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Premnitz „Hexenjagd“: Ehepaar Behrens verlässt Premnitz
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17:00 13.02.2020
Ulrike und Stefan Behrens haben bei der Kommunalwahl im Mai 2019 in Premnitz für die Grünen kandidiert. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Es klingt viel Verbitterung durch, wenn Ulrike und Stefan Behrens sich jetzt aus Premnitz verabschieden. Sie haben die Anfragen dieser Zeitung vom Donnerstag bislang nicht beantwortet, doch kann mittlerweile als sicher angenommen werden, dass sie ihrer Wahlheimat seit 2013 Adieu sagen.

Ihr Kunsthaus „Villa am See“ war in kurzer Zeit zu einer der ersten Adressen im Land geworden mit Angeboten auf dem Gebiet der Kultur. Neu durchgestartet auf dem Gebiet der Politik sind dann Ulrike und Stefan Behrens im vergangenen Jahr, nachdem sie der Partei Bündnis 90/Grüne beigetreten waren.

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Er schaffte es als erster und einziger Kandidat der Grünen bisher überhaupt, in die Stadtverordnetenversammlung (SVV) Premnitz einzuziehen. Sie kandidierte für den Kreistag, errang aber kein Mandat. Er kandidierte am 1. September auch noch für den Landtag, zog aber nicht ein.

Fragen aufgeworfen

Der plötzliche Rückzug wirft Fragen auf. Mögliche Antworten haben Ulrike und Stefan Behrens selbst gegeben in einem Schreiben, das derzeit umgeht. Die Entwicklung der Stadt Premnitz „hin zu einem Müllumschlagplatz, Müllsortierung, Müllverbrennung von europäischem Maßstab in unmittelbarer Stadtlage ohne Rücksicht auf die negativen Einflüsse der Bewohner“ führen sie als einen Grund an.

In der Tat hatte Stefan Behrens, damals gerade Mitglied im städtischen Wirtschaftsausschuss geworden, im Sommer des letzten Jahres vor Zeugen erklärt, wenn eine bestimmte Firma sich tatsächlich im Industriepark Premnitz ansiedeln dürfe, würde das für ihn und seine Frau der letzte Anstoß sein, die Stadt Premnitz zu verlassen.

Viele Gründe

Die Eheleute Behrens wollen ihre „Villa am See“ nun verkaufen. Die Gründe dafür seien vielfältig und kein einzelner Grund habe den Ausschlag gegeben, haben sie mitgeteilt. „Meine Frau und ich sehen für uns am Standort Premnitz, als auch im Havelland und letztlich in Deutschland, keine Zukunft mehr“, hat Stefan Behrens geschrieben.

Von persönlichen Bedrohungen und Beschädigungen von Kunstwerken ist bei ihm auch die Rede. Von einer Verwaltung und Stadtverordneten, die zwar abstimmen, sich aber nicht umfänglich informieren wollen und letztlich verantwortungslos handeln, schreibt er ebenso. Sie beide seien in ihrer Arbeit immer wieder behindert worden.

Hart getroffen ist die CDU

Alles gipfelt schließlich in der Behauptung von Stefan Behrens, „so eine Hexenjagd im 21. Jahrhundert“ hätten er und seine Frau sich nicht vorstellen können. Ob man das nun glaubt oder nicht – klar wird bei solchen Formulierungen, dass sie ihre Zelte in Premnitz ganz sicher abbrechen werden.

Am härtesten getroffen wird von dem Rückzug wohl die Premnitzer CDU. Im Streit darüber, ob mit Stefan Behrens eine gemeinsame Fraktion in der SVV gebildet werden sollte, war Christian Peter erst aus der geplanten Fraktion und dann aus der Partei ausgetreten. Jetzt, nachdem Stefan Behrens wohl schon in der nun kommenden Sitzungsrunde fort sein dürfte, besteht die CDU-Fraktion nur noch aus zwei Mitgliedern. Und weil die Grünen keinen Nachrücker haben, wird die Stadt Premnitz künftig mit einem Stadtverordneten weniger auskommen müssen.

Von Bernd Geske

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