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Rathenow 25 Jahre Milcafea: Kaffeepulver für die Welt
Lokales Havelland Rathenow 25 Jahre Milcafea: Kaffeepulver für die Welt
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14:18 25.08.2018
Martina Scheider ist seit 20 Jahren im Unternehmen und seit 2002 Betriebsleiterin der Milcafea in Rathenow.
Martina Scheider ist seit 20 Jahren im Unternehmen und seit 2002 Betriebsleiterin der Milcafea in Rathenow. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Mit einem Kolonialwarenladen und grünem Kaffee zum Selbströsten begann 1896 bei Bremen eine Unternehmensgeschichte, zu der seit einem Vierteljahrhundert auch die havelländische Kreisstadt gehört.

Vor genau 25 Jahren, im August 1993, wurde in Rathenow die Deutsche Milcafea als Produktionsstätte der Hamburger Cafea GmbH gegründet. Seither werden dort, wo einst die Rathenower Molkerei florierte, löslicher Kaffee und Kaffeegetränke produziert.

Milch wird hier noch immer verarbeitet und zwar in Form von Pulver. Rund 160 Mitarbeiter stellen aus Zucker, Milchpulver, Kaffeeextrakt und Aromen rund 140 verschiedene Kaffeegetränke her – von Cappuccino und Espresso über Eiskaffee, Schokoccino bis hin zur beliebten Wiener Melange.

Das Pulver kommt portionsweise in Sachets, Sticks und Kapseln oder in große Dosen und Tüten und geht von Rathenow aus auf die Reise. Die kann mitunter rund um den Globus führen, denn nicht nur die Deutschen mögen die süßen Wachmacher.

Auch in Frankreich und England trinken die Menschen gern sogenannten Instantkaffee. Sogar in Australien und Südafrika kommt Pulver aus Rathenow in die Kaffeetassen.

Ein Blick in die 2017 eröffnete Produktionshalle. Hier werden die sogenannten Kaffeekapseln hergestellt. Quelle: Markus Kniebeler

„Wasser drauf, umrühren, fertig“, die Menschen mögen es einfach“, weiß Martina Scheider. Sie ist seit 20 Jahren im Unternehmen und seit 2002 Betriebsleiterin.

„In Australien ist zum Beispiel die Sorte Weiße Schokolade beliebt“, verrät Scheider. In ihrem Büro auf dem Betriebsgelände in der Cafea Straße 1 präsentiert sie verschiedenste Proben, die alle vor Ort produziert wurden.

Martina Scheider kann stolz sein, auf das, was sie und ihre Mitarbeiter in den vergangenen 25 Jahren erreicht haben. „Milcafea ist ein Aushängeschild für die Stadt Rathenow. Es ist ein Unternehmen, das sich durch eine stetig positive Entwicklung auszeichnet, von Kontinuität geprägt ist und ein guter und verlässlicher Arbeitgeber für viele Menschen in unsere Region ist“, lobt Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU).

Ginge es nach Martina Scheider, würden sogar noch mehr Havelländer in dem Betrieb mit hauseigenem Labor arbeiten. Arbeitsplätze hat sie zu bieten, was fehlt ist das Personal.

„Es ist längst nicht nicht mehr so einfach, qualifizierte Mitarbeiter für unsere Produktion zu finden. In diesem Jahr konnten wir zum Beispiel nur zwei von vier Lehrstellen besetzen“, berichtet Martina Scheider.

25 Jahre Milcafea in Rathenow

Der Rathenower Betrieb Milcafea wurde im August 1993 eröffnet und gehört zur Cafea Gruppe.

Das Familienunternehmen, die Holding Cafea GmbH, wird von Jan Beernd Rothfos und seiner Tochter geführt.

Milcafea Rathenow ist einer von insgesamt acht Produktionsbetrieben des international tätigen Unternehmens.

Dazu gehören auch Intercafe in Moskau, Grana Skawina bei Krakau sowie FFI Dunstable nördlich von London.

2008 stimmten die Rathenower Stadtverordneten zu, einen Teil der Kopernikusstraße in Cafeastraße umzutaufen.

Eine Erweiterung des Betriebes ist möglich. Ideen dazu gibt es bereits, genaue Pläne noch nicht.

Zwei junge Menschen beginnen gerade eine Ausbildung als Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Im nächsten Jahr sollen zudem Mechatroniker und Laboranten ausgebildet werden, um Fachkräfte für den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Das ist eines von mehreren Zielen, die sich die Unternehmensführung gesteckt hat. „Dazu gehört auch, dass wir den Standort weiter stabilisieren und modernisieren wollen“, so die Betriebsleiterin.

Wenn sie im Rahmen eines Festempfangs am 25. August mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik das 25-jährige Jubiläum feiert, wird es auch viel Lob geben. Unter anderem von Elke Nermerich (SPD), stellvertretende Landrätin und Erste Beigeordnete im Havelland.

Sie ist von der Beständigkeit, der Leidenschaft und dem Innovationsgeist, mit dem das Unternehmen geführt wird, begeistert. „Milcafea hat mit seinem Produktionsausbau hier am Standort Rathenow in Millionenhöhe investiert und somit auch dieser Region einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls gegeben hat“, betont Elke Nermerich.

Von Christin Schmidt