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Premnitz Widerspruch zu Leinenzwang auf Bützer Feld
Lokales Havelland Premnitz Widerspruch zu Leinenzwang auf Bützer Feld
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15:28 03.12.2018
Widerspricht dem Leinenzwang: Frank Wienert aus Mögelin auf dem Bützer Feld mit seinen beiden Schäferhunden Ben und Paulus. Quelle: foto: Bernd Geske
Mögelin

 Rundum widersprochen hat der Mögeliner Frank Wienert den Aussagen eines Jagdpächters und des Ordnungsamtes der Stadt Premnitz, wonach es auf der Liegenschaft „Bützer Feld“ zwischen Mögelin und Premnitz nicht gestattet sein soll, Hunde ohne Leine frei laufen zu lassen. Mehr als in früheren Jahren sei es auf der vorbeiführenden B 102 zu Unfällen mit Rehen gekommen, hatte der Jagdpächter Johann Brem berichtet und den Verdacht geäußert, dass die Rehe wohl meist von frei laufenden Hunden aufgeschreckt wurden und in Richtung Straße gelaufen sein sollen.

Er wohne seit über 20 Jahren in Mögelin, sagt Frank Wienert, und in all der Zeit führe er seine zwei Deutschen Schäferhunde jeden Tag auf dem Bützer Feld aus – ohne Leine wohlgemerkt. Das Gelände sei sehr übersichtlich, erklärt er, und es gebe dort in einer Lanke der Havel auch zwei Stellen, an denen die Hunde baden können. Er hat bestätigt, dass der Bereich relativ häufig auch von anderen Hundehaltern zum Ausführen ihrer Tiere genutzt wird. Das sei eine schöne Ecke, sehr gut geeignet für diese Zwecke.

Mit Erlaubnis des Besitzers

In all der Zeit, so betont Frank Wienert, hätten seine Hunde dort niemals Rehe aufgescheucht und in Richtung Straße gejagt. Er habe so etwas auch nicht bei anderen Hundehaltern erlebt. Der damalige Besitzer des Bützer Feldes habe es ihm ausdrücklich erlaubt, dort seine Hunde frei laufen zu lassen.

Das Ordnungsamt der Stadt Premnitz hatte die Beschwerden des Jagdpächters im September zum Anlass genommen, um einige Hundehalter anzuschreiben. Der Jagdpächter Johann Brem sei berechtigt, den Leinenzwang durchzusetzen, hat die Behörde mitgeteilt. Das Nichtbeachten des Jagdgesetzes sei eine Ordnungswidrigkeit. Zuwiderhandlungen könnten mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro geahndet werden. Viele Hundehalter, so hat das Ordnungsamt festgestellt, hätten sich daraufhin einsichtig gezeigt.

Hunde in Ruf- und Sichtweite

Der Mögeliner Frank Wienert teilt allerdings diese Rechtsauffassung nicht. Er führt seine beiden Schäferhunde Ben und Paulus weiterhin auf dem Bützer Feld ohne Leinen aus. „Ein Jagdpächter darf einen Leinenzwang gar nicht aussprechen“, sagt er, „das darf nur ein Forstbeamter oder der Eigentümer der Fläche.“ In der freien Landschaft sei es sehr wohl gestattet, Hunde in Ruf- und Sichtweite frei laufen zu lassen. Er nennt Gerichtsurteile und Internetseiten, die das nach seiner Ansicht bestätigen. Und er betont: Leinenzwang für Hunde im Wald, der von Natur aus unübersichtlich sei, sei für ihn richtig und nachvollziehbar.

Ein Blick ins Internet bestätigt immerhin, dass der Streit über Leinenzwang für Hunde in der freien Landschaft ein allgegenwärtiges Thema ist. Gerichtsentscheidungen beziehen sich häufig darauf, dass bei konkreten Streitsituationen stets der Einzelfall zu bewerten ist. Wie ein örtliches Gericht den mutmaßlichen Leinenzwang auf dem Bützer Feld bewertet, dazu gibt es keine Entscheidung, weil dort bislang noch kein solcher Fall vorgelegt worden ist.

Annahmestelle für Grünabfälle

Hundehalter Frank Wienert zweifelt zudem auch daran, dass Jagdpächter Johann Brem überhaupt richtig liegt mit seiner Aussage, dass die Rehe von Hunden in Richtung Bundesstraße getrieben werden. Vor wenigen Jahren, berichtet er, sei es einer Rathenower Firma gestattet worden, auf dem Bützer Feld eine Annahmestelle für Grünschnitt, Laub und ähnliche Abfälle einzurichten. Das ist seinerzeit getan worden, um Einwohnern von Premnitz und Umgebung einen kürzeren Weg zu eröffnen, um ihre Grünabfälle ordnungsgemäß zu entsorgen.

Vor allem an den Annahmetagen Sonnabend und Montag gebe es jetzt auf dem Bützer Feld viel mehr Betrieb von Fahrzeugen, die Grünabfälle zur Annahmestelle bringen oder von dort wieder wegfahren, sagt Frank Wienert. Viele dieser Fahrzeuge seien mit beträchtlichem Tempo auf den Wegen unterwegs. Dadurch – und nicht durch die Hundealter – gebe es jetzt viel mehr Betrieb als in früheren Jahren auf dem Bützer Feld.

An anderen Wochentagen werde die nicht ganz leise Anlage von der Kompostierfirma betrieben, berichtet Frank Wienert, und er habe schon wiederholt in dem Bereich Leute beobachten können, die außerhalb der Geschäftszeiten mit Grünschnitt unterwegs waren. Das sei der wahre Grund, weshalb in letzter Zeit das Wild vom Bützer Feld viel unruhiger als früher sei.

Von Bernd Geske

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