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Havelland Planungspanne verzögert Schulneubau
Lokales Havelland Planungspanne verzögert Schulneubau
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16:21 23.02.2017
Der Flachbau aus den 1970er-Jahren soll einem Neubau weichen.
Der Flachbau aus den 1970er-Jahren soll einem Neubau weichen. Quelle: Marlies Schnaibel
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Dallgow-Döberitz

Die Dallgower Verwaltung macht weiterhin keine gute Figur, wenn es um die Erweiterung von Hort und Grundschule geht. Die für Mittwochabend geplanten Beschlüsse zu weiteren Planungsleistungen wurden von der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung genommen. „Es besteht noch Klärungsbedarf“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Peter Kristke.

Der Klärungsbedarf bezieht sich darauf, ob eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen nötig ist oder ob nach der vom Büro ASP Sellke und Partner vorgelegten Planung weitergearbeitet werden kann. Ein Anwalt soll das prüfen. „Das ist durch die gestiegene Planungsgröße nötig“, erklärte Kristke. Eine Erklärung, die Jörg Vahl von der CDU-Fraktion nicht ausreichte. „Ab Planungskosten von 209 000 Euro muss europaweit ausgeschrieben werden, das hätte man wissen müssen“, kritisierte er die Verwaltung, denn fast 300 000 Euro standen für Planung bereits im Plan. Die Beschlüsse hätten also so vom Bürgermeister gar nicht erst eingereicht werden dürfen.

Über die zeitlichen Auswirkungen dieser Prüfpanne konnte am Mittwoch keiner der Anwesenden Angaben machen. Eigentlich hatten die Dallgower gehofft, in den Sommerferien den Schul-Altbau aus den 1970er-Jahren abreißen zu können. Eigentlich hatten sie ja auch gedacht, bereits im Januar über die dringend notwendige Erweiterung von Hort und Schule beschließen zu können. Damals hatte aber die Verwaltung – entgegen der vorher gefassten Beschlüsse der Abgeordneten – eine Raumspar-Variante vorgelegt. Danach wären nicht genügend Klassenräume entstanden, um eine Doppelnutzung von Räumen für Unterricht und Hort vermeiden zu können. Im Januar war es deshalb zu mächtigen Turbulenzen in der Gemeindevertretersitzung und in folgenden Bürgerversammlungen gekommen. Vor allem Eltern machten lautstark auf die Misere aufmerksam. In der vergangenen Woche legte das Büro ASP dann einen Kompromiss vor, der genügend neue Räume schaffen könnte. Auf einer Sondersitzung aller Ausschüsse hatte sich die große Mehrheit der Abgeordneten für diesen Weg ausgesprochen.

Prinzipiell tat sie das am Mittwoch dieser Woche erneut. Die Dallgower Gemeindevertreter beschlossen einstimmig, dass ein dreigeschossiger Neubau an der Grundschule in der Steinschneiderstraße errichtet wird. Er soll etwa 21 Klassen- und Horträume aufweisen. Für 2018 sind dafür zusätzlich 1,3 Millionen Euro in den Haushalt einzustellen.

Bereits im Haushalt für das laufende Jahr sind 2,9 Millionen Euro für das Projekt eingeplant. Ob es aber, wie von Martin Sellke vorgestellt, umgesetzt wird oder ob nach einer Ausschreibung ein komplett neues Gebäude geplant werden muss – diese Frage konnte Peter Kristke Mittwoch nicht beantworten. Um das Vorhaben zügig umsetzen zu können, sollten deshalb allgemeine Planungsleistungen und Fachplanungen für verschiedene Gewerke ohne Ausschreibung beschlossen werden. Das wird nun nicht passieren.

Die Elternkonferenz der Grundschule hält dies für „sehr bedenklich“. Der grundsätzliche Beschluss zur Erweiterung der Schule sei „ein erster wichtiger Schritt“, sagte Andrea Lampe, Vorsitzende der Elternkonferenz. Allerdings war sie wie die anderen anwesenden Eltern am Mittwoch von der möglichen Ausschreibung und Verschiebung überrascht und enttäuscht worden. Andrea Lampe forderte „ein professionelles Maß an Gründlichkeit, das diesem Großprojekt angemessen ist“.

Von Marlies Schnaibel