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Premnitz Havelländer spenden für Valentins Ausbildung
Lokales Havelland Premnitz Havelländer spenden für Valentins Ausbildung
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13:22 11.07.2019
Glücklich zeigt Valentin Tawet Djaya sein Bild mit den vielen Kommentaren der Spender. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Wer am Schuljahresende gute Noten nach Hause bringt, wird dafür schon mal von Oma und Opa mit Zeugnisgeld belohnt. Das ist hierzulande nichts Ungewöhnliches. Wenn aber zahlreiche Menschen einem jungen Mann, den sie kaum kennen, Geld zum erfolgreichen Schulabschluss schicken und ihm damit eine Ausbildung finanzieren, dann ist das alles andre als normal.

Genau das ist Valentin Tawet Djaya passiert. Viele Westhavelländer kennen den jungen Mann aus Kamerun Dank seiner Auftritte auf diversen Veranstaltungen. Mit Trommelklängen, Tanz, Gesang und seiner ansteckenden guten Laune sorgt er überall für staunende Gesichter und ausgelassene Stimmung.

Was viele nicht wissen, seit zwei Jahren drückt Valentin Tawet Djaya die Schulbank. Vier Tage pro Woche fuhr er von Premnitz, wo er seit 2014 lebt, nach Dallgow-Döberitz zur Abendschule.

So kennen viele Havelländer den jungen Mann aus Kamerun. Mit seiner Djembe sorgt Valentin Tawet Djaya auf Festen für gute Laune. Quelle: Christin Schmidt

Am Vormittag half der junge Mann in der Kita in Milow aus, am Abend drückte er die Schulbank und in der wenigen Zeit, die ihm noch blieb, hat er Deutsch und Biologie, Mathematik und Englisch gepaukt, um seinen Schulabschluss nachzuholen.

Die Mühe hat sich gelohnt. Ende Juni hat Valentin Tawet Djaya sein Abschlusszeugnis bekommen mit einem Notendurchschnitt von 1,6. Damit kommt er seinem großen Traum ein ganzes Stück näher.

Der junge Mann aus Kamerun möchte Erzieher werden. Der Abschluss öffnet ihm nun den Weg zu einer Ausbildung zum Sozialassistenten, die Voraussetzung für die Erzieherausbildung. Zwei Jahre dauert diese und kostet pro Monat 40 Euro.

Kinder und Eltern haben Valentin ins Herz geschlossen

Die nötigen Praktika konnte er mit der Unterstützung der Gemeindeverwaltung Milower Land bereits absolvieren. 2016 hatte er zunächst im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes in der Milower Kita ausgeholfen. Später konnte er dort auch ein Praktikum absolvieren.

Die Kinder, aber auch die Eltern hatten den sympathischen jungen Mann schnell ins Herz geschlossen. „Valentin ist toll! Er verbreitet gute Laune und die Kinder in der Kita lieben ihn!“, lobt eine Mutter auf Facebook den Mann mit den Rastazöpfen und dem herzlichen Lächeln.

Den Ausbildungsplatz in der Beruflichen Schule für Sozialwesen der Awo in Premnitz hat Valentin Tawet Djaya nun sicher. Was ihm noch fehlte, war das Schulgeld. Die Göttlinerin Elke Dartsch, die den 36-Jährigen durchs Trommeln kennen lernte und inzwischen eng mit ihm befreundet ist, rief spontan eine Spendenaktion ins Leben.

Am Wochenende unterstützte Valentin Tawet Djaya (M.) die Mitglieder des Vereins Hand in Hand in Berlin. Quelle: Privat

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese auf Facebook und in nur 24 Stunden war das erste Ausbildungshalbjahr finanziert. Zwei Tage später hatte Elke Dartsch 490 Euro gesammelt. Zehn Euro mehr als der junge Kameruner im ersten Jahr braucht.

„Die restlichen zehn Euro kann er in Bücher oder Schulmaterial investieren“, freut sich die Göttlinerin. Sie hat die vielen Glückwünsche und Kommentare, die Spender für Valentin hinterlassen haben, zusammen mit seinem Bild auf eine Leinwand gedruckt und ihm als Erinnerung geschenkt.

Das Bild ist auch ein Beweis für seine gute Arbeit, denn sehr viele Spenden kamen von Eltern der Milower Kita.

Valentin Tawet Djaya (M.) trommelt nicht nur gern. Er ist auch begeisterter Radfahrer und Mitglied im Radteam Rathenow. Quelle: Privat

Für sie heißt es nun Abschied nehmen. Denn im August beginnt für Valentin Tawet Djaya ein neuer Lebensabschnitt. Dann wird er am Vormittag die Schulbank drücken und kann nicht mehr in der Kita für die Kinder da sein.

„Ich bin sehr gerührt und überwältigt. Dass so viele an mich denken, macht mich sprachlos“, gesteht der 36-Jährige schüchtern. Und Elke Dartsch fügt hinzu: „Er hat es einfach verdient in diesem Land seinen Traum zu leben und Erzieher zu werden.“

Von Christin Schmidt

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