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Havelland Der Regen hat der Havel nicht viel gebracht
Lokales Havelland Der Regen hat der Havel nicht viel gebracht
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15:05 12.07.2019
So geht es mitunter am Alten Hafen in Rathenow zu. Noch hat die Havel genügend Tiefe, um die Boote aufzunehmen. Quelle: Jürgen Ohlwein
Rathenow

In der Nacht zu Freitag fiel endlich Regen. Für die Havel war es aber so wenig, dass der Wasserstand dadurch nicht beeinflusst wurde. „Vielleicht waren es bis Freitag Vormittag acht Liter“, sagte Joachim Karp von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung im Außenbezirk Rathenow.

Gut für Gärtner

Karp betonte, dass von dem Regen vielleicht einige Gärtner etwas gehabt haben und unter Umständen auch Landwirte. „An der Havel hat es uns nicht weiter gebracht.“

Fahrrinnen sind ok

Trotzdem geht Karp einigermaßen entspannt ins Wochenende. „Zurzeit haben wir an der Havel eine Fahrrinnentiefe von 1,30 Meter in und um Rathenow. Bei Havelberg sind es ach noch 1,25 Meter.“ Das reiche für normale Sportboote vollkommen aus.

Der Wasserwanderstützpunkt am Café Speicher im Optikpark Rathenow. Quelle: Optikpark Rathenow

Der Grund für den stagnierenden Wasserstand auf niedrigem Niveau: aus dem Elbe-Halvel-Kanal wird Wasser zur Verfügung gestellt. „Damit können wir unsere Pegel aufbauen und dann anzapfen“, sagt Karp. Will heißen: die Unterpegel wachsen, wenn Wasser gezapft wird, fallen dann wieder und steigen erneut, wenn wieder Wasser herangeholt wird.

Niedriges Elbe-Wasser

Auf diese Weise halte sich Rathenow und Umgebung mit dem Havel-Pegel einigermaßen im akzeptablen Bereich, so Karp. Sorgen bereitet den Mitarbeitern der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aber der Pegelstand der Elbe. Elbe und Havel stehen in direktem Zusammenspiel. „Normalerweise ist der Wasserstand in der Elbe immer höher, als der in der Havel“, erklärt Karp. Derzeit ist es umgekehrt, die Elbe führt extrem wenig Wasser.

Offene Schleuse

Die Folge: in Havelberg wird die Schleuse geöffnet und Havelwasser fließt in die Elbe ab. „Da müssen wir nun mit zurechtkommen!", sagt Karp. Nur, wenn der Elbe-Pegel wieder höher ist als der der Havel, können die Schleusentore dicht gemacht werden.

Im Optikpark sind Floßfahrten zurzeit wieder möglich. Quelle: privat

Geholfen hat der Regen auf jeden Fall im Optikpark. Der Zugang über den Schubleichter vom Mühleninnenhof auf die andere Seite ist wieder möglich. Ebenso stehen die Flößer wieder bereit, im Havel-Altarm befindet sich derzeit genug Wasser. „Wir wissen aber nicht, wie lange wir das so halten können“, warnt Optikpark-Sprecherin Katja Brunow.

Kreisverwaltung ist wachsam

Bei der Kreisverwaltung herrscht dennoch Alarmstimmung: „Die Wasserknappheit spitzt sich im Landkreis Havelland dramatisch zu“, so Kreissprecher Norman Giese. „Am deutlichsten wird dies am Pegel der Havel in Rathenow-Albertsheim. Dort herrschte am 9. Juli ein Abfluss von gerade einmal 5,5 Kubikmeter pro Sekunde, normal wären 54 Kubikmeter pro Sekunde.“

Hoffen auf Regen

Das Wasser- und Schifffahrtsamt dichtet derzeit neben den bereits beschriebenen Korrekturen die Nadelwehre ab. Auf Anregung der Unteren Wasserbehörde hat der Rathenower Wasser-und Bodenverband Fischtreppen geschlossen und Seitenwehre gedrosselt. Giese schätzt, dass sich die Lage weiter verschärft, wenn nicht bald ergiebige Niederschläge einsetzen.

Joachim Karp von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Quelle: Bernd Geske

Die Havel ist eine Bundeswasserstraße, das bedeutet, dass eine Wasser von Anliegern mit Hilfe von Pumpen nur entnommen werden darf, wenn eine wasserrechtliche Erlaubnis vorliegt. Giese: „In den von der Wasserbehörde in der Vergangenheit erstellten Genehmigungen ist grundsätzlich verankert, dass eine Wasserentnahme bei geringen Abflüssen unter 25 Kubikmeter pro Sekunde einzustellen ist.“ Demnach dürfen Havelanlieger derzeit kein Wasser aus der Havel ziehen.

Kein Wasser ziehen

Die Wasserbehörde appelliert außerdem, mit Wasser sparsam umzugehen. Dies betreffe Oberflächengewässer, aber auch das Grundwasser. Tagsüber sollte das grundsätzlich nicht passieren.

Notfalls Verbote

Wenn sich die allgemeine Situation nicht ändert, wird die Wasserbehörde zu strengeren Maßnahmen greifen. Norman Giese: „Wenn sich die Situation weiter verschärft, wird die Wasserbehörde per Allgemeinverfügung die Oberflächenwasserentnahme untersagen müssen.“

Von Joachim Wilisch

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