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Premnitz Lotsendienst für Gründer macht einen Sprung nach vorn
Lokales Havelland Premnitz Lotsendienst für Gründer macht einen Sprung nach vorn
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17:00 26.08.2019
Christin Albrecht, die einen mobilen Hausreinigungsservice eröffnen will, mit ihrem Gründungsberater André Hohenstein. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Beim neusten Gründungsmonitor, den die KfW-Bankengruppe veröffentlicht hat, steht das Land Brandenburg so gut da wie noch nie. Im jüngsten Betrachtungszeitraum 2016 bis 2018 hat sich das Land im Vergleich aller Bundesländer von vormals Rang acht auf nun Rang drei vorgearbeitet. Davor liegen nur noch die beiden Städte Berlin und Hamburg.

Im Vergleich der Flächenländer steht Brandenburg ganz oben. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Aufholjagd hat der Lotsendienst für Gründer im Landkreis Havelland geleistet.

Soll 60 Prozent, Ist 80 Prozent

Entscheidend bei diesem Vergleich ist die Menge der Existenzgründer, bezogen auf die Bevölkerungszahl. Das Land Brandenburg verzeichnet im Jahresdurchschnitt 134 Gründerinnen und Gründer auf 10.000 Einwohner. Das reicht für Platz drei.

„Wir haben hohen Zuwachs“, sagt Michaela Schwarz, Büroleiterin des Lotsendienstes Havelland, dessen Träger die Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz ist. Sie berichtet über den aktuellen Förderzeitraum 2018 bis 2020. Das Soll des Lotsendienstes besage, dass 60 Prozent aller Teilnehmer eine selbstständige berufliche Existenz gründen sollen. Im Havelland liegt man gegenwärtig im Bereich von 80 Prozent.

Michaela Schwarz, Büroleiterin des Regionalen Lotsendienstes Havelland. Quelle: Bernd Geske

Vom Beginn des Jahres 2018 an bis jetzt sind beim Lotsendienst 85 Gründungswillige angetreten. 36 von ihnen haben schon die Gründung vollzogen. 44 Gründungswillige waren es im vergangenen Jahr. 2019 sind es jetzt schon 41. Was bedeutet, dass die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr noch deutlich höher liegen wird.

Positiv vermerkt wird außerdem, dass die Zahl der Frauen in letzter Zeit erheblich zugenommen hat. Lag ihr Anteil im Jahr 2018 noch bei 34 Prozent, ist er in diesem Jahr auf 65 Prozent gestiegen. „Das Land Brandenburg hat stark in die Existenzgründung investiert“, erklärt Michaela Schwarz. Es sei ein exklusives Paket geschnürt worden. Die Gründungswilligen müssten hier keinen Eigenanteil zahlen und keine Rückzahlungsverpflichtung eingehen, wie es in anderen Bundesländern üblich sei. Das Lotsendienst-Programm biete den Gründungswilligen also sehr komfortable Möglichkeiten.

Seit Juli alles ausgebucht

Das Interesse an den Existenzgründerseminaren ist im Havelland so groß, berichtet Michaela Schwarz, dass seit Juli alle Plätze ausgebucht sind. Der September sei schon jetzt überbucht.

Der Plan sieht für den Lotsendienst Havelland acht Gründerseminare im Jahr 2019 vor. Die Plätze für das achte Seminar im September sind schon alle vergeben. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen hat aber bereits entschieden, dass der Lotsendienst Havelland für 2019 eine Aufstockung der Fördermittel beantragen darf.

Der Lotsendienst für Gründer

Der Lotsendienst für Gründer wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.

Projektträger des Regionalen Lotsendienstes im Landkreis Havelland ist die Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz (AFP).

Das Büro des Lotsendienstes befindet sich in Premnitz, Fabrikenstraße 11, und ist erreichbar unter Telefon 03386/ 212 79 23.

Am 1. Juni hat Michaela Schwarz die Büroleitung des Regionalen Lotsendienstes übernommen.

Die Vorstellung ist, dass es zwei Existenzgründerseminare mehr geben soll. Das wären dann 25 Prozent mehr. Das Jahressoll, das ursprünglich bei 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmern lag, ist mit bislang jetzt 41 schon fast erreicht. Hier hat der Lotsendienst eine Erhöhung auf 60 beantragt, was ebenfalls 25 Prozent mehr wären.

Der Zuwachs im Havelland ist also erheblich. Michaela Schwarz geht davon aus, dass die Konzepte trotzdem tragfähig sind. „Das sind keine ’Notgründungen’ wie in früheren Jahren“, stellt sie fest. Viele Gründungen erfolgten aus einer sehr starken Eigenmotivation heraus.

Christin Albrecht aus Rathenow (Foto oben) will zum 1. Oktober einen mobilen Hausreinigungsservice eröffnen. Ihr Gründerseminar hat sie bereits hinter sich und ihr Konzept hat den ersten Überprüfungen standgehalten. Sie befindet sich nun schon in der Vorgründungsphase.

Gründungsberater an der Seite

Der Lotsendienst hat ihr dafür André Hohenstein an die Seite gestellt, der sie längere Zeit als Gründungsberater begleiten wird. Ein Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit ist die detaillierte Erarbeitung ihres Businessplanes, in dem ihr Leistungsangebot präzisiert wird.

Michaela Schwarz erwartet, dass am Ende des Jahres 2019 eine sehr gute Gründerguote erreicht wird. Das ist das Verhältnis derer, die wirklich in die Selbstständigkeit gehen zu denen, die an Existenzgründerseminaren teilnehmen. Sie rechnet damit, dass die Quote 2019 bei 92 Prozent liegen wird. Mindestens.

Von Bernd Geske

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