurist Sandro Felice mitgeteilt, habe der Energieertrag des Windparks Möthlitz bei jeweils rund 19 Millionen Kilowattstunden (kWh) gelegen. Das entspreche dem durchschnittlichen jährlichen Verbrauch von über 4000 Haushalten, erklärte er. Hierzu muss angemerkt werden, dass EBL ein wenig tiefgestapelt hat.

Denn wenn man einen durchaus denkbaren durchschnittlichen Stromverbrauch von 4000 kWh pro Haushalt im Jahr ansetzt, ließen sich sogar fast 5000 Haushalte (im Beispiel genau 4750) versorgen.

Die bisherigen Energieerträge des Möthlitzer Parks werden von EBL als „unterdurchschnittlich“ bewertet. Das sei gegenwärtig überwiegend in ganz Deutschland so. „Langfristig erwarten wir rund 10 bis 15 Prozent mehr Energieerträge“, teilt Sandro Felice mit. Die Abweichung liege bislang jedoch in dem für Windparks zu erwartenden Bereich.

Der Windpark Möthlitz mit seiner Gesamtleistung von zehn MW ist der einzige, den EBL im Land Brandenburg betreibt. Über die Kooperation „Helvetic Wind“ ist die Genossenschaft noch an fünf weiteren Windparks in Deutschland und einem in Italien mit 10,9 Prozent beteiligt. Die Gesamtleistung dieser Parks liegt bei 118 MW.

Klage gegen Windplan

Die Gemeindevertreter von Milower Land beschließen wahrscheinlich am 25. Februar, gegen den Regionalplan Havelland-Fläming zu klagen. Dieser Plan weist im Milower Land ein 640Hektar großes Windeignungsgebiet aus, das die Gemeinde nicht will.

„EBL ist eine Genossenschaft mit dem Ziel“, erklärt Sandro Felice, „ihre Kunden ausschließlich mit erneuerbarer Energie zu versorgen.“ So wie Deutschland auch habe die Schweiz entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen. Für die Genossenschaft sei klar, dass der (relativ hohe) Anteil von 40 Prozent Nuklearstrom in der Schweiz nicht ausschließlich mit erneuerbaren Kraftwerken allein in diesem Land ersetzt werden könne.

Europa müsse in der Stromproduktion zusammenarbeiten. EBL habe sich für Deutschland entschieden, weil es ein stabiles Land sei, das sehr viel Erfahrung mit Windkraft habe. Mit Schweiz Strom (www.schweizstrom.de) versorge EBL zudem bereits „einige zehntausend deutsche Kunden“ mit ökologischem Strom.

Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, hat darauf hingewiesen, dass EBL auch als Sponsor Vereine der Region fördert. Sandro Felice hat bestätigt, dass die angrenzenden Dörfer Möthlitz und Nitzahn unterstützt worden sind. EBL habe Geld für das Möthlitzer Dorffest und das Fußballturnier von Nitzahn gegeben. Als Genossenschaft habe EBL das Ziel, ökologisch, ökonomisch und auch sozial nachhaltig zu sein.

Wie zu erfahren war, ist der Windpark Möthlitz dort bislang der erste und einzige, der sich im Besitz von EBL befindet und von der Genossenschaft betrieben wird. „Daher ist die Identifikation mit dem Windpark bei uns sehr hoch“, betont Sandro Felice, „er genießt innerhalb der EBL einen besonderen Stellenwert.“ Man sehe die Investition bei Möthlitz nicht nur als Finanzanlage an, sondern habe ein effektives Interesse, die Stromversorgung für die Zukunft sicher und so verträglich wie möglich zu gestalten.

Von Bernd Geske

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