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Premnitz Neujahrsempfang im Zeichen der Wiedervereinigung
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11:00 12.01.2020
Bürgermeister Ralf Tebling stellte in seiner Rede fest, dass Premnitz für die Zukunft gut aufgestellt ist. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Die 30-jährige Wiederkehr des Mauerfalls ist gerade zwei Monate her und am 3. Oktober dieses Jahres wird der 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung gefeiert. Das war für die Verantwortlichen der Stadt Premnitz Gründe genug, um ihren diesjährigen Neujahrsempfang im Gasthaus Retorte der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR und der deutschen Einheit von 1990 zu widmen.

Der Premnitzer Neujahrsempfang stand im Zeichen von 30 Jahren deutscher Einheit.

Folgerichtig ist deshalb für die Eintragung ins Ehrenbuch der Stadt diesmal Altbürgermeister Joachim Aurich (CDU) ausgewählt worden. Der mittlerweile 85-Jährige war am 6. Mai 1990 in den ersten freien und demokratischen Kommunalwahlen nach der Wende zum Bürgermeister gewählt worden. Dieses Amt hatte er inne bis zum Jahr 2000. Nach dem Ausscheiden wurde er als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Bis zur Kommunalwahl im vergangenen Jahr war er dort ehrenamtlich tätig.

Joachim Aurich habe „die Entwicklung der Stadt in den Zeiten des politischen Umbruchs maßgeblich mitgestaltet und die Weichen für eine bis heute anhaltende erfolgreiche Entwicklung gestellt“, wird er nun im Ehrenbuch gewürdigt. Die Stadt spreche ihm dafür Dank und Anerkennung aus.

Musik vom Akkordeonorchester

Für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs war diesmal die Musikschule Fröhlich engagiert worden. Angesichts der begrenzten Größe des Saales war das sonst 40-köpfige Akkordeonorchester auf etwa die Hälfte verkleinert worden. Die zumeist jugendlichen Musikerinnen und Musiker unter Leitung von Martina Zander riefen im Publikum die Emotionen früherer Jahre wach, indem sie Titel spielten wie „Wind of Change“, „Jugendliebe“, „Über sieben Brücken“, „Alt wie ein Baum“ und „Tage wie diese“.

„Im 30. Jahr der Wiedervereinigung ist es angezeigt, einen Rück- und Ausblick zu wagen“, befand Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) in seiner Festansprache und stellte fest: „Premnitz spiegelt die jüngste deutsche Geschichte wie in einem Brennglas wider. Unsere Entwicklung war und ist untrennbar mit der Industrialisierung verbunden.“

Werk als „sozialer Anker“

Der Beginn der neunziger Jahre sei vom Ende des Chemiefaserwerkes „Friedrich Engels“ gekennzeichnet gewesen. Das Werk war Arbeitgeber für mehr als 5000 Menschen. Es sei für Generationen von Premnitzern auch ein „sozialer Anker“ gewesen. Man habe dort nicht nur Lohn, sondern auch Anerkennung und Wertschätzung erhalten, sei Teil einer Gemeinschaft gewesen.

Ralf Tebling hob hervor, dass der kürzlich verstorbene Manfred Stolpe sich als Ministerpräsident immer zum Industriestandort bekannt hatte. Bei ihm sei Premnitz zur Chefsache erklärt worden, er habe Taten folgen lassen. 72,1 Millionen Euro seien seit 1996 in die Infrastruktur des Industrieparks geflossen. Diese Zahl belege beeindruckend das Bekenntnis der Landesregierung zum Industriestandort Premnitz.

Wandel wird fortgesetzt

„Als ich 2016 Bürgermeister werden durfte, war das Tal der Tränen durchschritten“, sagte Ralf Tebling, „2017 konnte die Revitalisierung des Industriestandortes abgeschlossen werden.“ Bis auf wenige Flächen der LEG und der Stadt seien alle Grundstücke dort vermarktet. Als Teil der Wirtschaftsregion Westbrandenburg sei die Stadt heute gut aufgestellt. Premnitz sei eine von nur fünf Gemeinden im Landkreis Havelland, die über einen ausgeglichenen Haushalt verfüge. Der Wandel von einer Industriestadt zu einem attraktiven Wohnort sei vor Jahren mit dem Stadtumbau begonnen worden und werde weiter fortgesetzt.

Die neu gewählte Stadtverordnetenvorsitzende Katja Poschmann (SPD) gewährte den Gästen des Neujahrsempfangs erstmals nach der Wende bei dieser Gelegenheit eine Art Blick von außen auf die Stadt, weil sie aus Rathenow stammt. Brücken zu bauen sei die Premnitzer Art, die Dinge anzugehen, stellte sie fest. Das habe sie schätzen gelernt und für sich angenommen.

Teil einer Gemeinschaft

In Premnitz sei man immer Teil einer Gemeinschaft gewesen, stellte Katja Poschmann heraus: Von dieser Gemeinschaft in Premnitz sei sie immer wieder aufs Neue beeindruckt. „Politik ist für die Menschen da und die Verunsicherung unserer Bürgerinnen und Bürger fordert uns heraus“, zitierte sie Manfred Stolpe aus seiner Regierungserklärung von 1990.

Dieser Satz sei auch nach 30 Jahren noch immer aktuell. „In Premnitz packt man die Herausforderungen an und baut gemeinsam Brücken“, befand Katja Poschmann. „In der SVV, in Gesprächen mit Ihnen oder mit den Menschen auf dem Marktplatz. Nur so gestaltet man die Zukunft und genauso werden wir das in Zukunft machen.“

Mit Speisen vom Büffett klang der Abend aus. Bei Ochsenbäckchen, Schweineröllchen, Hähnchenbrust, Kabeljau auf Zuckerschoten, Gemüsepfannen, diversen Beilagen, Obst und Süßspeisen wurde manches Gespräch geführt.

Von Bernd Geske

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