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Havelland Rathenower Jobcenter zieht nun ins TGZ
Lokales Havelland Rathenower Jobcenter zieht nun ins TGZ
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06:47 21.04.2018
Möglichst bald sollen die Mitarbeiter des Jobcenters das Dienstgebäude in der Puschkinstraße verlassen. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Im Technologie- und Gründerzentrum wird es bald eng. Nach übereinstimmenden Informationen aus der Kreisverwaltung und der TGZ-Geschäftsführung wird das Jobcenter aus dem Dienstgebäude in der Puschkinstraße ins Grünauer Fenn ziehen. Ein genauer Umzugstermin wurde noch nicht festgelegt. Aber nach Auskunft von Caterina Rönnert, der Pressesprecherin des Havellandes, soll der Standortwechsel so schnell wie möglich erfolgen.

Beide Seiten, TGZ und Kreis, sind sich einig, dass das Jobcenter im TGZ nur eine Übergangslösung sein kann. Der Mietvertrag, der in diesen Tagen abgeschlossen werden soll, ist vorerst auf den 31. Juli dieses Jahres terminiert. Zwar gibt es eine Option auf Verlängerung, aber zur Dauerlösung soll die Immobilie im Grünauer Fenn nach einhelliger Meinung der Beteiligten nicht werden. Wo das Jobcenter dauerhaft seinen Sitz haben wird, darüber hüllt sich der Kreis in Schweigen. „Wir arbeiten an einer längerfristigen Lösung“, sagt Rönnert. Es sei noch alles offen.

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Dass die Behörde überhaupt aus dem Gebäude in der Puschkinstraße herauswill – und das offenbar sehr schnell – ist laut Rönnert „auf erhebliche und wiederholt auftretende Mängel beim Raumklima des Gebäudes zurückzuführen, welche der Vermieter bisher nicht vollständig abstellen konnte“. Die Kreisverwaltung habe deshalb zum Jahresende 2016 entschieden, das Dienstgebäude des Jobcenters in der Puschkinstraße 6 freizuziehen.

Norbert Heise, Geschäftsführer des TGZ, bestätigt, dass die Verhandlungen mit dem Kreis kurz vor dem Abschluss stünden. Es gehe um die Anmietung einer Bürogesamtfläche von rund 1150 Quadratmetern. Die stünden in Haus 2 des TGZ zur Verfügung.

Heise betont, dass er den Vertragsabschluss an zwei Bedingungen knüpfen werde. Zum einen dürfe der Einzug des Jobcenters nicht zum Nachteil der vorhandenen TGZ-Mieter ausfallen. Zum anderen müsse das Mietverhältnis zeitlich befristet bleiben. Das TGZ sei vom rechtlichen Charakter her eine wirtschaftsfördernde Einrichtung. Die dauerhafte Unterbringung einer öffentlichen Verwaltung sei mit diesem Zweck nicht vereinbar.

Heise, der sich im vergangenen Jahr vehement gegen einen Einzug von Teilen der Stadtverwaltung ins TGZ ausgesprochen hatte, weist darauf hin, dass die aktuelle Anfrage sich grundsätzlich von den Rathausplänen unterscheide. Die Verwaltung habe 1700 Quadratmeter beansprucht – über 500 Quadratmeter. mehr als das Jobcenter. „Um diese Fläche bereitzustellen, hätten die Verträge mit fünf TGZ-Mietern gekündigt werden müssen“, sagt Heise. Außerdem sei der Rathausumzug als Dauerlösung geplant gewesen, was das TGZ in seiner jetzigen Form in große Schwierigkeiten geführt hätte.

Die Situation stelle sich jetzt ganz anders dar. „Wir helfen dem Kreis, ein akutes Problem zu lösen und erzielen damit Einnahmen“, sagt er. „Das hilft, die finanzielle Basis des TGZ in diesem Jahr zu stärken.“ Natürlich werde der Betrieb im Haus und auf den Parkplätzen zunehmen. Aber zum einen seien auch nach dem Einzug des Jobcenters freie Bürofläche vorhanden. Und zum anderen werde ja kein Dauerzustand geschaffen.

Caterina Rönnert sagte, der Kreis werde sich bemühen, den Kunden des Jobcenters einen möglichst nahtlosen Übergang zu verschaffen. Das Sachgebiet Service und andere wichtige Ansprechpartner der Sachgebiete Integration und Leistungsgewährung seien ohnehin bis auf Weiteres im bekannten Dienstgebäude in der Berliner Straße 15 zu erreichen. Für Unternehmen und Arbeitgeber werde trotz Umzug die notwendige Erreichbarkeit sichergestellt.

Von Markus Kniebeler