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Premnitz Abriss des alten Gesundheitszentrums beginnt
Lokales Havelland Premnitz Abriss des alten Gesundheitszentrums beginnt
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16:30 17.06.2019
Die meisten Arbeiten finden derzeit noch auf dem Hofgelände statt.
Die meisten Arbeiten finden derzeit noch auf dem Hofgelände statt. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

 Von der Friedrich-Engels-Straße aus ist noch nicht viel von den Arbeiten zu sehen, der Abriss des alten Gesundheitszentrums hat aber trotzdem schon begonnen. Seit einigen Wochen deutet ein Bauzaun, der rund um das Grundstück errichtet wurde, auf das Vorhaben hin. Die meisten Arbeiten fanden bislang aber auf dem Hofgelände statt.

Mit der stattlichen Bausumme von 1,25 Milionen Euro ist dieses Projekt das bei weitem größte Bauvorhaben der Stadt in diesem Jahr. Es erscheint in der Prioritätenliste für 2019 nur deshalb nicht, weil es sich nicht um eine Investition, sondern um einen Abriss handelt.

Garagen Ende Juni weg

Der Rückbau soll folgendermaßen ablaufen, teilt die stellvertretende Bürgermeisterin Carola Kapitza mit: Zuerst werden die Garagen und die Waschrampe auf dem Hofgelände abgerissen. Danach soll der Rückbau der ehemaligen Apotheke direkt an der Straße erfolgen. Der Plan lautet, dass die Garagen bis Ende Juni verschwunden sein sollen und die Apotheke bis Ende Juli.

Sie beiden größten Brocken des Projektes sind indes der mächtige Bunker auf dem Gelände und das eigentliche, sechsgeschossige alte Gesundheitszentrum. Sie bilden die letzte Etappe der Abrissmaßnahmen. Der Plan ist so, dass das Gesundheitszentrum von oben bis unten eingerüstet werden muss. Innerhalb des großen Gebäudes fangen die ersten Entkernungstätigkeiten jetzt auch an.

Das alte Gesundheitszentrum von der Straße aus. Quelle: Bernd Geske

Der richtige Abriss des Sechsgeschossers darf aber nicht mit einem sonst in ähnlichen Fällen meist üblichen Bagger erfolgen. Weil all die unterschiedlichen Materialien des Gebäudes für die Entsorgung fein säuberlich getrennt werden müssen, darf der Rückbau nur von einem Gerüst aus vorgenommen werden. Die Fassadenverkleidung und die Wärmedämmung müssen beispielsweise vorsichtig abgenommen und die Fenster aufmerksam ausgebaut werden.

An der Friedrich-Engels-Straße in Premnitz wird also demnächst ein Baugerüst von einer Größe erreichtet, die man in der ganzen Region bislang selten gesehen hat. Der Plan geht davon aus, dass Bunker und Sechsgeschosser bis Ende November vom Erdboden verschwunden sind.

Wärmeleitung wird verlegt

Nicht zu vergessen ist, dass noch eine alte Fernwärmeleitung umverlegt werden muss, die jetzt noch über das Grundstück führt. In dieser Woche soll der Bau einer neuen Fernwärmeleitung beginnen, die außen am Rande um das Grundstück herum führt. Die neue Leitung wird in einer Tiefe von 2,40 Meter verlegt. Ist sie fertig, wird sie gleich in Betrieb genommen. Laut Plan soll es spätestens am 10. Juli so weit sein.

Allein für die neue Fernwärmeleitung sind Kosten von 260 000 Euro eingeplant. Die alte Leitung ist bereits vom Gesundheitszentrum abgetrennt worden. Sie bleibt noch ein paar Monate in der Erde liegen und wird am Ende der Abrissarbeiten heraus genommen.

Ein Teil des Stadtumbaus

Der Rückbau des Gesundheitszentrums ist eine Maßnahme des Stadtumbaus. Deshalb gilt für das Projekt eine Drittelfinanzerung. Jeweils ein Drittel der Kosten tragen der Bund und das Land durch Fördermittel. Das fehlende Drittel übernimmt die Stadt Premnitz mit Eigenmitteln.

Das alte Gesundheitszentrum spielt beim Premnitzer Stadtumbau eine Sonderrolle. Die zwei Drittel von Land und Bund werden genommen von Fördermitteln, die andere Kommunen des Landes nach Potsdam zurück gegeben haben, weil sie diese nicht ordnungsgemäß verwenden können. Meist fehlt der Eigenanteil. Im Oktober hatten die Premnitzer ihren ersehnten Förderbescheid erhalten.

1972 als Poliklinik eröffnet

Das jetzige alte Gesundheitszentrum war 1972 als neu gebaute Poliklinik des Chemiefaserwerkes eröffnet worden. Nach der Wende hat die Stadt die medizinische Einrichtung übernommen, indem dafür ein Gesundheitszentrum gegründet wurde. Weil die Einrichtung danach viele Jahre lang immer rote Zahlen schrieb, hatte sich die Stadt zu einer Änderung entschlossen. Ein privater Investor hat das neue Gesundheits- und Familienzentrum an der Gerhart-Hauptmann-Straße gebaut, das 2017 eröffnet wurde. Wenn das alte Gesundheitszentrum abgerissen ist, sollen auf der Fläche Wohnhäuser gebaut werden.

Von Bernd Geske