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Premnitz Anlaufstelle hilft in schwierigen Lebenslagen
Lokales Havelland Premnitz Anlaufstelle hilft in schwierigen Lebenslagen
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18:00 23.12.2019
Anträge schreiben, Formulare ausfüllen, andere Wünsche? Heidi Schneider kann immer helfen. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Viele Menschen würden dieses Jahr sicher mit mehr Sorgen dem Weihnachtsfest entgegen sehen, wenn es sie nicht geben würde: die Soziale Anlaufstelle in Premnitz. Und natürlich ist diese Einrichtung untrennbar mit dem langjährigen Wirken von Heidi Schneider verbunden.

Sie hilft den Menschen von Stadt und Umgebung in schwierigen Lebenslagen. Nicht selten haben diese Probleme mit Behörden, oft geht es um finanzielle Forderungen oder auch Gelder, die den Betroffenen zustehen. Formulare ausfüllen, Anträge schreiben, Widersprüche formulieren – das sind die häufigsten Tätigkeiten, mit denen Heidi Schneider den Leuten aus der Patsche hilft.

Die Soziale Anlaufstelle befindet sich im Haus 2 der Stadtverwaltung Premnitz. Quelle: Bernd Geske

„Viele Menschen denken ja, dass ich ihre Anliegen hier gleich bearbeite“, berichtet sie aus Erfahrung und erklärt: Sie könne aber nur dabei helfen, deren Anliegen sachlich und fachlich richtig auf den Weg zu bringen.

Bei den häufigsten Fragen geht es um Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Arbeitslosengeld 2 mit Bildung und Teilhabe, Hilfe bei Wohngeldanträgen, Schwerbehindertenausweise, Anerkennung von Pflegegraden, um Kindergeld, Kinderzuschlag und so weiter. Widersprüche sind zu schreiben bei unüberlegten Vertragsabschlüssen wegen Strom, Gas, Lotto und ähnlichem. Heidi Schneider hilft auch bei Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und der Anregung von Betreuungen. Und das ist immer noch nicht alles. Sie stellt auch die ersten Weichen, wenn jemand in Schulden versinkt.

Seit 2013 allein

Die Soziale Anlaufstelle in Premnitz gibt es jetzt genau zehn Jahre. Sie wurde einst geschaffen mit zwei Stellen über das Kommunal-Kombi-Programm, dann ging die Finanzierung weiter über das 100-Stellen-Programm. Seit 2013 macht Heidi Schneider die Arbeit allein.

Als dann 2015 die zuvor gewährten Fördermöglichkeiten nicht mehr zur Verfügung standen, fanden sich vier Partner zusammen, um den Weiterbestand zu sichern. Jeweils zu einem Viertel übernahmen die Stadt Premnitz, die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG), die Wohnungsbaugenossenschaft Premnitz (WBG) und die Stadtwerke Premnitz die Finanzierung der Stelle.

AFP-Geschäftsführer Mathias Hohmann Quelle: Bernd Geske

Eine Anlaufstelle dieser Art gibt es im ganzen Westhavelland nicht noch mal. Träger der Maßnahme ist die Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz (AFP). „Das ist eine der schönsten und nachhaltigsten Projektideen, die wir verwirklichen können“, sagt Mathias Hohmann, Geschäftsführer der AFP. Den Unternehmen werde geholfen und den betroffenen Menschen auch. „Unser Land stellt ja für Hilfebedürftige oft finanzielle Mittel zur Verfügung“, sagt der AFP-Chef, „aber nicht jeder ist dazu in der Lage, diese Gelder abzurufen.“ Bei den oftmals komplizierten Antragsverfahren stoße jeder an seine Grenzen. Genau dieses Problem löse das Projekt.

„Frau Schneider ist jemand, der auf Augenhöhe mit den Menschen spricht“, sagt Mathias Hohmann. Sie mache ihre Arbeit sehr einfühlsam, sei eine Vertrauensperson. Ein Glücksgriff für alle Beteiligten.

Im Falle der Sozialen Anlaufstelle sprechen sogar die Zahlen noch eine sehr eindeutige Sprache. War die Menge der dort bearbeiteten Anliegen in den Jahren 2016 bis 2018 von 682 über 727 auf 763 gestiegen, hat es in diesem Jahr erstmals seit längerer Zeit einen größeren Sprung gegeben. Für 2019 wird die Zahl von 880 bearbeiteten Anliegen in die Statistik eingehen. Die abschließende Zahl steht jetzt schon fest, weil Heidi Schneider nun im Urlaub ist. Ab 2. Januar 2020 ist sie wieder in ihrem Büro.

Soziale Anlaufstelle Premnitz

Im Dezember 2009 ist die Soziale Anlaufstelle in Premnitz eröffnet worden.

Sie befindet sich im Zimmer 11 des Hauses 2 der Stadtverwaltung Premnitz in der Liebigstraße 42.

Finanziert wird die Einrichtung zu je einem Viertel von der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft, der Wohnungsbaugenossenschaft Premnitz, von den Stadtwerken Premnitz und von der Stadtverwaltung.

Sprechzeiten: Montag, 9 bis 12 Uhr. Dienstag, 9 bis 12 Uhr, 13 bis 17 Uhr. Donnerstag, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr.

Kontakt: Telefon 03386/ 25 92 27, per E-Mail an kontakt@soziale-anlaufstelle.de

117 Fälle mehr. Schon im Mai habe sie gemerkt, dass die Zahl der Nachfragenden erheblich steigt, teilt Heidi Schneider mit. Der November sei in allen Jahren stets der Monat mit den meisten Anliegen gewesen, im Dezember sei immer weniger los.

Das Ausfüllen von Formularen liege ihr und das Formulieren von Widersprüchen falle ihr nicht schwer, gibt sie auf Nachfrage zu. Fast vollständig könne sie die vielen erforderlichen Formulare über das Internet aufrufen. Dass die Menge der bearbeiteten Anliegen so stark gewachsen ist, weil die Zeiten härter geworden sind, will Heidi Schneider nicht bestätigen. Es sei vielmehr so, dass immer mehr Leute von der Sozialen Anlaufstelle wissen und sie nutzen. Die Menge echter Härtefälle ist sogar geringer geworden als in früheren Jahren. Das dürfte wohl auch dem Wirken von Heidi Schneider zu verdanken sein.

Von Bernd Geske

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