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Premnitz Herzschlagfinale für die Tartanbahn
Lokales Havelland Premnitz Herzschlagfinale für die Tartanbahn
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11:00 17.02.2019
Auf dem Premnitzer Sportplatz geht die Winterruhe bald zu Ende. Ob und wann in diesem Jahr der ersehnte Bau der Tartanbahn beginnt, kann derzeit niemand sagen.
Auf dem Premnitzer Sportplatz geht die Winterruhe bald zu Ende. Ob und wann in diesem Jahr der ersehnte Bau der Tartanbahn beginnt, kann derzeit niemand sagen. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

 Gespannte Ruhe in Premnitz. Die meisten Einwohner gehen davon aus, dass im Frühjahr der Bau der Tartanbahn im Stadion der Chemiearbeiter beginnt. Nur wenige Eingeweihte wissen, dass es beim Projekt echte Schwierigkeiten gibt. Die Ausschreibung der Bauarbeiten hat eine enorme Erhöhung der Kosten ergeben.

Die Stadtverwaltung zeigt sich in der Angelegenheit ungewöhnlich auskunftsunwillig. Es fehlt der Bescheid vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF), dass die gestiegenen Ausgaben mit höheren Fördermitteln unterstützt werden. In diesen Tagen muss im LELF die Entscheidung fallen.

Auf der alten Aschenbahn kann in dieser Jahreszeit niemand laufen. Quelle: Bernd Geske

 

Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) will niemanden unter Druck setzen und mit einer übereilten Stellungnahme auch kein Porzellan zerschlagen. Er möchte sich eigentlich gar nicht äußern, sagt dann aber nur: „Wir sind guter Hoffnung, dass es ein positives Ergebnis gibt.“

Minister Jörg Vogelsänger (SPD) war Ende August persönlich nach Premnitz gekommen, um den (ersten) Förderbescheid für den Ausbau des „Sport- und Familienparks Premnitz“ zu übergeben. Bei der damals geplanten Bausumme von 381 000 Euro hatten die zugesagten Fördermittel bei 285 000 Euro gelegen. Die verbleibende Summe wäre über Eigenmittel der Stadt zu finanzieren gewesen.

Schock nach der Ausschreibung

Ein paar Wochen später kam dann der Hammer. Nach der Ausschreibung durch die Stadt lag „günstigste“ Angebot eines Baubetriebs sehr viel höher. Wohl deutlich über 500 000 Euro – ein Schock.

Wie in solchen Fällen üblich, dürfte die Stadt den verantwortlichen Planer zu einem sparsamen Nachrechnen aufgefordert haben. Und wie es ebenfalls bei so einer Kostenüberschreitung üblich ist, wurden behutsam die Weichen gestellt, dass es eine anteilmäßige Erhöhung der Fördermittel gibt.

Das Projekt „Sport- und Familienpark“

Am 30. August 2018 hat Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger in Premnitz den Förderbescheid für den Ausbau des „Sport- und Familienparks“ übergeben.

Dessen Herzstück ist eine neue Tartanbahn.

Die geplante Bausumme lag zu diesem Zeitpunkt bei 381 000 Euro.

Zugesagt waren laut Bescheid Fördermittel von 285 000 Euro.

Die Ausschreibung der Bauarbeiten ergab danach aber einen viel höheren Preis.

Aussagen der Stadt zum neuen Preis gibt es nicht. Es sind wohl viel mehr als 500000 Euro.

Die alte Aschenbahn ist über 50 Jahre alt.

Der erste Schritt muss in solchen Fällen die Zustimmung des Vorstandes der LAG Havelland sein. Wie Marcus Kolodziej vom Regionalmanagement sagt, muss der Vorstand – der das Premnitzer Projekt mit seinem ursprünglichen Preis schon befürwortet hat – noch einmal sein Ja-Wort geben, wenn es zu einer Kostensteigerung von mehr als 20 Prozent kommt. Das habe der Vorstand am 13. Dezember auch getan, denn das Premnitzer Vorhaben sei ein „gutes Projekt“, sagt Marcus Kolodziej. Er betont: Die Entscheidung über die Erhöhung der Fördermittel obliege aber dem Landesamt LELF. Um seine Meinung gebeten, teilt er mit, es sehe „gut aus“.

Landesamt verspricht nichts

Michael Mey, im LELF unter anderem für die Anträge aus dem Havelland zuständig, will nichts versprechen. Er bestätigt, dass dort in der nächsten Zeit die Entscheidung über eine Erhöhung der Fördermittel für Premnitz fällt. Die zuständige Gemeinde müsse zeigen, warum das Projekt so viel teurer geworden ist, erklärt er. Dafür müsse es eine Begründung geben. Allgemein bekannt sei ja, dass die Preise in der Baubranche stark angezogen haben.

Eine betroffene Gemeinde müsse auch nachweisen, dass sie Mittel spart und wenn sie zudem zeigt, dass sie selbst das Geld für die gesamte Kostensteigerung nicht hat, dann beteilige sich das LELF mit höheren Fördermitteln an den Mehrkosten. Natürlich macht Michael Mey keine verbindliche Aussage über das Premnitzer Projekt. Er sagt aber, die Zustimmung des LAG-Vorstandes sei ein „positives Signal“ und grundsätzlich sehe es für das Projekt positiv aus.

Wunschziel: SVV am 13. März

So bleibt den Premnitzern jetzt nichts anderes übrig, als auf den neuen Förderbescheid zu warten. Als Wunschziel schwebt im Raum, dass die Vergabe des Auftrags auf der Stadtverordnetenversammlung am 13. März erfolgen kann.

Von Bernd Geske