Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Premnitz Familiengeschäft schließt nach 29 Jahren
Lokales Havelland Premnitz Familiengeschäft schließt nach 29 Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:04 02.09.2019
Ladenhund Mailo gehört seit zehn Jahren zum Kinderland dazu. Auch ihn werden die Kunden vermissen. Quelle: Christin Schmidt
Premnitz

Zum allerletzten Mal schließen Frank und Veronika Peters am Samstag die Ladentür von „Vronis Kinderland“ ab. Damit endet ein Kapitel Premnitzer Wirtschaftsgeschichte. Seit 29 Jahren gehört das familiengeführte Geschäft zur Einzelhandelslandschaft der Stadt. Spielzeug, Schreibwaren, Schulbücher – wer aus diesem Bereich etwas brauchte, wurde in dem Laden in der Goethestraße fündig.

„Wir haben hier alles bekommen, was wir gesucht haben. Und haben wir mal etwas nicht gefunden, konnten wir es drei Tage später abholen. Sie haben alles möglich gemacht“, erzählt eine Kundin. Sie ist gekommen, um sich von Familie Peters zu verabschieden und noch so manches Schnäppchen mitzunehmen.

Seit letzter Woche gibt es 29 Prozent auf alles, die Familie möchte die Ware verkaufen, denn zurückgeben kann sie nichts. Das gehört zum unternehmerischen Risiko wie vieles andere auch.

Startkapital von Freunden aus dem Westen

Von all dem wusste die Familie aber nichts, als sie am 1. Oktober 1990 eröffnete. Sie hatte gar nicht vor, einen Spielzeugladen zu betreiben. Als gelernter Glaser wollte Frank Peters eigentlich eine Glaserei eröffnen, aber die Gewerbeerlaubnis wurden ihm versagt.

Brieffreunde aus dem Westen schlugen daraufhin vor, aus der Glaserei ein Spielwarengeschäft zu machen. Die Familie bewies Mut und wagte diesen Schritt, allerdings wollte ihnen keine Bank weit und breit einen Kredit gewähren. „Zum Teil wurden wir regelrecht ausgelacht, es war demütigend“, erinnert sich der Familienvater.

Dass es dennoch zur Geschäftseröffnung kam, ist der besonderen Brieffreundschaft zu verdanken. „Unsere Freunde aus Düsseldorf, eigentlich wildfremde Menschen, die wir noch nie persönlich getroffen hatten, liehen uns das Startkapital, sonst hätten wir nicht eröffnen können“, so Veronika Peters.

Sogar aus Sachen-Anhalt kamen Kunden

Es folgten aufregende Zeiten. Während Frank Peters nach Berlin zum Großhandel fuhr, um Ware zu kaufen, riss sich die Kundschaft in Premnitz förmlich um die Barbies, Matchbox und all die bunten Sachen, die es vorher nicht gab. „Am Morgen war der Laden mit Ware gefüllt, am Abend waren die Regale leer. Die Menschen waren einfach hungrig“, sagt Veronika Peters.

Wer glaubt, das Kinderland schließt nun, weil das Geschäft nicht mehr läuft, der irrt. Im Gegenteil, der Laden bediente Kunden weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Aus Rathenow, Rhinow, Brandenburg und selbst aus Sachsen-Anhalt kamen Menschen ins Geschäft.

Sogar Büros belieferte Vronis Kinderland. „Sie waren immer mit Herzblut dabei, haben versucht alles möglich zu machen. Man wusste einfach, wenn man hierher kommt, bekommt man, was man braucht und dazu ein Lächeln“, schwärmt eine Kundin aus Premnitz.

Geschenke und Blumen zum Abschied

Sie ist nicht die einzige, der der Abschied schwer fällt. An der Kasse sammeln sich Blumen, Dankeskarten und Geschenke treuer Kunden. Sogar Kinder kamen mit einer einzelnen Rose vorbei, um sich zu verabschieden. „Da hat man dann schon mal Tränen in den Augen“, gesteht Veronika Peters. Jetzt musste sich die Familie aus gesundheitlichen Gründen entscheiden, das Geschäft aufzugeben. Einen Nachfolger gibt es nicht.

Die Ladentür schließen sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sie blicken auf viele schöne Erinnerungen zurück, die Arbeit hat ihnen großen Spaß gemacht. „Wir bedanken uns bei allen treuen Kunden und bei unseren Familien für die fleißige Hilfe in den vergangene Jahren“, betont Veronika Peters.

Es gab aber auch sehr anstrengende Tage, zudem blieb für Urlaub kaum Zeit und auch das Familienleben musste manchmal hintenanstehen. Jetzt geht aber die Gesundheit vor.

Von Christin Schmidt

Christian Görke ist es nicht gelungen, den Landtagswahlkreis 4 im vierten Anlauf noch ein viertes Mal zu gewinnen. Der Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident hatte gegenüber Katja Poschmann (SPD) und Kai Berger (AfD) das Nachsehen. Beide lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Katja Poschmann knapp gewann.

01.09.2019

Viele Besucher kamen am Sonntag auf das Gelände des MAFZ-Erlebnispark Paaren im Glien, um gemeinsam das Kreiserntefest zu feiern. Gastgeber war diesmal die Stadt Premnitz.

01.09.2019

Wenige Tage nach den Landtagswahlen setzt Stefan Behrens (Bündnis 90/Grüne) seine Reihe „Stadtgespräch“ fort. In die Villa am See eingeladen ist diesmal Landrat Roger Lewandowski (CDU).

30.08.2019