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Premnitz Kamelbaby geboren: Strafanzeige gegen Zirkus
Lokales Havelland Premnitz Kamelbaby geboren: Strafanzeige gegen Zirkus
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17:28 10.04.2018
Das Kamel Christian war vor dem Werona-Gastspiel in Premnitz geboren worden.
Das Kamel Christian war vor dem Werona-Gastspiel in Premnitz geboren worden. Quelle: M. Kniebeler
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Premnitz

Das Gastspiel des Circus Werona im Havelland hat ein Nachspiel. Die Tierrechtsorganisation Peta hat beim Veterinäramt des Landkreises Anzeige gegen die Zirkusverantwortlichen wegen angeblicher Tierquälerei erstattet. Grund war die Geburt eines Kamelbabys am 5. April in Premnitz. „Gemäß den Tierschutzrichtlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft dürfen hochschwangere und säugende Tiere ausdrücklich keinen Reisestrapazen ausgesetzt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Tierrechtsorganisation. Daher habe Peta das Veterinäramt aufgefordert, ein Bußgeldverfahren gegen den Zirkus einzuleiten und umgehend ein Reiseverbot für die Tiermutter und das Kamelkind zu verhängen.

Zirkus-Betreiber bleiben gelassen

Im Zirkus nahm man die Ankündigung von Peta gelassen zur Kenntnis. „Wir und andere Zirkusunternehmen werden von Peta ständig attackiert“, sagte Mitarbeiterin Eileen Maatz auf MAZ-Anfrage. Mittlerweile habe man sich fast schon an die Angriffe gewöhnt.

Eileen Maatz weist den Vorwurf der Tierquälerei scharf zurück. Es liege in der Natur der Sache, dass Zirkustiere auf Reisen geboren werden. „Wie soll es auch anders gehen?“, sagt sie. „Wir können die trächtigen Tiere ja nicht einfach an einem Ort zurücklassen.“

Tierarzt hatte keine Einwände

Maatz erklärt, dass die Tiere des Circus Werona regelmäßig von Veterinärmedizinern untersucht würden. An jedem Gastspielort finde sich der zuständige Veterinärmediziner ein und mache sich ein Bild vom Gesundheitszustand der Tiere. Das sei beim Gastspiel über die Ostertage in Rathenow der Fall gewesen. Und auch in Premnitz habe ein Tiermediziner vorbeigeschaut. Auch das trächtige Kamel habe er in Augenschein genommen. Und er habe keine Einwände gehabt.

Das Kamel war am Donnerstagnachmittag in Premnitz geboren worden – wenige Stunden bevor eine Sturmbö das Zirkuszelt zerstörte. Am Tag darauf war es auf den Namen Christian getauft worden – als Anerkennung für den Landwirt Christian Knees aus Jerchel, der dem in Not geratenen Zirkus eine Ladung Futter gespendet hatte.

Von Markus Kniebeler