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Havelland Schwedentage starten mit Kanonenschlag
Lokales Havelland Schwedentage starten mit Kanonenschlag
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17:27 07.07.2019
Die Schweden stürmen die Stadt. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Mit dem traditionellen Kanonenschlag wurden am Samstagvormittag, mit Unterstützung von Bürgermeister Ronald Seeger, die sechsten Rathenower Schwedentage auf dem Kirchberg eröffnet.

Inzwischen haben die Schwedentage Tradition in Rathenow. Die sechste Auflage bot den Gästen wieder ein Stück Stadtgeschichte. Rathenow erlebte ein buntes Historienspektakel.

Das bunte Marktreiben um die Sankt-Marien-Andreas-Kirche lockte bereits am Vormittag viele Zuschauer an. Neben einem Schnitzer von Holzgeschirr zeigte Robert Seiler aus Brandenburg/Havel wieder alte Schmiedehandwerkskunst.

Altes Handwerk

Unter Anleitung von Torsten Michalek konnten die Besucher ihre eigene Bienenwachskerze ziehen. Erstmals stellte Ulf Kendzierski aus Wandlitz seinen Büchsenmacher-Service vor, den auch die Darsteller der Traditionsvereine gleich nutzten. Dicht umringt war immer wieder der Stand der Feldscher, der damaligen Mediziner, die im Feld die Verletzten versorgten. Die Cottbuser Vereinsmitglieder amputierten Arme und Beine und zogen Zähne.

Allerhand Leckereien

Um die Kirche herum boten Imbissstände italienische, mit Fleisch, Gemüse und Käse belegte Teigfladen oder leckere frittierte Kartoffelspiralen mit verschiedenen Dipps an. Andere Stände boten Liköre und Met-Spezialitäten oder Schmuck und Dekowaren. Mittelalterliche Musik spielte zu den Schwedentagen erstmals die „3 Accord Band“ aus Berlin. Am Nachmittag lud Kamelle zu ihrer musikalischen Märchenstunde ein.

Landrat Georg Christoph von Briest (Mario Lienig) mit Bürgermeister Seeger blieb erstmal nur die Kapitulation. Quelle: Uwe Hoffmann

Um 14 Uhr stürmten die schwedischen Truppen in die Stadt. Landrat Georg Christoph von Briest (Mario Lienig) blieb nur, die schutzlose Stadt kampflos zu übergeben. Anschließend zogen die Schweden plündernd durch die Straßen. Doch das Besatzungsregime währte nicht lange.

Der Derfflinger kommt

Zwei Stunden später schlugen die Brandenburger zurück. Mit berittenen Dragonern, angeführt durch Feldmarschall Georg von Derfflinger (Michael Renz), überraschten sie die Schweden. Aus insgesamt fünf Kanonen wurde geschossen. Explodierende, in die Wiese eingegrabene Pulverladungen schufen ein erlebnisreiches Kampfgetümmel unterhalb des Chorraumes der Stadtkirche.

Mediziner im Feld

Es gab Verletzte – Arbeit für die Feldscher. Mit einer Parade um die Kirche feierten die Rathenower die siegreichen Truppen und den „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm. In diesem Jahr konzentrierten sich auch die Zelte der Historiendarsteller auf die Wiesenfläche, wo die Kämpfe stattfanden.

Feldscher bei der Arbeit. Quelle: Uwe Hoffmann

Zwischen den Schlachtszenen hatten die Besucher die Möglichkeit, das Lagerleben mit Exerzierübungen und Schießvorführungen, kennenzulernen. Hunderte Besucher erlebten wieder zwei ereignisreiche Tage. Etwas Regen am Samstag konnte dem nichts anhaben.

Mit der Schützengilde

Seit 2014, und zum dritten Mal unter dem Dach der Rathenower Schützengilde von 1830, stellen Traditionsvereine wie die Friesacker Schützengilde, die Kurbrandenburgischen Kanoniere 1675 aus Fehrbellin, die Wittstocker Schweden und die Feldscher der Kurbrandenburgischen Artillerie aus Cottbus, unterstützt durch die Freiwillige Feuerwehr Premnitz, mit den Rathenower Schwedentagen ein Stück Stadtgeschichte dar.

Wichtiges Ereignis

Das Ereignis änderte den Lauf der europäischen Geschichte mit dem Aufstieg Brandenburg-Preußens. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg 1674 bis 1679 besetzen die Schweden weite Teile der Mark Brandenburg, auch die Stadt Rathenow. Am 15. Juni 1675 (julianischer Kalender) gelingt es kurbrandenburgischen Truppen die Stadt mit einem Handstreich wieder zu befreien.

Schlacht bei Fehrbellin

Dieses Vorgefecht mündete drei Tage später in die entscheidende Schlacht bei Fehrbellin, in der die damalige Militärmacht Schweden geschlagen wird. Das begründete den Ruf Friedrich Wilhelms, 1640 bis 1688, Kurfürst der Mark Brandenburg. 1736 bis 1738 errichteten die Rathenower ihm das größte barocke Sandsteindenkmal in Norddeutschland nach Entwurf des Bildhauers Johann Georg Glume.

Es kamen viele Gäste. Quelle: Uwe Hoffmann

Und das Historienspektakel geht weiter: am 27./28. Juni 2020 finden die 7. Rathenower Schwedentage statt.

Von Uwe Hoffmann

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