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Havelland Prunksitzung: Feuerwerk der guten Laune
Lokales Havelland Prunksitzung: Feuerwerk der guten Laune
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10:34 06.02.2017
Der große Auftakt zum PCC-Programm mit Präsident, Prinzenpaar und Garde.   Quelle: Norbert Stein
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Premnitz

 Der Scheich war nicht bei seinen Ölquellen. Das Häschen trank Lustwasser statt Möhren zu knabbern. Der Ritter suchte nicht das Duell, aber den Schwof mit der Marktfrau. So amüsierte sich das kostümierte Volk am Samstagabend beim Karneval im Gasthof „Retorte“ in Premnitz.

Der Premnitzer Carnevalsclub (PCC) sorgte in seiner mittlerweile schon 36. Saison mit einem Großaufgebot für Stimmung im Saal. Rund 100 Mitwirkende gestalteten ein dreistündiges Programm, gespickt mit Witz, Humor, Tanz- und Showeinlagen. Gefeiert wird in diesem unter dem Motto „Tun mir och Knie und Kreuze weh, so jeh ick doch zum PCC!“

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Der Spielmannszug Premnitz eröffnete in Indianer-Kostümen den kurzweiligen Abend mit schwungvollen Melodien. PCC-Präsident Erik Nagel begrüßte die Gäste mit einem dreifachen „Premnitz Helau“. Die Jecken erhoben sich von ihren Plätzen als Alexandra I. und Robert II mit den Tanzmariechen und der PCC-Garde Einzug hielten in den Saal. „Bis Aschermittwoch regiert nun der Karneval in der Stadt“, verkündete das Prinzenpaar in seiner Proklamation. Die Proklamation vorzutragen, ist beim PCC eigetlic die Aufgabe des Prinzen. Weil er erkältet war, übernahm am Samstagabend die Prinzessin diese Aufgabe und meisterte sie bravourös.

Die Garde tanzte und die Techniker feuerten aus der Kanone die erste Konfettisalve in den Saal. Das beim PCC nicht nur die älteren Jecken etwas zu sagen haben, bewies die zehnjährige Paulina Matthäus. Als absolutes Nachwuchstalent plauderte sie in der Bütt über die Sorgen der Kinder mit ihren Eltern und dem täglichen Hauskram. Es wisse doch schon jedes Kind, dass die Männer nicht die geschicktesten sind im Haushalt, verkündete sie in ihrem mit viel Beifall bedachten Vortrag.

Ursula Thiem stieg als Zeitungsbotin in die Bütt. Weil die Rente nicht ausreicht, müsse sie etwas Geld hinzuverdienen als Zeitungsbotin, erklärte sie den Gästen, unter denen auch Abordnungen der Carnevalclubs aus Rathenow und Buckow waren. Der Bau des neuen Premnitzer Gesundheitszentrums schreite gut voran, hat die Zeitungsbotin festgestellt. Das sei für die Erbauer des Flughafens Schönefeld ein Musterbeispiel für Termintreue. Sorgen breiten ihr allerdings die kaputten Gehwege am Dachsberg. Das Wohngebiet könnte zur Kolonie werden, befürchtet die Zeitungsbotin.

Petra Basner und Annett Schneider schwatzten als „ Gerlinde und Elfriede“, in gewohnt humoristischer Weise über ihre Ehemänner und deren Schwächen. In dieser Saison das erste Mal beim PCC ist Jutta Ost. Erprobten Karnevalisten ist sie sicherlich noch aus ihrer Zeit beim ehemaligen Möthlitzer Faschingsclub bekannt. Als „Putzfrau im Krankenhaus“ hatte sie am Samstagabend einiges zu erzählen. „Für wenig Geld sauber machen ist immer noch besser als für viel Geld Drecksgeschäfte zu machen“.

Inka Fähling und Frank Hoffmann unterhielten die Gäste als „Anton & Angelina“ mit Anekdoten aus dem Alltagstrott eines Ehepaares. Frank Basner und Christian Banser als „Nase & Näschen“ sorgten mit Sketchen und Stimmungsgesang für Unterhaltung. Für tänzerisches Temperament auf dem Parkett sorgten die Kleinstadthelden, Boys & Girls, die Bunnys und auch am Samstag wieder das Männerballett mit seinen zwei Darbietungen „Stubenmädchen“ und „Finger weg“- vom Alkohol.

Nach drei kurzweiligen Stunden waren 20 Programmpunkte leider schon vorbei und es folgte das große Finale, bei dem alle Aktiven noch einmal auf die Bühne kamen.

Von Norbert Stein