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Premnitz Märkische Faser GmbH will weiter wachsen
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17:00 26.09.2019
Eberhard Brack (ljnks), Chef der Märkischen Faser GmbH, beim Betriebsrundgang mit Detlef Scheele, dem Chef der Bundesagentur für Arbeit. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Überall in Deutschland finden gegenwärtig Aktionswochen des Bundesarbeitsministeriums zur Fachkräftesicherung statt. Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, hat das zum Anlass genommen, um die Märkische Faser GmbH im Industriepark Premnitz zu besuchen.

Die Aktionswochen stehen unter dem Motto „Mehr Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen“. Deren Ziel ist es, auf die Bedeutung der Fachkräftesicherung für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Unternehmen aufmerksam zu machen. Die Arbeitsagentur wollte im Premnitzer Unternehmen aus erster Hand darüber informieren, mit welchen Instrumenten und Maßnahmen sie in der Region zur Fachkräftesicherung beitragen kann.

Eberhard Brack (links) erklärt Fasern, die das Unternehmen produziert. Quelle: Bernd Geske

Eberhard Brack, geschäftsführender Gesellschafter der Märkischen Faser GmbH, kam in der Gesprächsrunde schnell an den Punkt, dass er für sein Unternehmen weitere Arbeitskräfte sucht – und nicht in ausreichender Zahl bekommt: Schlosser, Elektriker, Mechatroniker, auch interessierte Kräfte, die sich im Betrieb zum Anlagenfahrer qualifizieren würden.

Eher am Rande hatte er erwähnt, dass die Märkische Faser GmbH zusammen mit ihrer Schwesterfirma Innovative Kunststoffveredlung 525 Arbeitskräfte hat. Der Firmenverbund ist damit bei Weitem der größte Arbeitgeber in Premnitz und einer der größten Betriebe im Kreis.

Zuschüsse für Weiterbildung

Nach dem neuen Qualifizierungschancengesetz vom Dezember 2018 können Unternehmen von der Bundesagentur für Arbeit (BA) relativ hohe Zuschüsse für die Weiterbildung von Arbeitskräften bekommen. Wie dem Gespräch zu entnehmen war, ist die Märkische Faser sehr daran interessiert, konnte bislang aber keine Gelder von der BA erlangen.

Es nutze ihm wenig, erklärte Eberhard Brack, wenn er beispielsweise jemanden einen Schweißerkurs machen lasse, diesen aber nicht dazu verpflichten könne, danach ein, zwei Jahre im Betrieb zu bleiben.

Stellungnahme erbeten

Detlef Scheele antwortete, das Qualifizierungschancengesetz sei nun einmal für den Strukturwandel gedacht, wenn Beschäftigte von Arbeitslosigkeit bedroht seien. Er forderte Eberhard Brack auf, eine Stellungnahme zum neuen Gesetz einzureichen. Er solle der Agentur Anregungen geben, wie sie die Fortbildung von betrieblich Beschäftigten fördern könne.

Er hoffe stark auf das neue Zuwanderungsgesetz, das im März 2020 in Kraft treten soll, antwortete der ihm da. Damit soll die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern leichter werden.

Die Märkische Faser GmbH

Die Märkische Faser GmbH ist das einzige Unternehmen im Industriepark, das die Premnitzer Chemiefasertraditionen fortführt.

Zusammen mit ihrer Schwesterfirma Innovative Kunststoffveredlung hat die Märkische Faser derzeit 525 Beschäftigte.

Sie ist damit der größte Arbeitgeber in Premnitz und einer der größten Betriebe im Landkreis.

Stärkstes Standbein der Firma ist die Produktion von Polyesterfasern.

Als zweites Standbein kam der Bereich Masterbatch hinzu. Das sind Additive für Kunststoffe, meist Farben.

Das dritte Standbein ist die Produktion von Fasern und Granulaten aus Recyclingmaterial, meist PET-Flaschen.

„Die Gewerkschaften wollen keine Helfer“, teilte Detlef Scheele mit. Außerdem lägen die Hürden für Fachkräfte hoch. Bereits vor der Zuwanderung müsse klar sein, dass die Qualifikation der Person für den deutschen Arbeitsmarkt passt. Der Maßstab sei die deutsche Berufsausbildung, so der BA-Chef. Deren hohe Qualität sei mit fast keinem anderen Land vergleichbar.

Detlef Scheele fragte den Premnitzer Geschäftsführer dann direkt, ob es ein Land außerhalb der EU gebe, das er besonders im Auge habe. Es gebe Kontakte mit einem Unternehmen in der Ukraine, teilte Eberhard Brack daraufhin mit. Man habe bereits gute Erfahrungen gemacht und es habe konkrete Vorgespräche gegeben.

Detlef Scheele sagte zu, hier könne die Bundesagentur mit ihrer Zentralen Auslands- und Fachvermittlung unterstützen. Er nickte der neuen Chefin der Arbeitsagentur Neuruppin, Beate Kostka, zu. Nun müsse geklärt werden, sagte der BA-Chef, ob Qualifikationen der Ukraine anerkennungsfähig sind.

Von Bernd Geske

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