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Premnitz Anwohner wollen nicht verkaufen: Radwegbau ist in Gefahr
Lokales Havelland Premnitz Anwohner wollen nicht verkaufen: Radwegbau ist in Gefahr
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17:24 10.10.2019
Seit Jahren wird ein Radweg zwischen Milow und Premnitz gefordert. Der Bau kann jetzt aber nicht wie geplant im nächsten Jahr beginnen. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Die Interessierten werden es im ersten Moment gar nicht glauben können, trotzdem ist es so: Der seit Jahren geforderte Radweg an der L963 zwischen Premnitz und Milow, dessen Bau im nächsten Jahr beginnen sollte, wird auf irgendwann in der Zukunft verschoben.

Das liegt allerdings nicht an den zuständigen Behörden. Die Planung ist fertig, teilt Frank Schmidt, Dezernatsleiter des Landesbetriebs Straßenwesen, mit. Das Geld sei in den Haushalt 2020 eingestellt. Es könne vielmehr nicht gebaut werden, nennt er den Grund, weil vier Anwohner verschiedene Teilflächen nicht verkaufen wollen, die für den Bau des Radwegs gebraucht werden. Der Plan war, dass die Straße in den Jahren 2020 und 2021 erneuert wird. Fest verknüpft mit diesem Vorhaben ist auch der Radweg, der komplett neu auf der nördlichen Seite der Straße angelegt werden soll.

Frank Schmidt, Landesbetrieb Straßenwesen. Quelle: Bernd Geske

Weil dafür mehr Platz als bisher gebraucht wird, hätte das Land die benötigten Flächen ankaufen müssen. So sollte es geschehen, doch sind die Verhandlungen mit den Eigentümern beim letzten Termin endgültig fehlgeschlagen.

„Da sind Forderungen aufgemacht worden, die für uns nicht nachvollziehbar sind“, erklärt Frank Schmidt. Beim Ankauf von Grundstücken habe er sich mit seinen Preisangeboten nach dem aktuellen Grundstücksmarktbericht des Landkreises zu richten, die Spielräume seien minimal.

Das Fatale sei, so Schmidt, dass es sich um Leute handelt, die zur Region gehören. Zum Teil gehe es nur darum, einen wenige Meter breiten Streifen „vor der eigenen Haustür“ zu verkaufen. Und das für einen Radweg, dessen Notwendigkeit außer Zweifel steht.

Planfeststellung beginnt

Weil der Ankauf jetzt nicht gelingt, verzichtet der Landesbetrieb aber nicht auf das Bauprojekt. Er wird nun ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg bringen, an dessen Ende die Möglichkeit steht, die benötigten Grundstücke rechtlich wasserfest zwangsweise anzukaufen. Bis aber das Verfahren durch ist, wird es wenigstens drei Jahre dauern. Und ob das Land dann das Geld gleich zur Verfügung stellen kann, steht in den Sternen. Ohne Radweg gibt es auch keinen Straßenbau.

Das Projekt hatte sich für 2020/2021 angeboten, weil in diesen beiden Jahren auch die Havelbrücke vor Milow neu gebaut werden soll. Da deswegen vermutlich diverse Kraftfahrer sowieso auf eine andere Route ausweichen werden, hätte der Straßenbau in dieser Zeit gut gepasst.

Bürgermeister enttäuscht

Der Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) kann seine Enttäuschung nur schwer verbergen. „Es ist einfach nicht zu verstehen“, sagt er, „dass hier Leute ohne ernsthafte Nachteile ihre eigenen Interessen über die Interessen der Gemeinschaft stellen.“ Es sei allgemeiner Konsens weit und breit, dass der Radweg gebraucht wird. Doch einige Menschen hätten offenbar kein Interesse an einer guten Entwicklung der Region.

Wenn sogar ein Mitglied der Bürgerinitiative „Leben und Arbeiten im Havelland“ unter den Verweigerern sei, dann tue ihm das weh, so der Bürgermeister. Sollte es demnächst ohne Radweg zu einem Unfall kommen, so der Bürgermeister, müsse klar sein, dass hier einige wenige private Grundstückeigentümer egoistisch gehandelt haben.

Von Bernd Geske

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