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Premnitz Hier könnte das Lübbenau der Havel entstehen
Lokales Havelland Premnitz Hier könnte das Lübbenau der Havel entstehen
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18:59 31.07.2019
Landwirtschaftsminister Vogelsänger genießt mit Katja Poschmann den Ausblick vom Hausboot auf die Havel. Quelle: Christin Schmidt
Milow

 Seit 2010 ist Jörg Vogelsänger Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft in Brandenburg. Der SPD-Mann ist davon überzeugt, dass er das schönste Amt hat. Warum, das wurde am Mittwochnachmittag deutlich.

Die SPD-Landtagskandidatin Katja Poschmann hatte ihn zu einer Tour auf der Havel von Milow in Richtung Bahnitz eingeladen. Nicht im Paddelboot, sondern auf einem 17 Meter langem Hausboot begrüßte sie den Minister sowie Ralf Tebling (SPD), Bürgermeister in Premnitz und seinen Kollegen Felix Menzel (SPD) von der Gemeinde Milower Land.

Auch der Chef der Staatskanzlei, Martin Gorholt (SPD), ließ sich diesen Termin nicht entgehen. Im Fokus der Tour stand die Frage, wie Tourismus im Einklang mit der Natur entwickelt werden kann? Dazu hatte Poschmann den Flussexperten des NABU und Leiter des Großprojekts Havelrenaturierung, Rocco Buchta an Bord geholt.

SPD-Landtagskandidatin Katja Poschmann hat Jörg Vogelsänger (SPD) zur Tour auf der Havel von Milow in Richtung Bahnitz eingeladen – nicht im Paddelboot, sondern auf einem 17 Meter langem Hausboot.

„Dank Laga und Buga haben sehr viele Menschen entdeckt, wie schön diese Region ist. Tourismus ist im Havelland zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Aber wir nutzen längst noch nicht das ganze Potenzial“, stellte Katja Poschmann fest. Dem stimmte auch Buchta zu.

Er wies daraufhin, dass die Renaturierung positive Effekte für den Tourismus bringen wird. Unter anderem durch den Anschluss diverser Altarme wie der Milower Bahnhofslake, die vom Hausboot aus gut zu sehen war. Dieser Altarm ist nicht mehr passierbar und gleicht im Sommer einer Kloake. Das soll sich Dank des Großprojekts bis 2024 ändern.

Buchta ist sich sicher, Milow und Premnitz haben das Potenzial das Lübbenau der Havel zu werden. Dass zu viele Hausboote auf der Havel unterwegs sein könnten, darüber macht er sich keine Gedanken. Er habe noch keine Hausbootfahrer erlebt die sich gebietskritisch verhalten.

Marinas und Caravanstellplätze fehlen

Etwa 1500 Sportboote sind pro Jahr auf der Havel von Rathenow in Richtung Havelberg unterwegs. In Richtung Premnitz sind es etwa 5000 bis 6000, so Buchta.

„Was außerdem fehlt sind infrastrukturelle Großprojekte. Wir brauchen Marinas, Punkte, an denen Wassertouristen an Land gehen können und Caravanstellplätze“, betonte Buchta. Umso bedauerlicher sei es, dass das Vorhaben, eine Marina am Hohenauener See zu entwicklen, scheiterte.

Felix Menzel fügte hinzu: „Wenn wir nicht wollen, dass Müll und Fäkalien im Schilf landen, müssen wir Entsorgungsplätze schaffen.

Gemeinde will Investoren unterstützen

Zugleich machte der Bürgermeister deutlich, dass eine kleine Gemeinde wie das Milower Land nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, um solche Vorhaben selbst zu entwickeln. „Wir sind auf Investoren angewiesen und werden diese jederzeit unterstützen“, versprach Menzel.

Buchta brachte als positives Beispiel Strodehne an. Dort gründeten Bürger einen Verein, um einen Wasserwanderrastplatz zu entwickeln und die nötigen Fördermittel zu akquirieren. Heute wird der Platz fast überrannt, so groß ist der Bedarf.

Hoffnung für die Stremme

Bleibt die Frage, inwiefern das Land bei der weiteren Entwicklung helfen kann. „Das Land kann immer unterstützen, aber zunächst müssen die entsprechenden Genehmigungen für die Vorhaben vorliegen“, lautete die Antwort des Ministers.

Besonders zufrieden zeigte sich Felix Menzel nach dem Ausflug. Die Ankündigung Rocco Buchtas, dass eine bauliche Maßnahme bald wieder mehr Wasser in die Stremme bringen soll, freute den Bürgermeister enorm: „Seit acht Jahren kämpfen wir dafür. Das macht mir Hoffnung. Es wäre ein wichtiger Schritt für die Milower und die Touristen.“

Von Christin Schmidt

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