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Havelland Paulus von Rotenaw macht Geschichte lebendig
Lokales Havelland Paulus von Rotenaw macht Geschichte lebendig
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17:06 10.04.2015
Zur Premiere der historischen Stadtführung durch die Alt- und Neustadt am Donnerstagabend musizierte Familie Zimmermann am Kirchberg. Quelle: C. Schmidt
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Rathenow

Nein, wir schreiben nicht das Jahr 1466 als Rathenow noch Rotenaw hieß. Es ist der 9. April 2015 und Paulus von Rotenaw alias Dirk Zimmermann führt den Vorstand des Tourismusvereins Westhavelland sowie seine eigene Familie auf mittelalterlichen Spuren durch seine Heimatstadt.

Für den Hobbymusiker war es eine Premiere. Vor Wochen wandte er sich mit der Idee, historische Stadtführungen anzubieten an den Tourismusverein. „Damit rannte er bei uns natürlich offene Türen ein“, erklärte Vorstandsmitglied Ingo Möhring. Er war am Donnerstag genau wie Paulus und alle anderen Teilnehmer der Führung in historische Kleidung geschlüpft, und es dauerte nicht lange bis der lustige Trupp die Aufmerksamkeit von Autofahrern und Spaziergängern auf sich zog.

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Vom Freien Hof schlenderten sie um die Kirche, zum Platz der Jugend, zum Ziegelmeisterhäuschen am Stadtkanal und zum Schleusenplatz. Während alle anderen aufmerksam lauschten, spickte Paulus den Weg mit lustigen Anekdoten, historischen Fakten und griff immer wieder zur Laute, um mit einem achtstrophigen Lied zu unterhalten, das er eigens für die Führung geschrieben hatte.

Führungen buchen

Pünktlich zum Buga-Start bietet Dirk Zimmermann ab sofort historische Führungen durch Rathenow an.
Die Tour beginnt an der Touristen-Information am Freien Hof 5 und endet am Gasthaus zur Alten Schmiede.
Interessenten melden sich beim Tourismusverein Havelland.
Pro Person soll die Führung 12,50 Euro kosten.Tel. 03385/514991

Die Geschichte der optischen Industrie, die Erbauung der Alt- und der Neustadt, die Schlacht mit den Schweden, Albrecht der Bär, der große Kurfürst, Duncker und Architekt Haesler – Paulus hatte sich bestens vorbereitet. Er wusste zu berichten, dass die in Ketten gelegten Schweden am Kurfürstendenkmal zu DDR-Zeiten vorübergehend befreit worden waren – schließlich sollte kein Mensch unterdrückt werden. Auch von geheimen Gängen, die durch die Stadt führten und vom Hungerturm, der einst an der Wasserpforte stand, erzählte er.

„Ein paar Dinge habe ich aber vor lauter Aufregung vergessen“, gestand der Musikus nach der Führung. Eineinhalb Stunden hatte er eingeplant, eine fast zwei stündige Reise durch Rathenows Geschichte ist es am Ende geworden. Die kritischen Mitglieder des Tourismusvereins waren mit dem Probelauf zufrieden. Für die erste Führung eine ordentliche Leistung. „Mir fehlt nur noch ein bisschen die Routine“, so Paulus. Die dürfte sich aber sehr bald einstellen.

Von Christin Schmidt

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