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Havelland Osthavelland zieht gestärkt in neuen Landtag ein
Lokales Havelland Osthavelland zieht gestärkt in neuen Landtag ein
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14:41 05.09.2019
In Ketzin/Havel konnte Johannes Funke seinen Vorsprung ausbauen. Quelle: Foto: Jens Wegener
Nauen

Gleich vier Havelländer hatten am Sonntagabend allen Grund zur Freude. Johannes Funke (für die SPD), Petra Budke (Grüne), Andrea Johlige (Linke) und Lena Duggen (AfD) werden das Havelland künftig im Potsdamer Landtag vertreten. Budke, Johlige und Duggen ziehen über die Landeslisten ihrer Parteien ein, Funke holte für die SPD das wichtige Direktmandat im Wahlkreis 5. Dabei hätte das Ergebnis kaum knapper ausfallen können.

Knappes Rennen zwischen Funke und Kaufner

Nur 97 Stimmen trennten die beiden Direktkandidaten für die Landtagswahl Dominik Kaufner (AfD) und Johannes Funke, der für die SPD antrat. Letzterer konnte sich schließlich durchsetzen und mit 25,3 Prozent den Kampf um das Direktmandat für sich entscheiden. Bis zum Schluss war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. „Das Gesamtergebnis für die SPD und die deutlich bessere Wahlbeteiligung waren für mich eine riesengroße Erleichterung. Das steht für mich absolut im Vordergrund“, sagte Johannes Funke nach der Wahl. Auf Funke entfallen nach dem vorläufigen Endergebnis 6949 Stimmen.

Johannes Funke gewann das Direktmandat in Wahlkreis 5. Quelle: Jens Wegener

Der 49-Jährige ist seit 2014 Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland und konnte vor allem in Ketzin und dem Amt Friesack seinen Vorsprung ausbauen. In Ketzin holte Funke 30,7 Prozent und lag somit 405 Stimmen vor seinem Kontrahenten von der AfD, der dort nur 18,8 Prozent erreichte. In Nauen, Brieselang und Wustermark stimmten die Wähler mit knappem Vorsprung für Kaufner. Letztlich konnte Johannes Funke das Rennen aber für sich entscheiden. „Ohne meine Bauern wäre die Wahl nicht so gelaufen. Das gehört zur ersten Bewertung dazu“, betonte Funke.

Dominik Kaufner sieht sich dennoch nicht als Verlierer. „Ich denke, wir haben landesweit und auch in meinem Wahlkreis ein sensationelles Ergebnis erzielt. Nur 97 Stimmen Abstand zum Bewerber der SPD. Dafür, dass die SPD diesen zuvor mehrmals für sich entscheiden konnte, ist das ein Erfolg“, erklärte der Gymnasiallehrer aus Dallgow-Döberitz am Tag nach der Wahl. Für Kaufner stimmten 6852 Wähler.

Petra Budke (Grüne) zieht über Listenplatz 5 in den Landtag ein. Quelle: Danilo Hafer

Petra Budke (Grüne) und Andrea Johlige (Linke) hatten sich ebenfalls um das Direktmandat beworben. Für den Sieg hatte es dann aber nicht gereicht. Budke schaffte es auf Platz 4, gefolgt von Johlige. Insgesamt traten sieben Kandidaten an.

AfD-Ergebnis „besorgniserregend“

„Ich freue mich über dieses sehr schöne Ergebnis und das mir geschenkte Vertrauen“, so Budke. Die Landeschefin der Grünen konnte 3240 Stimmen auf sich vereinigen. Gleichzeitig sei es besorgniserregend, dass fast ein Fünftel der Menschen mit der AfD eine Partei wähle, die in Brandenburg dem Flügel angehöre, der vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet wird. Budke und Johlige sind sich einig, dass es nun an den demokratischen Parteien liegt, das Vertrauen in die Demokratie und die Politik zurückgewinnen.

Andrea Johlige (Linke) schafft ebenfalls den Sprung in den Landtag. Quelle: Vivien Tharun

Andrea Johlige holte entgegen des Gesamttrends der Linken bei dieser Wahl mehr Erststimmen als Zweitstimmen. „Bei der vergangenen Wahl war es noch anders herum, somit bin in diesem Punkt dennoch zufrieden, auch wenn das Gesamtergebnis katastrophal ist“, so Johlige. 2843 Wähler stimmten für sie.

Trotz Wahlniederlage zeigte sich auch Direktkandidat Marcus Welzel (CDU) erleichtert, dass es für den AfD-Kandidaten nicht gereicht hat. „Ich freue mich sehr für Johannes Funke, mit dem ich inzwischen gut befreundet bin“, so Welzel. Der Ketziner schaffte es am Wahlsonntag auf Platz 3. Für ihn stimmten 4448 Havelländer.

FDP-Kandidat zeigt sich enttäuscht

Etwas enttäuscht zeigte sich derweil Volkmar Richter (FDP), der mit 3,8 Prozent (1034 Stimmen) das schlechteste Ergebnis aller Direktkandidaten im Wahlkreis holte. „Wir müssen uns beim nächsten Mal wohl noch mehr Mühe geben. Unsere Themen sind alle wichtig, dennoch konnten wir nicht überzeugen“, so Richter. Auf dem vorletzten Platz lag Christian Ehrecke (BVB/Freie Wähler) mit 7,7 Prozent (2114 Stimmen).

Lena Duggen zieht über die Liste der AfD in den Landtag ein. Quelle: Privat/AfD Brandenburg

Aus dem Havelland in den Landtag schaffte es auch Lena Duggen (AfD) aus Dallgow-Döberitz. Die 31-Jährige trat nicht als Direktkandidatin an, zieht aber über Listenplatz 7 ihrer Partei ebenfalls in den Landtag ein.

Aus Wahlkreis 6 ziehen die Falkenseerinnen Barbara Richtsein (CDU) per Direktmandat und Ursula Nonnemacher (Grüne) per Listenplatz 1 ein.

Von Danilo Hafer

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