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Premnitz Poliklinik wird auseinander genommen
Lokales Havelland Premnitz Poliklinik wird auseinander genommen
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19:42 29.10.2019
Ausbau der Fenster per Hand: Die PVC-Fensterrahmen werden extra gesammelt und recycelt. Quelle: Uwe Hoffmann
Premnitz

Der Abriss der alten Poliklinik in der Friedrich-Engels-Straße durch das Berliner Abbruchunternehmen SDL Citybaumanagement GmbH begann im Mai und soll noch bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Vor einer Woche begann der so genannte selektive Rückbau. Dabei werden unter anderem die ausgebauten Fenster recycelt und dienen später als Rohstoff zur Produktion neuer Fenster.

„Die PVC-Rahmen der über 200 ausgedienten Kunststofffenster des sechsstöckigen Gebäudes werden hier separat und per Hand ausgebaut, gesammelt und dann recycelt“, erklärt Michael Vetter, Geschäftsführer der Rewindo GmbH, Fenster-Recycling-Service, Bonn.

Der Kreislauf der Fenster

„Dazu werden die Fenster von unserem Partner VEKA Umwelttechnik GmbH bei Eisenach geschreddert, weiter zerkleinert und getrennt. Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff werden sortenrein getrennt. Das so gewonnene reine PVC-Granulat ist ausschließlich Ausgangsstoff für neue Kunststofffenster mit Rezyklat-Kern in gleicher bauphysikalischer Qualität wie Neuware.“

Die PVC-Fensterrahmen werden extra gesammelt und für die Wiederverwertung beiseite gelegt. Uwe Hoffmann. Quelle: Uwe Hoffmann

Durch andere Firmen recycelt werden auch das Fensterglas und das Metall. Der Gummi, auch auf Grund unterschiedlicher Zusammensetzung, wird in der Müllverbrennung thermisch verwertet.

„Die Zeiten des schnellen Abrisses mit der großen Keule sind vorbei“, sagt Christian Naumann, stellvertretender VEKA-Verkaufsleiter. „Seit Jahren gibt es im Zusammenhang mit dem selektiven Rückbau den tollen deutschen Begriff des 'urban mining', also des Rohstoffabbaus in der Stadt. Und das tun wir auch seit 1993.“ Aber der Abrisskran steht schon vor Ort bereit und wartet auf seinen Einsatz.

Alternative zur Verbrennung

Das Unternehmen Rewindo organisiert mit seinen Recyclingpartnern seit 17 Jahren bundesweit ein Sammel- und Wiederverwertungssystem für PVC-Altfenster, -Rolläden und -Türen. Dies schont Ressourcen, spart Energie und Kohlendioxid ein und ist laut Firma erheblich preiswerter als eine Müllverbrennung.

Die Recyclingmenge steigerte sich über die Jahre. „Im Jahr 2018 konnten wir mit unseren Partnern mehr als 33 000 Tonnen PVC-Regranulat zurückgewinnen. Das entspricht dem Materialoutput von etwa zwei Millionen recycelten Fenstern“, so Geschäftsführer Vetter weiter. „Europaweit sollen nach Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Branche bis 2025 etwas 900 000 Tonnen PVC jährlich recycelt werden.“

Der Abriss der 1972 errichteten Poliklinik soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Quelle: Uwe Hoffmann

Das Gebäude der Poliklinik in der Friedrich-Engels-Straße wurde im Jahr 1972 als Poliklinik für das Chemiefaserwerk errichtetet und war bis zum Sommer 2016 in Betrieb. Das breite Angebot, mit verschiedenen Fachärzten – insgesamt waren es 14 medizinische Fachabteilungen, Gesundheits-Dienstleistungen und dazugehöriger Apotheke – findet man heute im Sommer 2016 auf dem ehemaligen Buga-Gelände im Stadtzentrum eingeweihten Gesundheits- und Familienzentrum sowie im 2017 eröffneten Diakonie-Medizin- und Pflegezentrum.

Von Uwe Hoffmann

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