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Premnitz Spendenstübchen unter Dach und Fach
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16:35 17.12.2018
Gudrun Pingel (links) und Rita Golombiewski helfen bei Robin Hood mit, die Spenden zu ordnen. Quelle: fotos: Bernd Geske
Premnitz

 Der Start hatte unter keinem günstigen Stern gestanden. Der neue Premnitzer Verein Robin Hood, der ärmeren Menschen von dem geben will, was ihm andere Leute vorher gespendet haben, durfte in diesem Frühjahr seine Räume im ehemaligen Zentrallabor des einstigen Chemiefaserwerks nicht beziehen, weil das Baurecht der veränderten Nutzungsart entgegen stand. Darum hatten die Vereinsmitglieder kurzerhand begonnen, ihre Kleiderkammer mit Begegnungsstätte vor dem Gebäude unter freiem Himmel zu betreiben.

Die Jahreszeit, in der man solche Dinge mit hochgekrempelten Ärmeln an der frischen Luft abwickeln konnte, sind indes jetzt eindeutig vorbei. Die Vereinsvorsitzende Kerstin Lalla kann nun aber darüber berichten, dass sich die einst ungeklärten Angelegenheiten positiv entwickelt haben. Bereits Anfang November habe sie vom Finanzamt für den Verein die so sehnlich erwartete Anerkennung der Gemeinnützigkeit bekommen, teilt sie mit.

Das einstige Zentrallabor an der Vistrastraße. Quelle: Bernd Geske

Auch in das Gebäude ist Robin Hood nun schon eingezogen. „Unsere Architektin hat die Nutzungsänderung beantragt“, sagt Kerstin Lalla. „Das ist bei den zuständigen Behörden mit Wohlwollen aufgenommen worden. Als es kalt wurde, sind wir rein gegangen.“ Es habe nur vier einfache Nachforderungen gegeben. Der Verein halte sich an alle Auflagen, es laufe gut.

Die Vereinsverantwortlichen haben ihrer Kleiderkammer mittlerweile den Namen „Spendenstübchen“ gegeben. Wobei die Bezeichnung „Stübchen“ doch ein klein wenig untertrieben erscheint, weil die räumlichen Möglichkeiten im einstigen Zentrallabor durchaus beachtlich sind. Die untere Etage des großen Klinkerbaus wird derzeit schon fast komplett vom Verein genutzt.

Sechs Räume und eine kleine Küche

Es gibt einen Raum mit Erwachsenenkleidung, Handtüchern und Bettwäsche. Im nächsten Zimmer befindet sich Spielzeug für Kinder. Ein weiterer Raum ist mit Geschirr und Haushaltsgeräten gefüllt. Im nächsten Zimmer ist Kinderkleidung in die Regale gestapelt. Raum Nummer fünf ist eine kleine Bibliothek, in der man gemütlich sitzen und lesen kann. Daneben geht es in die kleine Küche. Am größten ist ein schöner Raum für Zusammenkünfte. Am 5. Dezember hat dort eine Kinderweihnachtsfeier für rund 20 Mädchen und Jungen stattgefunden. Alle haben ein Geschenk erhalten, der Weihnachtsmann ist dagewesen.

Nicht zuletzt gibt es noch den langen Flur, in dem auch Dinge gezeigt und aufbewahrt werden, weil der Platz sonst gar nicht mehr reichen würde. Aus Brandschutzgründen, erklärt Kerstin Lalla, muss die eine Seite des Flurs aber wieder frei geräumt werden.

Gebäck und Tee im Kontaktcafé

Die Spendenabgabe laufe super, teilt die Vereinsvorsitzende mit. Von vielen Leuten, die etwas bringen, würden sie und ihre Mitstreiter in ihrem Bestreben bestärkt. Als Ort zum Verweilen ist ein Kontaktcafé eingerichtet worden. Dort gibt es Gebäck, Kaffee und Tee. Getränke mit Alkohol sind dort nicht zu haben.

Der Verein Robin Hood sammelt derzeit Schlafsäcke für die Obdachlosenhilfe Berlin-Lichtenrade. Zehn Stück konnten dort bereits hingebracht werden, acht weitere Teile liegen schon wieder bereit. Außerdem spendet der Verein jeden Monat 40 Euro an den „Ketchup-Club“ der Arbeiterwohlfahrt, der an der Dachsbergschule rund 100 bedürftige Mädchen und Jungs mit kostenfreiem Frühstück versorgt.

Spendenstübchen und Kontaktcafé

Der neue gegründete Verein Robin Hood betreibt im ehemaligen Zentrallabor, Vistrastraße 7 in Premnitz, eine „Spendenstübchen“ genannte Kleiderkammer und ein Kontaktcafé.

Geöffnet ist dort von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr.

Über die Weihnachtszeit ist seit dem 17. Dezember geschlossen.

Ab 2. Januar sind Spendenstübchen und Kontaktcafé wieder geöffnet.

Die Vorsitzende des Vereins Robin Hood ist Kerstin Lalla aus Milow.

Als ihre erste Aktivität hatte Kerstin Lalla vor einem Jahr in der Premnitzer Awo-Schule Sophie Scholl eine wohltätige Weihnachtsfeier für Kinder organisiert.

Am 5. Dezember dieses Jahres gab es im Spendenstübchen eine Kinderweihnachtsfeier.

Das Spendenstübchen hat zuletzt von Montag bis Freitag täglich in der Zeit von 9 bis 16 Uhr offen gehabt. Seit Montag ist jetzt erst einmal geschlossen, weil die Weihnachtstage vor der Tür stehen. Ab 2. Januar 2019 wird wieder aufgemacht.

Bei Robin Hood wird darüber nachgedacht, Spendenstübchen und Kontaktcafé im neuen Jahr auch an Samstagen und Sonntagen zu öffnen. Für Kinder soll es Bastelnachmittage geben. Regelmäßige Spielnachmittage für Erwachsene sollen auf die Beine gestellt werden. Es gibt den Gedanken, einmal im Monat ein großes gemeinsames Frühstück für alle Interessierten zu organisieren. Erwachsene sollen dafür zwei Euro zahlen, Kinder können kostenlos mit dabei sein. Zum Weihnachtsfest will der Verein versuchen, allein stehende Rentner an Familien zu vermitteln.

Von Bernd Geske

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