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Havelland Offizierskasino steht zum Verkauf
Lokales Havelland Offizierskasino steht zum Verkauf
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18:01 13.04.2018
Das Offizierscasino in Rathenow wird im Internet zum Verkauf angeboten. Ein Schnäppchen ist allerdings nicht.  Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

 Die Ruine des Offizierskasino steht offiziell zum Verkauf. Der Immobilienmakler Bodo Fischer bietet das Objekt seit letzter Woche auf der Internetplattform Immobilienscout24 für 265 000 Euro an. Inzwischen weist auch ein Aufsteller vor der Ruine auf den Verkauf hin. Wie Eigentümer Götz Freyberg auf MAZ-Anfrage am Dienstag bestätigte, sei er fest entschlossen, die Ruine zu veräußern.

„Seit Jahren hat jeder irgendwelche tollen Ideen zur Rettung dieses denkmalgeschützten Hauses, zum Teil sind es auch abstruse Vorstellungen, aber alle fordern nur und reden, keiner macht etwas“, ärgert sich Freyberg. Er selbst hatte von Anfang an klar gemacht, dass er weder bereit noch in der Lage sei das Casino denkmalschutzgerecht zu sanieren.

Immer wieder, sagt Freyberg, sei er am Telefon und in Foren beschimpft worden, weil sich an der Ruine, die für viele Rathenower ein Schandfleck ist, nichts tat. „Ich habe es satt. Jetzt gibt es für alle, die der Meinung sind, man könne das Kasino einer neuen Bestimmung zuführen, die Möglichkeit es zu kaufen. Sie müssen mir nur ein Angebot machen“, so Freyberg. Im Rathaus reagiert man derweil überrascht auf diese Nachricht.

Es gibt bereits Kaufinteressenten

„Der Preis ist schockierend und schlichtweg nicht nachvollziehbar“, erklärt Reiner Schirrmacher, der sich in der Verwaltung um Kommunale Liegenschaften kümmert. Die Stadt hatte in den letzten Jahren mehrfach deutlich gemacht, dass sie nicht die Mittel hat, um die Ruine zu sanieren. „Weil wir nicht in der Lage sind, in das Objekt zu investieren, hatten wir gehofft, ein privater Investor könne es retten. Davon gehen wir nach wie vor aus. Mit der nun genannten Preisvorstellung wird man allerdings kaum einen Käufer finden“, meint Reiner Schirrmacher.

Ähnlich sieht das der Vorsitzende des Rathenower Finanzausschusses, Corrado Gursch (CDU): „Für diesen Preis wird es niemand kaufen. Die Konsequenz wird sein, dass das Gebäude weiter verfällt. Der Inhaber verhindert so eine Sanierung.“ Gursch hatte sich gemeinsam mit weiteren Abgeordneten mehrfach für den Erhalt des Offizierscasinos stark gemacht und auch Kontakt mit Freyberg aufgenommen. Zum Ziel führten diese Gespräche aber nicht.

Weitaus optimistischer äußert sich Immobilienmakler Bodo Fischer zu einem möglichen Verkauf: „Wir sind bereits mit mehreren Interessenten im Gespräch. Am Ende wird der Markt zeigen, was das Objekt wert ist.“

In der Anzeige wird mit Landkreisgebäude geworben

Angesichts der Tatsache, dass für das knapp 1700 Quadratmeter große Grundstück samt Ruine bei einer Versteigerung im Dezember 2012 nicht einmal das Mindestgebot von 5500 Euro abgegeben wurde, dürfte es allerdings schwer werden, einen sechsstelligen Betrag zu erzielen.

Auch dass der Vorbesitzer das Objekt aufgegeben und für herrenlos erklärt hatte, spricht für einen geringen Wert. Freiwillig verzichtet niemand auf wertvolles Eigentum, ist sich Reiner Schirrmacher sicher.

Zudem steht das Gebäude nach wie vor unter Denkmalschutz, wie Bianca Lange von der Pressestelle des Landkreises Havelland bestätigt. Der Landkreis will sich nun mit Bodo Fischer in Verbindung setzen und ihn auf die „irreführende Illustration der Anzeige“ hinweisen. Dort wird mit einem Foto des Landkreisgebäudes für den Verkauf geworben.

Derweil befürchten Reiner Schirrmacher und Corrado Gursch, dass das Trauerspiel noch eine ganze Weile fortgesetzt wird.

Von Christin Schmidt

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