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Premnitz Gesundheitszentrum soll mit MDZ verschmelzen
Lokales Havelland Premnitz Gesundheitszentrum soll mit MDZ verschmelzen
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15:12 06.12.2018
Das Gesundheitszentrum Premnitz befindet sich seit Juli 2017 in einem Neubau im Stadtzentrum.  
Das Gesundheitszentrum Premnitz befindet sich seit Juli 2017 in einem Neubau im Stadtzentrum.   Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

 Die Havelland-Kliniken-Unternehmensgruppe macht der Stadt Premnitz den Vorschlag, das Gesundheitszentrum Premnitz mit dem Medizinischen Dienstleistungszentrum (MDZ) Havelland zu verschmelzen. Das MDZ ist ein Unternehmen der Havelland-Kliniken-Gruppe und hält schon jetzt 90 Prozent der Anteile des Gesundheitszentrums. Die Stadt selbst hat 10 Prozent.

Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) erinnerte im Hauptausschuss zunächst daran, dass die Stadt mit ihrem Gesundheitszentrum „jahrelang leidvolle Erfahrungen“ gemacht hat. Er hat damit sicher in erster Linie wiederholte Zuschüsse und Kredite zur Liquiditätssicherung gemeint. Durch eine Kooperation mit den Havelland-Kliniken sei es gelungen, die Einrichtung auf sichere Füße zu stellen, sagt der Bürgermeister. Das Angebot der Havelland-Kliniken sei als Vorschlag zu verstehen, um die Gesundheitsversorgung in Premnitz und Umgebung zu stabilisieren und möglichst zu verbessern.

Gehälter steigen um zwölf Prozent

Durch eine Verschmelzung mit dem MDZ werde es möglich, so Ralf Tebling, die Gehälter der Beschäftigten des Gesundheitszentrums in wenigen Jahren um durchschnittlich 12 Prozent auf das MDZ-Niveau anzuheben. Es könnten alle Beteiligten profitieren. Man sei sich aber einig, dass die Stadt weiterhin Anteile behalten wolle.

Katja Schulz, Geschäftsführerin des Gesundheitszentrums und Verwaltungsleiterin des MDZ, sagte, dass das Gesundheitszentrum drei Arztpraxen für HNO-Heilkunde, Dermatologie und Inneres sowie eine Physiotherapie hat. Das MDZ habe Standorte in Nauen, Rathenow, Falkensee, Wachow, Groß Behnitz und Retzow. Dort gebe es die Fachbereiche Allgenmeinmedizin, Kinder- und Jugendmedizin, Chirurgie/Unfallchirurgie, Dermatologie und Physiotherapie. Außerdem habe man ein engagiertes ambulantes Palliativteam und die Arbeitsmedizin. Das MDZ hat gegenwärtig knapp 200 Beschäftigte, beim Gesundheitszentrum Premnitz sind es 21.

Mit 21 Beschäftigten sehr klein

Jörg Grigoleit, Geschäftsführer der Havelland-Kliniken, nannte die Verschmelzung sinnvoll, weil die Aufgabenbereiche der beiden Beteiligten identisch seien. Mit 21 Beschäftigten sei das Gesundheitszentrum sehr klein und stark an einzelne Leistungserbringer gebunden. Wenn etwa, wie vor einiger Zeit geschehen, der Dermatologe wegen Krankheit ausfalle, könne das ganze Gesundheitszentrum in eine wirtschaftliche Problemsituation kommen. Unter den Fittichen des MDZ werde es dieses Risiko nicht mehr geben.

Als zentrales Argument nannte Jörg Grigoleit die Angleichung der Gehaltsstruktur an das MDZ. In der Vergangenheit sei wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation des Gesundheitszentrums dort an allen Ecken und Enden gespart worden. In drei Schritten solle das Gehalt bis Ende 2021 dem MDZ angeglichen werden. Als Gehaltsdifferenz aller Beschäftigten insgesamt nannte er 87 000 Euro – diese Summe könne das Gesundheitszentrum allein nicht aufbringen.

Gesundheitszentrum Premnitz

Das Gesundheitszentrum Premnitz hat Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Dermatologie, Innere Medizin und eine Physiotherapie.

Die Geschäftsanteile halten zu 90 Prozent das Medizinische Dienstleistungszentrum (MDZ) Havelland, ein Unternehmen der Havelland-Kliniken-Gruppe, und zu zehn Prozent die Stadt Premnitz.

Bis Ende Juni 2017 befand sich das Gesundheitszentrum im Altbau an der Friedrich-Engels-Straße.

Zum 1. Juli 2017 zog es in das neu gebaute Gesundheits- und Familienzentrum an der Gerhart-Hauptmann-Straße um.

Beurkundet werden soll die Verschmelzung von MDZ und Gesundheitszentrum im Juli 2019.

Die Stadt würde ohne Zukauf einen Anteil von 2,3 Prozent am MDZ haben.

Das MDZ hat gegenwärtig einen Unternehmenswert von 769 000 Euro, das Gesundheitszentrum von 230 000 Euro. Bei der Verschmelzung würde der jetzt zehnprozentige Anteil der Stadt am Gesundheitszentrum einen 2,3-prozentigen Anteil am MDZ ergeben. Bei der Stadt wird gegenwärtig erwogen, den eigenen Anteil dann vielleicht auf fünf Prozent zu erhöhen. Für die Anteile würde ein Kaufpreis von 27 000 Euro anfallen. Wie Carolin Richter, Justiziarin der Havelland-Kliniken, sagt, soll die Verschmelzung im Juli 2019 beurkundet werden.

Das gibt den Premnitzer Stadtverordneten die Möglichkeit, das Angebot der Havelland-Kliniken zu diskutieren und darüber abzustimmen. Bürgermeister Ralf Tebling sagt, dass die Stadt einen eigenen Wirtschaftsprüfer beauftragen will. Kämmerin Sabine Braatz befand, die Verschmelzung sei „der einzig richtige Weg“. Im Kleingedruckten gebe es aber noch einiges zu tun.

Von Bernd Geske