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Premnitz Landrat beim Bowling-Bundesstützpunkt
Lokales Havelland Premnitz Landrat beim Bowling-Bundesstützpunkt
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17:34 01.08.2018
Die Jugendlichen trainieren hart. Quelle: Joachim Wilisch
Premnitz

Draußen ist es heiß und auch an den Trainingsbahnen am Bowling-Bundesleistungsstützpunkt in Premnitz sind die Temperaturen höher, als sonst. Das liegt nicht nur daran, dass Paul Purps, Pauline Krause und Max Lorenz zusammen mit anderen Jugendlichen gerade ihr Training absolvieren. Ein Ball nach dem anderen rollt über die gut geölte Bahn.

Elegant setzen Paul Purps und Pauline Krause die Bälle – beim Bowling ist das Wort „Kugel“ ebenso mit Strafe belegt, wie das Wort „schieben“ – auf die Bahn. Immer wieder fallen die alle Pins. Passiert das, ist von hinten Applaus zu hören.

Applaus im Dunkeln

Im Halbdunkel steht Peter Lorenz und gibt den jungen Sportlern Anweisungen. Lorenz ist Bundestrainer und er betreut die Mannschaft des TSV Chemie Premnitz, mit der er in den vergangenen Jahren in der Bundesliga Gold-, Silber- und Bronzemedaillen sammelte. Auf einem Computerbildschirm zeigt Peter Lorenz seinem Schützling Paul Purps, wie der sich bewegen soll. „Dann geht es noch besser“, sagt er aufmunternd.

Noch besser? Der Laie staunt, denn Paul Purps hat bereits mehrfach die Pins abgeräumt. Die Bowlingbälle sausen über die Bahn und Peter Lorenz ist stolz auf seinen Nachwuchs. Seit der Landesstützpunkt Bowling zum Bundesstützpunkt ausgewertet wurde, ist Premnitz in der Bowlingwelt einmal mehr ein guter Name. Denn Erwachsenensportler haben als Einzelspieler und im Team bei den World Games – das sind die Olympischen Spiele der Bowler – gut und sehr gut abgeschnitten.

Landrat Roger Lewandowski (rechts) beim Bundesleistungsstützpunkt Bowling in Premnitz. Quelle: Joachim Wilisch

Landrat Roger Lewandowski ist zu Gast und beschränkt sich auf die Zuschauerrolle. Er war noch nicht in dem Leistungsstützpunkt und sieht, was hier mit Geld, das der Landkreis beigesteuert hat, passiert. Das Videobeobachtungssystem ist mit Geld aus dem Goldenen Plan Havelland gekauft worden.

Der Clou: bei einem Wettkampf – irgendwo auf der Welt – kann man einen Sportler bei seinen Würfen filmen und den Film nach Premnitz übertragen. Hier sind Experten in der Lage, die Bewegungen zu analysieren. „Auf die Weise kann man fasst in Echtzeit noch Korrekturen vornehmen“, sagt Peter Lorenz.

Trainingswille muss wachsen

Mit Begeisterung werfen die Jugendlichen die Bälle und Landrat Lewandowski will von Paul Purps und Max Lorenz wissen, wie man als Jugendlicher zum Bowlingsport kommt. „Mein Vater“, grinst Max und schaut zum Bundestrainer. „Mein Opa“, sagt Paul Purps und schaut zu diesem hin. Er steht am Rand und beobachtet das Training.

Schwierig sei es, Jugendliche zunächst zu motivieren, sagt Peter Lorenz. Wenn sie dann einmal angefangen haben und erfolgreich sind – wie die Gruppe an den Premnitzer Bahnen – dann ist der Trainingswille da.

Der Leistungsstützpunkt ist gut ausgestattet. Mit Seminarräumen und einem Hotel nebenan sind die Bedingungen gut. Und Peter Lorenz betont, das Engagement des Landkreises und der Stadt Premnitz sei enorm.

Die Bälle werden elegant auf die Bahn gesetzt. Quelle: Joachim Wilisch

Mehr davon würde er sich vom Bundesinnenministerium und vom Deutschen Olympischen Sportbund wünschen. „Wir haben unsere Sorgen“, sagt Peter Lorenz. So sei es jedes Mal schwierig, jungen und erwachsenen Sportlern Lehrgänge außerhalb von Premnitz zu finanzieren. Das geht bei Fahrtkosten und Übernachtung los.

Zurzeit unterstützt Tobias Gäbler den Trainer nach Kräften. Gäblers Stelle wird von Stadt und Kreis mitfinanziert. „Aber eigentlich benötigen wir hier jemand, der sich um allgemeine Organisation und Koordination kümmert“, sagt Lorenz. Tobias Gäbler, der selbst erfolgreicher Bowler ist, soll Übungsleiteraufgaben übernehmen – und Gäbler ist ein Experte, wenn es ums Bahnölen geht.

Landrat Roger Lewandowski (l.) mit Bundestrainer Peter Lorenz. Quelle: Joachim Wilisch

Geld vom Bund und vom DOSB wird so schnell nicht fließen, befürchtet Peter Lorenz. Als das Bundesinnenministerium den Leistungsstützpunkt genehmigte, waren keine konkreten Förderzusagen damit verbunden. Derzeit arbeite der DOSB an einer Reform. Einige Stützpunkte haben jetzt Bestandszusagen – aber ohne Fördergeld. Bis die Richtlinien neu stehen.

Landrat Roger Lewandowski hört sich das alles in Ruhe an. Die Sorgen vollzieht er nach. Er kann versuchen, Kontakte zu knüpfen und einige Bundes- und Landespolitiker auf das Thema aufmerksam zu machen.

Gute Jugendarbeit

Bowling-Sportler des TSV Chemie Premnitz haben in den letzten Jahren bei Welt- und Europameisterschaften 40 Medaillen geholt.

Das ist ein Ergebnis der guten Jugendarbeit, nachdem Premnitz 1992 zum Landesstützpunkt für den Nachwuchs erklärt worden war.

Im Jahr 2016 hat das Bundesministerium des Innern bestätigt, dass in Premnitz ein Bundesstützpunkt für die Sportart Bowling aufgebaut werden soll.

Für nichtolympische Sportarten ist der Stützpunkt in Premnitz der erste überhaupt.

Die Super-Bowl-Bahn in Premnitz entspricht internationalem Standard. Sie wurde 1995 gebaut.

Die noch junge Geschichte des Bundesleistungsstützpunktes in Premnitz soll nicht schnell enden. Peter Lorenz hofft nach wie vor: „Wir wollen, dass Bowling olympisch wird.“

Von Joachim Wilisch

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