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Havelland Parksituation am Bahnhof angespannt
Lokales Havelland Parksituation am Bahnhof angespannt
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18:07 05.02.2017
Auf der Nordseite des Rathenower Bahnhof kann es passieren, dass man auf den ausgewiesenen Parkflächen keinen einzigen Stellplatz findet.
Auf der Nordseite des Rathenower Bahnhof kann es passieren, dass man auf den ausgewiesenen Parkflächen keinen einzigen Stellplatz findet. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Pendler, die allmorgendlich von Rathenow mit dem Zug Richtung Berlin oder Brandenburg fahren, haben schon die erste Bewährungsprobe zu bestehen, bevor sie überhaupt am Bahnsteig angelangt sind – die Parkplatzsuche. Vor allem auf der Nordseite des Bahnhofs rund um den Dunckerplatz ist die Suche nach einem freien Stellplatz eine Herausforderung. Und der 2009 eingeweihte Parkplatz auf der Südseite des Bahnhofs ist – wenn nicht gerade Ferien sind – auch gut belegt.

Was jeder, der mit dem Auto zum Bahnhof kommt, schon am eigenen Leib erlebt hat, ist nun von der Rathenower Stadtverwaltung mit Zahlen unterlegt worden. Vom 3. bis zum 25. November des vergangenen Jahres wurden wochentags zwischen 9 und 10 Uhr die abgestellten Fahrzeuge gezählt. Alexander Goldmann, Leiter des Rathenower Wirtschaftsamtes, präsentierte den Mitglieder des Wirtschaftsausschusses jüngst die Ergebnisse. Und die überraschten niemanden: Die Auslastung der Parkplätze liegt auf der Nordseite des Bahnhofs konstant bei weit über 90 Prozent. An vielen Tagen war von den insgesamt 205 ausgewiesenen Stellplätzen tatsächlich kein einziger mehr frei. Und auch auf dem Parkplatz am Birkenweg, der Platz für 157 Autos bietet, waren im Schnitt 85 Prozent der Fläche belegt. Weil es dort oft voll ist, stellen viele Pendler ihre Autos auf der unbefestigten Fläche ab, die westlich an den Parkplatz angrenzt. Dieses Areal war 2015 für Buga-Besucher als Parkplatz ausgewiesen worden.

Bei diesem und den umliegenden Grundstücken, auf denen einst das Betonwerk stand, handelt es sich Goldmann zufolge um Gewerbeflächen, welche die Stadt als solche vermarkten will. Offizielle Stellplätze sind das also nicht. Allerdings duldet die Stadt das „wilde“ Parken. „Wir werden niemanden bestrafen, der sein Auto dort abstellt“, sagt Goldmann. Wer dort parke, tue dies aber auf eigene Gefahr.

Auf der unbefestigten Fläche neben dem Parkplatz wird wild geparkt. Die Stadt duldet das. Quelle: Markus Kniebeler

Auf längere Sicht soll es nicht bei dem Provisorium bleiben. „Rathenow ist eine Pendlerstadt, und daran soll und wird sich so schnell nichts ändern“, so Goldmann. Deshalb sei es im Interesse aller, genügend Stellplätze in Bahnhofsnähe vorzuhalten. Allerdings seien auf der Nordseite des Bahnhofs die Möglichkeiten erschöpft. Lediglich der alte Güterbahnhof an der Verladestraße sei eine Option. Allerdings gehöre dieser der Bahn und stehe unter Denkmalschutz. Ein Abriss des alten Gebäudes, um Platz für weitere Stellplätze zu schaffen, sei also illusorisch. Auf der Südseite des Bahnhofs gibt es dagegen noch Platz. Die ehemaligen Betonwerk-Grundstücke will die Stadt, wie erwähnt, gewerblich vermarkten. Aber die Umnutzung der Gartensparte im Birkenweg westlich des Bahnhofstunneleingangs ist nach Goldmanns Auskunft „perspektivisch denkbar und sinnvoll“. Diese Fläche liege nah am Bahnhof und sei mit vertretbarem Aufwand in einen Parkplatz umzuwandeln. Einen genauen Termin für diese Operation nannte Goldmann nicht.

Von Markus Kniebeler