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Rathenow Neue Ausstellung zum Mauerfall im Kulturzentrum eröffnet
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12:09 25.10.2019
Marina Prüfer (Mitte) mit ihren Künstlerkollegen Kay Flavell (links) und André Borus vor der Skulptur „Netzwerk“. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Die Ausstellung „30 Jahre Mauerfall in der Kunst“, die am Donnerstagabend im Kulturzentrum Rathenow eröffnet worden ist, bietet eine Fülle von Anregungen zum Nachdenken. Die Berliner Künstlerin Marina Prüfer zeigt zusammen mit einer längeren Reihe von Künstlerkolleginnen und -kollegen eine Vielzahl von Werken. Zu sehen sind Zeichnungen, Collagen, Objekte, Malerei, Fotos, Skulpturen und Texte.

Weil das Thema klar vorgegeben ist, sind naturgemäß auf vielen Werken die verschiedensten Mauern zu erkennen. Manche Mauern scheinen stark und für die Ewigkeit gemacht, andere haben schon Löcher. Mehrfach schauen Augen suchend hindurch. Stacheldraht kommt öfter vor, manchmal ist er bereits zerschnitten.

Leinwand mit Loch

Das Bild „Zersetzt“ wird vom blassen Gesicht einer Frau geprägt. In die Leinwand ist ein Loch gerissen worden, das anschließend mit Faden notdürftig „repariert“ worden ist. Schnell wird klar: Hier geht es oft um Brüche – in der Entwicklung eines Landes oder in persönlichen Biografien.

Auffällig ist das Objekt „Netzwerk“. Ein großer, kurzärmeliger Mantel, innen leer. Er ist mit Porträts bemalt. Zum Teil sind es unverstellte Gesichter, doch zum anderen Teil tragen die Menschen Masken. Ein schwarzer Vogel steht davor, und der ganze Mantel steht auf einer großen Holzkiste. Ist es eine Munitionskiste? Droht dem dargestellten Netzwerk eine Explosion?

Keine einfachen Antworten

Einfache Antworten sind selten zu finden. Die meisten Werke muss man länger betrachten, um eine Interpretation zu finden. Oft kommt aber schon bei der Grundkonstellation heraus, dass es hier nicht um Wohlfühlbilder geht. Hässliche Figuren, dunkle, manchmal auch grelle Farben lassen weniger gute Gefühle vermuten.

Marina Prüfer ist 1955 in Berlin geboren worden. Nachdem in der DDR ihrem Ausreiseantrag nicht zugestimmt worden war, ist ihr 1976 mit kleinem Kind die Flucht in die Bundesrepublik gelungen. Sie hat dann in Westberlin gelebt und arbeitet seit 1985 als frei tätige Künstlerin. Ihre persönliche Geschichte wurde für sie wieder sehr deutlich wach, als sie nach der Wende die Gerichtsverfahren gegen Erich Honecker und weitere ehemalige DDR-Funktionäre als akkreditierte Gerichtszeichnerin begleitete.

Gruppe „Zen-Art“ aus Dresden

Etwa die Hälfte der Werke im Kulturzentrum sind von ihr. Die Künstlergruppe „Zen-Art“ aus Dresden hat eine größere Menge beigesteuert. Gezeigt werden auch Objekte und Bilder, die bei Workshops von Marina Prüfer in der Rathenower Bürgelschule und in Kitas des Westhavellandes entstanden sind. Auch einige Rhinower stellen mit aus. Als beteiligte Künstlerinnen aus der Region hat Marina Prüfer Anuschka von Malotky und Natascha K. Cronacher genannt.

Zur Eröffnung bekamen die Besucher eine handfeste Performance geboten. Es wurde gesungen, geschauspielert und vier Männer in Polizeiuniformen brachten umständlich einen roten Teppich aus.

Von Bernd Geske

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