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Premnitz Grubenlanke kann ausgebaggert werden
Lokales Havelland Premnitz Grubenlanke kann ausgebaggert werden
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14:26 11.04.2019
Noch ist die Grubenlanke bei Mögelin stark zugewachsen. Bürgermeister Ralf Tebling (links) mit Ulrike Wille und Rocco Buchta vom Nabu-Institut.
Noch ist die Grubenlanke bei Mögelin stark zugewachsen. Bürgermeister Ralf Tebling (links) mit Ulrike Wille und Rocco Buchta vom Nabu-Institut. Quelle: Bernd Geske
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Mögelin

 Doppelter Grund zur Freude in Mögelin: Damit das Wasser der Havel besser fließen kann, ist vor wenigen Wochen die Blaichlanke im Norden des Ortes auf einer Länge von 450 Metern ausgebaggert worden. Und jetzt gibt’s noch einen drauf. Für die Durchflussverbesserung der Grubenlanke im Süden des Ortes, die schon vor über zehn Jahren auf die Agenda gesetzt wurde, ist vor wenigen Tagen der Förderbescheid eingetroffen.

Im Februar ist die Blaichlanke bei Mögelin ausgebaggert worden. Quelle: Nabu

Das bedeutet, dass in diesem Jahr noch die Grubenlanke auf einer Länge 1300 Metern ausgebaggert werden kann. Die Planung ist fertig und es sind nur noch ein paar einfache organisatorische Fragen zu klären. Weil aus naturschutzfachlicher Sicht das Ausbaggern nur in der Zeit vom 1. September bis 15. November gestattet wird, darf man davon ausgehen, dass bis dahin alle Fragen beantwortet sind.

Passend zur Havelrenaturierung

Die geschilderten beiden Maßnahmen passen bestens zum 40-Millionen-Euro-Projekt der Renaturierung der Unteren Havel. Sie gehören aber nicht dazu, weil das Geld für sie nicht gereicht hat. Die Stadt Premnitz, die bereits 2008 dafür die ersten Beschlüsse fasste und selbst als „Bauherr“ auftritt, hat aber in all den Jahren ihr Ziel nicht aus den Augen verloren und ist nun mit einem Millionen-Förderbescheid von der Landesinvestitionsbank belohnt worden.

Als Anerkennung ist auch zu werten, dass das Nabu-Institut für Fluss- und Auenökologie, das die ganze Havelrenaturierung leitet, der Stadt Premnitz unentgeltlich die fachliche Verwaltung abnimmt. „Wir sind sehr froh, dass die Stadt Premnitz das durchgezogen hat“, sagt Institutsleiter Rocco Buchta, „sie ist ein zuverlässiger Partner.“

Vom Grund der Blaichlanke ist ungefähr ein halber Meter Schlamm und Pflanzenreste abgebaggert worden. Das Räumgut von 2500 Kubikmetern durfte am Ufer verteilt werden.

Das Räumgut der Blaichlanke durfte am Ufer abgelagert werden. Quelle: Nabu

Eine ganz andere Größenordnung wird nun die Grubenlanke. Deren Sohle soll nach dem Ausbaggern durchschnittlich einen halben Meter tiefer sein als jetzt, so dass dort kein Schilf mehr wächst. Die Breite des Wasserspiegels an der Oberfläche soll erheblich größer werden. Nach derzeit 15 Metern sollen es künftig 21 Meter sein. Stattliche 13 000 Kubikmeter Räumgut sind auszubaggern. Entscheidend ist zudem, den alten Buhnenkopf am Eingang der Grubenlanke wieder herzustellen, damit er das Wasser in großer Menge in die Lanke lenkt.

Für den Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling war es wichtig, zu betonen, dass die Stadt sich nicht allein auf die Industrieentwicklung konzentriert. „Auch der Naturschutz ist uns wichtig“, hat er gesagt, „deshalb haben wir dieses Ziel so lange verfolgt.“

Von Bernd Geske