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Havelland Prügel für Presse: Ordner greift Journalisten an
Lokales Havelland Prügel für Presse: Ordner greift Journalisten an
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21:07 31.08.2016
Fahnen bei der Demonstration des Bürgerbündnisses.
Fahnen bei der Demonstration des Bürgerbündnisses. Quelle: Presseservice Rathenow
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Rathenow

Die Demonstrationen des Bürgerbündnisses Havelland, alle zwei Wochen auf dem Märkischen Platz, erregen kaum noch Aufmerksamkeit. Am vergangenen Dienstag hat es allerdings eine Auseinandersetzung zwischen einem Freund oder Mitglied des Bürgerbündnisses und dem Begleiter eines Fotografen gegeben, der die Demonstrationen für das Portal „Presseservice Rathenow“, begleitet. Schon einmal ist ein Fotograf dieses Mediums bei einer dieser Demonstrationen angegriffen worden, das war Ende des vergangenen Jahres.

Wie der Presseservice im sozialen Netzwerk Facebook mitteilt, haben zwei Sympathisanten des Bürgerbündnisses zunächst den Begleiter eines Fotografen angepöbelt und sich dann anschließend mit ihm eine handfeste Auseinandersetzung geliefert. Einer der Angreifer habe den Mann geschlagen. Beamte der Bereitschaftspolizei seien daraufhin eingeschritten und hätten die Schlägerei beendet.

Der Begleiter des Fotografen ist seit November 2015 bei nahezu jeder Versammlung des Bürgerbündnisses dabei, ließ der Presseservice wissen. Seine Aufgabe sei es, den Fotografen zu schützen, der seinerzeit angegriffen wurde.

Die Polizei bestätigte am Mittwoch den Vorfall. Ein Sprecher der Polizeidirektion Brandenburg/Havel sagte: „Es stimmt, zwischen Mitgliedern des Bürgerbündnisses und einem Pressevertreter ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen. Daraufhin wurden zwei Anzeigen gefertigt.“ Dem gehe die Polizei nun nach, hieß es.

Zuvor hatten sich die Mitglieder des Bürgerbündnisses auf dem Märkischen Platz versammelt, um Statements zur Kommunal-, Bundes- und Landespolitik abzugeben. Wie auch in den vergangenen Wochen seien auch Kommunalpolitiker angefeindet worden, hieß es beim Presseservice. Ein besonderes Ziel dieser Wortattacken ist stets Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger. Ein Redner sprach sich am Dienstag gegen „Gender-Mainstream und Homosexualität“ aus, lauthals sei die Politik der AfD bejubelt worden.

Nach den Ansprachen formierten sich die Demonstranten zum Abendspaziergang. Etwas später ereignete sich die Auseinandersetzung. Das Interesse an den Demonstrationen hat stark nachgelassen. Waren zu Beginn des Jahres noch zeitweise etwa 300 bis 500 Demonstranten für das Bürgerbündnis auf der Straße, sind es nun noch 30 bis 40 Personen. Gut bewacht werden die Auftritte des Bürgerbündnisses stets von der Polizei, die immer mit mehreren Mannschaftswagen vor Ort ist.

Von Joachim Wilisch