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Premnitz Brand in Premnitz: Sanitäter fingen Kind mit Sprungtuch
Lokales Havelland Premnitz Brand in Premnitz: Sanitäter fingen Kind mit Sprungtuch
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17:05 19.12.2018
Die Matratze, die Anwohner zum Auffangen des Kindes geholt hatten, ist dann doch nicht verwendet worden. Quelle: Julian Stähle
Premnitz

Es gibt neue Erkenntnisse über den Brand in der Neuen Waldstraße von Premnitz am Montagabend. Augenzeugen berichten, was in den ersten Minuten nach Entdeckung des Brandes geschah.

Wie Wilfried Heiling, der in der Nähe des Brandortes wohnt, mitteilt, hatten er und seine Frau in ihrem Garten die Hilferufe des Mannes vom Fenster in der 4. Etage des Aufgangs Nr. 32 gehört. Das müsse kurz vor 17.30 Uhr gewesen sein, sagt Heiling. In der Aufregung habe niemand genau auf die Uhr gesehen. „Hilfe, es brennt!“, sei gerufen worden.

Notruf war zunächst besetzt

„Das ist kein Spaß! Ich komme hier nicht raus!“ Er er und dann seine Frau hätten sofort die bekannten Notrufnummern angerufen, sagt Wilfried Heiling. Doch seien sie zunächst nicht durchgekommen, weil alle Anschlüsse besetzt waren. Ungefähr zur gleichen Zeit hatte es auf der B 102 in Rathenow-Süd einen schweren Verkehrsunfall gegeben.

Bei einem Wohnungsbrand in der Neuen Waldstraße von Premnitz konnten ein Vater und sein zweijähriges Kind gerade noch vor den Flammen gerettet werden.

„Mein Kind, mein Kind!“, rief der Mann von derweil oben herab. Zu Beginn seien nur ganz wenige Menschen vor dem Brandhaus gewesen. Eine Frau aus der Nähe habe eine große Matratze geholt.

Rettungssanitäter fangen Kind mit Sprungtuch

Noch vor dem Anrücken der ersten Feuerwehrleute ist dann ein Wagen mit Rettungssanitätern eingetroffen. Es seien vier Personen gewesen, erinnert sich Wilfried Heiling, zwei Frauen und zwei Männer. Sie hätten ein Sprungtuch auseinander gefaltet und dem Mann zugerufen, er solle das Kind darauf fallen lassen. Das habe dieser dann auch so gemacht.

„Das Kind ist präzise auf das Sprungtuch gefallen“, berichtet der Augenzeuge. Die Rettungssanitäter hätten schnell und umsichtig gehandelt. Eine der Sanitäterinnen habe sich anschließend liebevoll um den Jungen gekümmert, der laut Polizeibericht zwei Jahre alt ist. Für dessen Vater (21) wurde die Lage oben am Fenster immer dramatischer. „Es ist so heiß in meinem Rücken!“, hat er gerufen.

Erst Rauch, bald danach große Flammen

Am Anfang sei nur wenig Rauch aus dem Fenster gekommen, berichten die Augenzeugen. Doch bald habe es stärker gequalmt und man habe hinter dem Mann immer größere Flammen gesehen. Die ersten Feuerwehrleute haben ihn schließlich mit einer Steckleiter gerettet.

Über die Rolle der Rettungssanitäter, die zuerst eintrafen und blitzschnell handelten, sei bisher nicht genau genug berichtet worden, findet Wilfried Heiling. Was sie geleistet haben, dafür sei ihnen aus seiner Sicht große Hochachtung auszusprechen.

Von Bernd Geske

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