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Premnitz BUND gegen zweite Verbrennungslinie
Lokales Havelland Premnitz BUND gegen zweite Verbrennungslinie
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17:08 24.07.2018
Die EEW Premnitz GmbH will an ihrer Müllverbrennungsanlage eine zweite Linie bauen. Quelle: EEW Premnitz GmbH
Premnitz

Der Landesverband Brandenburg des Naturschutzverbandes BUND hat sich ablehnend zum Plan geäußert, an der Müllverbrennungsanlage im Industriepark Premnitz eine zweite Verbrennungslinie zu bauen. Die Planungsunterlagen für das Projekt hatten unter anderem in Premnitz vom 6. Juni bis 5. Juli zur Einsicht für alle Interessierten ausgelegen. Wie es in der Fachsprache des Genehmigungsverfahrens heißt, hat der BUND Einwendungen erhoben.

Der BUND kritisiert, dass nach dem Bau der zweiten Linie die Verbrennungskapazität in Premnitz bei 420 000 Tonnen im Jahr liegen würde. Das gesamte Hausmüllaufkommen des Landes Brandenburg liege bei nur 340 000 Tonnen, teilt der Verband mit. Das bedeute, ein großer Teil des Mülls solle zur Verbrennung aus anderen Regionen nach Premnitz gebracht werden.

BUND: „Technik von gestern“

Müllverbrennungsanlagen sind eine Technik von gestern“, betont der BUND. Verbrannt werde wertstoffhaltiger Müll, der eigentlich recycelt werden könnte. Besser sei es daher, den eingesammelten Restmüll zu sortieren und damit die vorhandenen Wertstoffe heraus zu holen. Nach jetzigem Stand würden durch die Verbrennung insgesamt 120 000 Tonnen Asche im Jahr entstehen.

Die EEW Premnitz GmbH betreibt im Industriepark eine Rostfeuerungsanlage zur Hausmüllverbrennung mit einer Jahreskapazität von 150 000 Tonnen, die 2008 in Betrieb gegangen ist. Von Anfang an war baulich und technisch die Möglichkeit vorgesehen, durch eine zweite Verbrennungslinie die Kapazität auf 300 000 Tonnen zu verdoppeln.

Wirbelschicht schafft 120 000 Tonnen

Gegenwärtig betreibt das Unternehmen am Standort auch eine Wirbelschichtanlage zur Verbrennung von Ersatzbrennstoffen, die es vom insolventen Teppichrecyclingwerk „Polyamid 2000“ übernommen hat. Diese Anlage hat eine Kapazität von 120 000 Tonnen im Jahr.

EEW beschreibt den Bau der zweiten Hausmüllverbrennungslinie als eine Ersatzinvestition. Wenn die neu zu bauende zweite Linie fertig sei, solle sie die Wirbelschichtverbrennungsanlage ersetzen. Weil die Wirbelschicht anfällig und wartungsintensiv sei, solle sie nach dem Anfahren der zweiten Hausmülllinie außer Betrieb genommen werden. Wenn das so abläuft, würde die Gesamtkapazität der Müllverbrennung in Premnitz nicht bei 420 000 Tonnen im Jahr liegen, wie es der BUND mitgeteilt hat, sondern bei 300 000 Tonnen.

Wohnhäuser nur 400 Meter entfernt

Der BUND weist außerdem darauf hin, dass die nächstgelegene Wohnbebauung in Premnitz nur 400 Meter von der Anlage entfernt sei. Dort würden „zusätzlicher Lärm, Gestank, Keime, Staub und Schadstoffe“ entstehen. Betroffen sei auch die Niederung der Unteren Havel, die als Vogelschutzgebiet ausgewiesen und nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt sei.

EEW Premnitz hat als Investitionssumme für die zweite Verbrennungslinie 60 Millionen Euro genannt. Das würde das größte Projekt der letzten Jahre am Standort Premnitz sein. Als Zeitpunkt für die Fertigstellung wurde ursprünglich das Jahr 2020 ins Auge gefasst. Es wird aber wohl etwas später werden.

Wärmeleitung nach Brandenburg/Havel

Nicht zuletzt hat der BUND auch kritisiert, dass der Bau einer 20 Kilometer langen Fernwärmeleitung von Premnitz nach Brandenburg/Havel geplant wird. Dadurch würden Naturschutzgebiete zerschnitten. In der Tat gibt es ein Vorhaben der Stadtwerke Brandenburg, ihr eigenes Erdgas-Kraftwerk abzuschalten und die Wärme von Premnitz zu beziehen. Dort wird auch die Planung für die Fernwärmeleitung betrieben.

Wie es das Planverfahren für EEW Premnitz vorsieht, können bis 6. August Einwendungen gegen das Projekt schriftlich erhoben werden. Das Landesumweltamt hat zu den Ergebnissen für den 26. September in Premnitz einen Erörterungstermin in Aussicht gestellt.

Von Bernd Geske

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