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Havelland Pfarrer mit Herzblut dringend gesucht
Lokales Havelland Pfarrer mit Herzblut dringend gesucht
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17:00 27.03.2018
Bernd Forkert und André Barkowski rühren die Werbetrommel. Quelle: Laura Sander
Paaren im Glien

In gleißend helles Licht getaucht, ragt die 1886 erbaute Backsteinkirche imposant in den tiefschwarzen Nachthimmel. Spielend überragt sie sowohl das Paarener Gemeinschaftshaus als auch die angrenzenden Wohnhäuser. Alle 14 Tage findet in hier nach wie vor der sonntägliche Gottesdienst statt, einen eigenen Pfarrer jedoch hat das Dorf seit August nicht mehr.

Das Dorf ist super aufgestellt

Pfarrerin Katherina Plume nahm zu dieser Zeit eine Stelle als Religionslehrerin in Berlin an, die Pfarrstelle in Paaren ist seitdem vakant. „Zwei Mal hat der Kirchenkreis die Stelle bereits ausgeschrieben. Es hat sich niemand beworben“, sagt Ortsvorsteher André Barkowski. Und dabei habe das Dorf seinem Pfarrer in spe so einiges zu bieten. Und zwar mehr als nur die gute Anbindung an die Autobahn (A10). „In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben wir uns im Dorf super aufgestellt. Die nächste Generation ist in den Ortsbeirat und in den Gemeindekirchenrat eingezogen, der Zusammenhalt im Dorf ist groß“, so Barkowski. „Alles, was uns jetzt noch fehlt, ist ein eigener Pfarrer, der Lust hat, mit uns zusammen zu arbeiten und sich in die Gemeinschaft einzubringen“, sagt der Ortsvorsteher.

Die Paarener Kirche gibt, dank einige Leuchtstrahler, auch in der Nacht ein beeindruckendes Bild ab. Quelle: Laura Sander

Einziehen könne er sofort in das derzeit leer stehende und frisch sanierte Pfarrhaus, das mit sechs Zimmern sogar einer ganzen Familie Platz bieten könnte. „Außerdem gibt es einen großen Pfarrgarten, der gerne genutzt werden kann. Wir packen natürlich mit an, wenn unsere Hilfe gebraucht wird“, sagt auch Bernd Forkert, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. „Den Friedhof pflege ich jetzt schon ehrenamtlich, darum braucht sich unser Pfarrer oder eine neue Pfarrerin nicht zu kümmern“, so Forkert.

Vakanzvertretung

Pfarrer Immanuel Albroscheit, der derzeit die Vakanzvertretung für den Pfarrsprengel übernimmt, mache seine Aufgabe gut. Jedoch könne er neben seinen eigentlichen Aufgaben als Pfarrer in Bötzow, Wansdorf und Pausin nicht so für die rund 700 Gemeindeglieder in Paaren, Perwenitz, Börnicke-Kienberg und Grünefeld da sein, wie es ein eigener Pfarrer könnte. „Er hält den Gottesdienst ab, führt Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen durch. Der Konfirmandenunterricht findet in Bötzow statt, für die Christlehre kommt jemand aus Friesack extra nach Paaren“, sagt Bernd Forkert. Die Jugendarbeit wie auch die Angebote für die älteren Gemeindeglieder blieben so auf der Strecke und die Kirchenbänke am Sonntag oftmals unbesetzt. „Es hat abgenommen, aber das ist normal. Die Beteiligung hängt immer mit dem Pfarrer zusammen“, weiß Forkert. Gäbe es im Sprengel wieder ein Person, die sich den Menschen annimmt und sie zu verschiedensten Aktivitäten ermuntert, würde auch das Interesse steigen.

„Eine reine Absicherung reicht uns nicht“

„Die reine Absicherung des Gottesdienstes reicht uns als Gemeinde mit insgesamt 195 Gemeindegliedern nicht. Wir haben eine so bunte Vereinslandschaft, alle engagieren sich. Vor allem der Jugendarbeit und der Arbeit mit Senioren könnte sich unser neuer Pfarrer widmen“, sagt André Barkowski. „Die Menschen wünschen sich das und haben mich schon oft auf das Thema angesprochen. Das sieht man sehr gut am Frauenfrühstück, das auch ohne Frau Plume weiterhin einmal im Monat stattfindet und zur festen Institution geworden ist“, so der Ortsvorsteher, der sich sehr darüber freut, dass die vakante Stelle nun zum dritten Mal ausgeschrieben wird. „Vielleicht müsste man den Umkreis erweitern und auch in anderen Bundesländern ausschreiben, in denen noch mehr junge Leute Theologie studieren und einen engeren Bezug zur Kirche haben. Außerdem könnte man die Stelle gezielt in Berliner Unis aushängen, um die Erfolgschancen zu erhöhen“, so Barkowski. „Der jetzige Zustand ist hoffentlich nur temporär. Denn glücklich ist damit keiner – nicht das Dorf und auch nicht der Kirchenkreis.“

Das schönste Dorf in Brandenburg

Ein Pfarrer für Paaren im Glien - der Ort, der bislang dreimal Kreissieger beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ war und 1995 sogar zum schönsten Dorf in ganz Brandenburg gekürt wurde. Gepflegte Straßenzüge, eine intakte Gemeinschaft und ein reges Dorfleben werden in dem Schönwalder Ortsteil geboten. „Und Paaren wächst weiter. Viele Kinder, die mittlerweile erwachsen sind und selber Familien gründen wollen, möchten hier bleiben“, sagt André Barkowski, der regelmäßig Bauanfragen erhält. Das Neubaugebiet am Schmiedeweg könnte erweitert und die noch vorhandenen Baulücken geschlossen werden. „Wer sich für die Pfarrstelle interessiert, kann sich sicher sein, nicht so schnell ohne Gemeinde dazustehen“, so Bernd Forkert. Hinzu kämen noch die vielen außergewöhnlichen Aufgaben, die ein Pfarrer in dem kleinen Schönwalder Ortsteil zu erfüllen hätte. „Welcher Pfarrer führt schon Brala- oder Esel-Gottesdienste durch? In Paaren ist das durch den MAFZ-Erlebnispark ganz normal“, so Barkowski.

Von Laura Sander

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