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Premnitz Stadt und Bauernverband legen Blühstreifen an
Lokales Havelland Premnitz Stadt und Bauernverband legen Blühstreifen an
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14:28 10.04.2019
Sehr gut kam an, dass einige Kinder der Kita „Flax und Krümel“ beim Anlegen des Blühstreifens mitgeholfen haben.
Sehr gut kam an, dass einige Kinder der Kita „Flax und Krümel“ beim Anlegen des Blühstreifens mitgeholfen haben. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

 Es ist ja nicht so, dass im Stadtzentrum von Premnitz keine Blumen blühen. Schon jetzt leuchten viele verschiedene Blüten auf den Beeten im Grünzug zwischen dem Rathaus und der Uferpromenade an der Havel.

Weil die Stadt in diesem Jahr aber zu den Ausrichtern des havelländischen Kreiserntefestes gehört, haben die Verantwortlichen das zum Anlass genommen, um an der Uferpromenade einen zusätzlichen Blühstreifen anzulegen. Als Erntefestpartner waren am Mittwoch in Premnitz natürlich die Stadt selbst, der Kreisbauernverband, die Landfrauen und der Erlebnispark Paaren als Veranstaltungsort des Erntefestes vertreten.

Blühstreifen ein top Thema

„Blühstreifen gehören zu den top Themen in diesem Frühjahr“, stellte Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, einleitend fest. Der gesellschaftlichen Diskussion über die Erhaltung der biologischen Vielfalt werde sich der Bauernverband nicht verschließen.

Premnitz als diesjährige Kreiserntefeststadt befinde sich in der Situation, dass sie selbst keinen einzigen Landwirtschaftsbetrieb habe, sagte er. Deshalb werde der Kreisbauernverband den Premnitzern besondere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.

Bauernchef streut Saatgut aus

Dirk Peters als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, Landwirt in Nauen, hatte es sich nehmen lassen, persönlich nach Premnitz zu kommen, um das Saatgut für den Blühstreifen fachgerecht auszustreuen. Es sei doch nichts Neues für Landwirte, Blühstreifen anzulegen, sagte er. Das werde schon seit Jahrzehnten gemacht. Früher seien auf den Feldern Zwischenfrüchte angesät worden. „Wir stellen uns den gesellschaftlichen Anforderungen“, betonte Dirk Peters. In den Städten Nauen und Wustermark seien vor wenigen Tagen ebenfalls Blühstreifen angelegt worden.

Dirk Peters, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, hat die Mischung ausgesät. Quelle: Bernd Geske

Der Premnitzer Blühstreifen ist vier mal 20 Meter groß und liegt parallel zum Havelufer. Ausgebracht worden ist dort die Saatgutmischung „Bienenweide“ (Latein Apis Vitalis). Sie enthält 35 einjährige Arten, ist nach Angaben des Herstellers eine „attraktive und blühfreudige Blumenmischung“ und bietet Honig- und Wildbienen reichlich natürliche Nahrung.

Dirk Peters hat berichtet, schon seit Jahren säe er selbst auf seinem Hof diese Mischung aus. Werde der Boden gut feucht gehalten, seien in sechs Wochen die ersten Blüten zu erwarten. Wenn keine Wetterkatastrophen eintreten, sei bis zum ersten Frost mit immer wieder neuen Blüten zu rechnen. Das Feuchthalten ist kein Problem. Die Stadt Premnitz hat an der Uferpromenade eine Beregnungsanlage im Boden.

Gemeinsam ist das Saatgut eingeharkt worden. Quelle: Bernd Geske

Um eine engere Verbindung zum Kreisbauernverband zu knüpfen, hatte der Premnitzer Bürgermeister kürzlich als Gast an seiner Jahresversammlung teilgenommen. Der Vorstand des Verbandes hatte seine letzte Vorstandssitzung in Premnitz ausgerichtet.

Ute Lagodka, Geschäftsführerin des Erlebnisparks, berichtete, dass die Vorbereitung des Kreiserntefestes gut voran kommt. Es findet am 1. September statt. Bislang sei beim Bauenverband noch keine Bewerbung um die Würde der Erntekönigin, des Erntekönigs oder auch eines Königspaares eingegangen.

Froh und zufrieden nach getaner Arbeit. Quelle: Bernd Geske

Bürgermeister Ralf Tebling beklagte nicht, in Premnitz keinen Landwirt zu haben. Er berichtete lieber, dass es in der Stadt elf Kleingartenvereine mit über 550 Mitgliedern gibt. Mit diesen Unterstützern werde es gelingen, fehlende Landwirte zu kompensieren.

Dass die Premnitzer es verstehen, viele Mitstreiter in die Erntefestvorbereitung einzubeziehen, ist auch deutlich geworden. Kinder der Kita „Flax und Krümel“ halfen zur Freude aller Anwesenden dabei mit, den Blühstreifen anzulegen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar.

Von Bernd Geske