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Premnitz Trotz Insolvenz: HZD hat volle Auftragsbücher
Lokales Havelland Premnitz Trotz Insolvenz: HZD hat volle Auftragsbücher
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19:48 28.11.2019
Bei der HZD GmbH in Premnitz wird auch jetzt in drei Schichten gearbeitet, hier ein Blick in die Gießerei. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Vor zwei Wochen ist für die Havelländische Zink-Druckguss GmbH in Premnitz die Insolvenz angemeldet worden, die Produktion läuft aber weiter auf vollen Touren. „Das Unternehmen befindet sich jetzt in der vorläufigen Insolvenz“, sagt Geschäftsführer Petar Marovic und betont: Durch die Produktion sei es nicht zu den finanziellen Verlusten gekommen.

Insolvenzverwalter und Geschäftsführung seien gegenwärtig dabei, die Kapitalseite neu zu strukturieren, teilt der Geschäftsführer mit. Es gebe das Ziel, dieses Vorhaben in den drei Monaten bis Ende Januar abzuschließen.

Auch in der Montage gibt es reichlich zu tun. Quelle: Bernd Geske

Die Kundenbasis des Unternehmens sei nach wie vor gut, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Mario Gräber. Die Auftragsbücher seien überdurchschnittlich gefüllt. Trotz der Zahlungsunfähigkeit sei die Kooperation mit den Lieferanten weiterhin gut.

Wie er sagt, hat der Betrieb gegenwärtig 120 Mitarbeiter. Dazu kämen 30 Leiharbeiter. Weitere 250 Beschäftigte in fünf verschiedenen Werkstätten für Menschen mit Handicap seien in die Produktionsabläufe mit einbezogen, weil sie verschiedene Arbeitsgänge im Auftrag der HZD GmbH erledigen.

Weiter in drei Schichten

„Es sollen keine Arbeitskräfte abgebaut werden“, sagt Petar Marovic. Gearbeitet werde weiter in drei Schichten. Man sei bestrebt, alle Arbeitskräfte im Unternehmen zu halten. Produktion und Kundensituation seien unverändert stabil. Der Umsatz von 15 Millionen Euro im Jahr 2015 werde voraussichtlich auf 18 Millionen Euro im Jahr 2019 wachsen. Die Liquiditätslücke sei entstanden, obwohl das Ergebnis für 2019 positiv sei.

Im April 2018 war in der HZD GmbH der erste Spatenstich für den Bau einer „Weißen Gießerei“ vollzogen worden, eine Investition von 12,5 Millionen Euro. Mitten im Baubeginn habe das Unternehmen eine „angespannte Liquiditätslage“ feststellen müssen, erklärt Petar Marovic. Für 2017 sei ein negatives Ergebnis aufgezeigt worden, das in seiner Höhe überraschend war.

Bewegung auch in der mechanischen Oberflächenbehandlung. Quelle: Bernd Geske

Als Grund dafür nennt er ein „nicht zeitgemäßes Materialwirtschaftssystem“. Seit Mitte 2018 habe sich die angespannte Liquiditätssituation nach und nach verschlechtert. Banken und Kreditversicherer hätten sich zurückgezogen. Die Mitarbeiter seien durch die Insolvenz aufgeschreckt und verunsichert, stellt Petar Marovic fest. Das bedauere die Geschäftsführung sehr, sie wolle offen und transparent mit dem Thema umgehen.

Wie beide Geschäftsführer sagen, haben schon Beschäftigte gekündigt und soll es auch Bestrebungen von anderen Unternehmen geben, qualifizierte Arbeitskräfte von der HZD GmbH abzuwerben. Man wolle dem entgegenwirken, sagt Petar Marovic: „Aus unserer Sicht wird das Unternehmen ganz sicher weitergeführt.“

Finanzpartner benötigt

Seit Sommer 2019 sei klar, dass ein weiterer Finanzpartner benötigt wird, sagt er. Der Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung suchten gegenwärtig einen Investor oder einen Co-Investor, möglich sei auch ein Komplettverkauf des Unternehmens. Hergestellt werden weiterhin Fenster- und Baubeschläge, Teile für den Sanitärbereich, für Elektrotechnik, Elektronik und Gerätetechnik.

In der angespannten Situation habe sich bestätigt, dass die HZD GmbH einen „hervorragenden Kundenstamm“ habe, sagt Petar Marovic. Kunden hätten 2018 und 2019 geholfen, Zahlungszielkorrekturen vorzunehmen. Sie hätten auch bei der Preisgestaltung ein Engegenkommen gezeigt. Wenn es zu Zahlungsverzögerungen gekommen sei, seien auch die meisten Lieferanten der HZD GmbH mit Zahlungsvereinbarungen entgegen gekommen.

Die große Halle für die künftige „Weiße Gießerei“ ist im Rohbau fertig und winterfest gemacht. Wenn die Insolvenz überwunden ist, soll die Investition mit einem späteren Schritt zu Ende geführt werden.

Von Bernd Geske

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