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Premnitz Corona-Fall in Döberitzer Kita: Landkreis macht Einrichtung dicht
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Corona-Fall in Döberitzer Kita: Landkreis macht Einrichtung dicht

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18:32 18.06.2020
Ein Mitarbeiterin des Robert Koch-Instituts (RKI) beschriftet eine Blutprobe für einen Antikörpertest. Quelle: Marijan Murat/dpa
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Rathenow/Döberitz

Erstmals gibt es in einer Kindertagesstätte des Landkreises Havelland einen Coronafall. Auf Anweisung des Landkreises ist die Kita Havelspatzen im Premnitzer Ortsteil Döberitz seit Donnerstagmorgen geschlossen. Träger der Einrichtung ist die Kinder- und Jugendhilfe des Bezirksverbandes Potsdam der Arbeiterwohlfahrt (Awo).

Am Mittwochabend wurde bekannt, dass eine in der Kita arbeitende Person am Coronavirus erkrankt ist. Die Person selbst und alle ihre ermittelten Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne, so die Pressestelle des Landkreises. Die Kontaktpersonen würden jetzt auf das Coronavirus getestet.

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Wie viele Personen in dieser ersten Phase von der Quarantäne und den Tests betroffen sind, weiß bislang niemand. Das werde nun ermittelt, sagte Kreissprecher Norman Giese der MAZ am Donnerstagabend.

Die Kita Havelspatzen hat eine Kapazität von 45 Plätzen. Wie viele Mädchen und Jungen zuletzt in der Einrichtung waren, ist noch unklar. Da alle Kindereinrichtungen im Land Brandenburg am Montag wieder zum Regelbetrieb übergegangen sind, bei dem alle Kinder in die Einrichtung dürfen, dürften nahezu alle Kinder wieder in der Einrichtung gewesen sein.

Das Verfahren liegt nun in der Hand des Gesundheitsamtes des Landkreises. Es entscheidet, wer in Quarantäne kommt oder auf das Coronavirus getestet wird.

Infiziert hat sich in Premnitz eine Angestellte der Kita. Sie begab sich am Mittwochabend mit milden Symptomen zu ihrem Hausarzt. Weil der Verdacht auf Corona sich bestätigte, wurde zeitnah ein Test durchgeführt, der positiv ausfiel.

Die Kita ist nun erst einmal für zwei Wochen dicht, sagte der Bürgermeister von Premnitz, Ralf Tebling. In Quarantäne geschickt worden sind alle Personen, die länger als 15 Minuten Kontakt mit der infizierten Frau hatten. Das Gesundheitsamt hat begonnen, Infektionsketten zu verfolgen.

Die infizierte Frau ist Mutter eines Kindes, das die Grundschule Am Dachsberg in Premnitz besucht. Die Schule ist darüber informiert. Das Kind ist schon auf das Coronavirus getestet worden, bislang liegt aber das Testergebnis noch nicht vor. Wie Tebling sagt, ist die Stadt Premnitz nicht Herrin des Verfahrens. Sie werde aber vom Gesundheitsamt des Landkreises aktuell informiert. Es heißt, der Hausmeister der Kita Havelspatzen habe tageweise auch in der Kita „Waldhaus“ gearbeitet. Er soll sich ebenfalls in Quarantäne befinden.

„Wir hatten gedacht, bei Corona sei das Schlimmste überstanden“, so Tebling. Der nun aufgetretene Fall zeige, dass die geltenden Maßnahmen wirklich Sinn haben. Das Virus sei keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die Kinder- und Jugendhilfe betreibt schon seit vielen Jahren in der Stadt Premnitz auch die Kita „Waldhaus“ und hat Ende vergangenen Jahres eine Eltern-Kind-Gruppe im Bürgerhaus Liebigstraße eröffnet. Die Awo in Potsdam hat am Donnerstag nicht auf eine Anfrage der MAZ reagiert.

Im Kreis stieg die Zahl der am Coronavirus Erkrankten mit Stand 18. Juni auf 174 Personen. Bereits am 17. Juni gab es zwei neue Fälle. Drei Wochen lang zuvor hatte es gar keine Neuinfektionen gegeben.

Von Bernd Geske

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