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Havelland Superhelden räumen den Dreck der Rathenower weg
Lokales Havelland Superhelden räumen den Dreck der Rathenower weg
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09:42 02.05.2018
Stinknormale Superhelden in Aktion – am Körgraben. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild
Rathenow

Selbst Superhelden schaffen manchmal nicht alles. So können sie zum Beispiel noch nicht das Wetter beeinflussen. Den für Karsamstag geplanten Frühjahrsputz am Körgraben verlegten die „Stinknormalen Superhelden wegen des Regens auf Ostermontag.

Couchteile, Einkaufswagen und jede Menge Bauschutt – wenn die „Stinknormalen Superhelden“ am Körgraben in Rathenow aufräumen, dann tritt der Dreck der Rathenower zutage und alle Welt erfährt, wo ein Teil der Menschen in der Kreisstadt den Müll illegal entsorgt.

Dieser Tag zeigte sich dann auch glatt mit sonnigem, frühlingshaftem Wetter von seiner besten Seite. Ganz anders das Areal am Körgraben. „Wir haben hier nun zum fünften Mal zur Frühjahrsputzaktion aufgerufen. Und jedes Mal liegt wieder so viel Müll“, sagt „Katetschen Bernd“.

Ein zeichen an die Stadt

Mit der Aktion will er ein Zeichen setzen. „Gemeinsam mit der Stadt muss ein Konzept gefunden werden, dass gar nicht erst so viel Müll hier liegt.“ Denn die rund 45 Helfer sammelten nicht nur den „nebenbei“ weggeworfenen Müll entlang des Weges und im Park. Gerade im hinteren Teil in Richtung Bahnstrecke, laden die Rathenower ihren Müll ab.

Großes Kneipenschild

Da fand man beispielsweise ein großes Kunststoffschild von der Eröffnung des damaligen Restaurants im Launepark, Gartenabfälle aus der Nachbarschaft und einigen Bauschutt. Das erboste die Helfer, die in zwei Gruppen über zwei Stunden lang mit Müllsäcken und Müllgreifern bewaffnet das Areal absuchten.

Es waren viele Helfer dabei. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Den Startschuss zur fünften Müllsammelaktion gab Katetschen Bernds kleine Tochter Noralie mit einer großen Hupe. „Ich habe auf dem Weg schon ganz viele Glasscherben gesehen“, so die Nachwuchsheldin. Auch vor dem Wasser selbst scheuten die Helfer nicht zurück.

Noch nicht mal in Berlin

Mike Großmann ging in Wathosen in den Körgraben. Besonders viel Müll fanden die Superhelden auf der verödeten Fläche hinter dem Zaun entlang des Weges. „Auf keinem Berliner Spielplatz findet man so viele Zigarettenstummel wie hier“, ärgerte sich „Red Violett“, die mit ihrer kleinen Tochter aus Berlin zur Müllaktion kam.

Die Stinknormalen Superhelden räumten in Rathenow am Körgraben auf. Quelle: Uwe Hoffmann

Zur Müllsammelaktion der Stinknormalen Superhelden gehört immer auch der „Eventcharakter“ – es sind Aktionen mit Spaß und ernstem Hintergrund. So brachten die Organisatoren und auch einige der Helfer süße Ostereier, selbst gebackenen Kuchen oder Schmalzstullen und saure Gurken sowie Getränke mit.

Mit vereinter Kraft

Insgesamt sechs Superhelden waren vor Ort. Und einige der Helfer machten es wie Katetschen Bernd, Pinky, Puppi le Bleu, Möhre oder Red Violett und kostümierten sich – zum Beispiel als rosa Einhorn. Mit vereinter Kraft kamen so wieder jede Menge Müllsäcke und große Müllteile, wie Couchpolster, ein alter Teppich und zwei Einkaufs-Rollis zusammen. Der Bauhof der Stadt entsorgte den Müll am Dienstag.

Aktion gibt es schon lang

Die Müllsammelaktion am Körgraben ist eine der ersten Aktionen, die die Stinknormalen Superhelden ins Leben gerufen haben. Zu den Stinknormalen Superhelden gehört ein Kern von rund 15 Leuten, die mittlerweile nicht nur in Rathenow leben.

Und aus dem Thema Müll in der Stadt wurde über die Jahre mehr: der Kampf gegen Plastikmüll und Mikroplastik in den Weltmeeren, gesunde und ökologische Ernährung sowie das Engagement für soziale Projekte – im Havelland und überregional, wie für die Deutsche Knochenmarkspende und One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen.

Die „Stinknormalen Superhelden“ kann man per E-Mail stinknormale-superhelden@gmx.de oder über die sozialen Netzwerke erreichen.

Von Uwe Hoffmann

Es begann mit einer ABM-Stelle. Daraus wurde schließlich die Idee, ein Museum in Tremmen zu schaffen, um die Dorfgeschichte gegenständlich zu machen. 1998 wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Dem Förderkreis gehören derzeit 30 Mitglieder an.

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